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125 JAHRE DEUTSCHER MARINEBUND

Festakt im Kieler Landeshaus

Mit einem Festakt im Kieler Landeshaus und einem Tag der offenen Tür im Marine-Ehrenmal hat der Deutsche Marinebund am vergangenen Wochenende seine Gründung vor 125 Jahren gefeiert.

1891 schlossen sich 20 Vereine ehemaliger Angehöriger der Kaiserlichen Marine in Kiel zum „Deutschen Marine-Bund“ zusammen. Nicht nur dem Namen nach war dieser Dachverband der deutschen Marinevereine der direkte Vorläufer des heutigen Deutschen Marinebundes, der damit die älteste Vereinigung maritim Interessierter in Deutschland ist. Auch die Ziele des damaligen „Deutschen Marine-Bundes“ waren weitgehend mit denen des heutigen DMB identisch: Pfl ege der an Bord erlebten Kameradschaft und des
maritimen Brauchtums sowie die Verbreitung maritimen Gedankenguts. Im Laufe der 125 Jahre seines Bestehens hat sich der DMB von einem reinen Marine-Ehemaligenverband zur größten maritimen Interessenvertretung Deutschlands entwickelt. Als bundesweites Netzwerk mit rund 10.000 Mitgliedern sorgen der DMB und die ihm angeschlossenen Mitgliedsvereine für die Verbreitung des maritimen Gedankens in Deutschland.

Am 9. September erinnerte ein Festakt im Schleswig-Holstein-Saal im Schleswig-Holsteinischen Landtag an den 125. Jahrestag der Gründung des Deutschen Marinebundes e.V., der vom Bläserquintett des Marinemusikkorps Kiel musikalisch umrahmt wurde.

In seiner Begrüßung bedankte sich der Präsident des Deutschen Marinebundes, Karl Heid, beim Schleswig-Holsteinischen Landtag für die Möglichkeit, den Festakt im Schleswig-Holstein-Saal zu begehen. „Die Wahl dieses Ortes ist nicht zufällig geschehen. Zum einen ist Kiel der Geburtsort des Deutschen Marinebundes, zum anderen ist dieses Gebäude als ehemalige Marine-Akademie ebenso wie der DMB eng mit der Geschichte der deutschen Marinen verbunden,“ erklärte Präsident Heid. Er verwies darauf, dass sich in der Entwicklung des Deutschen Marinebundes die deutsche Geschichte der letzten 125 Jahre widerspiegelt.

Wie unser Land, war auch der Marinebund einem wechselvollen Geschick unterworfen. „Der Deutsche Marinebund ist heute ein moderner, inhaltlich breit gefächerter Verband, der optimistisch in die Zukunft blicken kann,“ resümierte Präsident Heid.

Anschließend sprachen der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags, Klaus Schlie, der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der CDU im Verteidigungsausschuss, Ingo Gädechens MdB, sowie der Kommandeur der Einsatzfl ottille 1, Flottillenadmiral Jan C. Kaack in Vertretung von Vizeadmiral Rainer Brinkmann, dem Stellvertretenden Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, Grußworte.

Auch der Österreichische Marineverband und die Marine-Offi zier-Vereinigung überbrachten Grüße. Den Festvortrag hielt der Marinehistoriker Dr. Heinrich Walle. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Entwicklung des Deutschen Marinebundes von einem Veteranenverein der Kaiserlichen Marine zu einem Verband zur Vertretung maritimer Interessen. Eine der folgenreichsten Entscheidungen in der 125-jährigen Geschichte des Marinebundes war die Entscheidung für den Bau des Marine-Ehrenmals nach dem
Ersten Weltkrieg, die dessen weitere Geschicke untrennbar mit der Verantwortung für diese Gedenkstätte verknüpfte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lösten die Alliierten den im Dritten Reich gleichgeschalteten Marinebund auf. 1952 wurde der Dachverband in der Bundesrepublik Deutschland als „Deutscher Marinebund“ wiedergegründet. Dieser entwickelte sich rasch zum bedeutendsten Marine-Ehemaligenverband.

Von Anfang an bekannte sich der DMB zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zur Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern. Dies fand besonderen Ausdruck in der Erweiterung des Gedenkens im Marine-Ehrenmal auf die Gefallenen der Alliierten. „Das unterstützte in nicht zu unterschätzender Weise den Weg des Deutschen Marinebundes von einer durch Erstarrung bedrohten Traditionspfl ege zur zukunftsorientierten Vertretung der für unser Land lebensnotwendigen maritimen Interessen,“ fasste Dr. Walle die Entwicklung des Deutschen Marinebundes zusammen.

Mit einem Schlusswort des Vizepräsidenten des Deutschen Marinebundes e.V., Staatssekretär a.D. Heinz Maurus, endete der offizielle Teil der Veranstaltung, die mit einem Empfang im Konferenzsaal des Landtags ausklang.

Festakt - 125 Jahre Deutscher Marinebund e.V.

Tag der offenen Tür im Marine-Ehrenmal

Am Sonnabend, den 10. September fanden die Feierlichkeiten mit einem Tag der offenen Tür im Marine-Ehrenmal in Laboe einen weiteren Höhepunkt. Von 10 bis 18 Uhr hatten alle Gäste freien Eintritt im Marine-Ehrenmal und im Technischen U-Boot U 995. Zudem gab es zahlreiche Attraktionen für jung und alt, wie die Hüpfburg der Deutschen Marine in Form eines U-Boots, einen maritimen Flohmarkt, ein maritimes Rätselspiel, Erinnerungsfotos zum Mitnehmen, Livemusik vom Shanty-Chor „Windrose“ aus Hamburg sowie zahlreiche Vorführungen und Mitmachaktionen.

