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Assistenzhunde im Marine-Ehrenmal

Der Deutsche Marinebund e.V. ist Eigentümer des Marine-Ehrenmals in Laboe, der Gedenkstätte für alle auf See gebliebenen Menschen aller Nationen. Auf diesem Gelände sind Hunde grundsätzlich nicht gestattet. Dem gegenüber steht, dass das Gelände des Marine-Ehrenmals generell barrierefrei gestaltet ist, um auch körperlich beeinträchtigten Menschen den Besuch im Marine-Ehrenmal zu ermöglichen. Eine behindertengerechte Toilette, mehrere Rampen für Rollstuhlfahrer, ein Treppenlift zur unterirdischen Gedenkhalle sowie zwei Fahrstühle zur ersten Aussichtsplattform des Turms sorgen dafür, dass das 5,5 Hektar große Gelände nahezu uneingeschränkt barrierefrei genutzt werden kann.

Doch was ist mit Menschen, die auf die Begleitung eines Behinderten- oder Assistenzhundes angewiesen sind? Nicht jeder, der einen solchen Hund mit sich führt, ist körperlich beeinträchtigt im Sinne des Schwerbehindertengesetzes und dennoch, ohne die Begleitung seines vierbeinigen Partners, unter Umständen hilflos oder gar in Lebensgefahr.

Dieser Frage stellte sich der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Marinebundes, Alexander Hub, nachdem der Hinweis durch eine aufmerksame Mitarbeiterin geäußert wurde. Eine wichtige Ausnahme des Hundeverbotes im Marine-Ehrenmal stellt somit das Mitführen von Behinderten- und Assistenzhunden dar, um eine vollständige Barrierefreiheit zu gewährleisten. Hub informierte sich eingehend über das Thema, um zunächst seine Mitarbeiter zu sensibilisieren, damit auch Menschen mit ihren Assistenzhunden das Marine-Ehrenmal besuchen können.

„Es ist beachtlich, wie umfangreich der Einsatz von Assistenzhunden ist“, stellt Hub nach seiner Recherche fest. „Rollstuhlfahrer oder blinde Menschen sind für unser Personal meist eindeutig als körperlich eingeschränkte Personen zu erkennen. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Vielzahl an Beeinträchtigungen, die nicht ersichtlich sind und dennoch die Anwesenheit eines Assistenzhundes erforderlich machen. Da das Marine-Ehrenmal gleichzeitig offizielle Gedenkstätte der Deutschen Marine und der zivilen Schifffahrt ist, pflegen wir intensive Kontakte zu Institutionen wie Bundeswehr, Polizei, Seenotrettern und Feuerwehr. Ihre Einsätze