Ebenso präsentierten sich der Deutsche Marinebund, die Seenotretter der DGzRS, die Deutsche Marine, der Verband Deutscher Ubootfahrer sowie zahlreiche andere Vereine und Verbände mit Infoständen. Auch für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt. Neben Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und Bratwurst vom Grill gab es ein Kuchenbüffett.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war das Luftballon-Wettfliegen. Um 17 Uhr stießen auf dem Innenhof des Marine-Ehrenmals 250 mit Postkarten versehene Luftballons auf. Der Besucher, dessen Postkarte den weitesten Weg zurücklegt, gewinnt einen Wochenendaufenthalt im Hotel ADMIRAL SCHEER. Der Gewinner wird über die Homepage des Deutschen Marinebundes (www.deutscher-marinebund.de) benachrichtigt.

Über 5000 Besucher aus Nah und Fern nutzten das spätsommerliche Sonnenwetter, um einen tollen Tag im Marine-Ehrenmal zu verbringen. Sämtliche Einnahmen dieses Tages in Höhe von 2800 Euro werden gespendet und kommen den beiden Laboer Kindergärten zugute!

Tag der offenen Tür - 125 Jahre Deutscher Marinebund

Enthüllung des Propeller des U-Boots U 8 der Kaiserlichen Marine

Mit der Enthüllung des Propeller des U-Boots U 8 der Kaiserlichen Marine vor der Historischen Halle wurde an die Bestimmung des Marine-Ehrenmals als Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen erinnert. Das bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel gelaufene U-Boot war am 18. Juni 1911 in Dienst gestellt worden. Am 4. März 1915 wurde U 8 im Ärmelkanal von britischen Zerstörern versenkt, wobei ein Mitglied der 29-köpfi gen Mannschaft sein Leben verlor. 2014 wurde der von britischen Tauchern illegal
geborgene Propeller von U 8 von den britischen Behörden beschlagnahmt und an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. „Das Marine-Ehrenmal ist heute nicht nur eine nationale Gedenkstätte mit internationaler Bedeutung, sondern in vielfältiger Weise auch ein Ort insbesondere des gemeinsamen deutsch-britischen Gedenkens,“ erklärte der Historiker des Deutschen Marinebundes, Dr. Jann M. Witt, in seiner Ansprache. Ebenso erinnerte er an die Lehren der Geschichte des 20. Jahrhunderts: „Betrachten wir die Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkriegs als Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft.

Nehmen wir den heutigen Tag auch als Anlass, um in uns zu gehen und darüber nachzudenken, wie wir unser Europa in Zukunft gestalten wollen: Gemeinsam oder gegeneinander, als Freunde oder als Konkurrenten.“

Im Namen des Deutschen Marinebundes dankte Dr. Witt den Firmen ThyssenKrupp Marine Systems und Jens Matthiesen Garten- und Landschaftsbau aus Heikendorf für die großzügige und unkomplizierte Unterstützung bei der Aufstellung und der Präsentation des Propellers.

Scheckübergabe an Laboer Kindergärten

Am 13. September übergaben der Präsident des Deutschen Marinebundes, Karl Heid, und DMB-Bundesgeschäftsführer
Willi Leitner den beiden Laboer Kindergärten eine Spende zur Unterstützung ihrer Arbeit. Der Evangelische Kindergarten Laboe „Kleiner Anker“ erhielt einen Scheck über 1000 Euro, der DRK-Kindergarten Laboe einen Scheck über 2000 Euro.

Das Geld stammt aus den Erlösen vom Tag der offenen Tür im Marine-Ehrenmal am 10. September anlässlich des 125. Gründungstages des Deutschen Marinebunds. „Um unserer Verbundenheit mit der Gemeinde Laboe Ausdruck zu verleihen, haben wir beschlossen, die gesamten Einnahmen den Kindergärten in Laboe zu stiften,“ erklärte Präsident Heid. „Der Tag der offenen Tür war ein großartiger Erfolg,“ betonte Bundesgeschäftsführer Leitner. „Wir haben über 5000 Besucher gezählt und es ist ja auch eine hübsche Summe für
die Kindergärten zusammengekommen,“ so Leitner weiter.

Auch die Gäste waren begeistert: „Am tollsten war es, bei dem Stelzenmann im Korb zu sitzen,“ sagten Julian und Jule aus dem DRK-Kindergarten, die auch am letzten Sonnabend bei strahlenden Sonnenschein das Marine-Ehrenmal besucht hatten.

Für die beiden Kindergärten ist das Geld sehr willkommen. „Wir werden nun Anschaffungen machen können, die wir uns sonst nicht hätten leisten können,“ freuten sich Jan-Hendrik Köhler-Arp und Jennifer Stöver vom DRK-Kindergarten. Im „Kleinen Anker“ soll die DMB-Spende zum Ausbau des Außenbereichs dienen, sagte Kindergartenleiterin Susanne Dürr: „Das Geld ist für den Spielplatz, das passt sehr gut.“ Sie konnte es kaum erwarten, die gute Nachricht weiterzuverbreiten: „Heute Abend ist Elternabend, da freue ich mich
schon drauf.“

Spendenübergabe an die die beiden Laboer Kindergärten
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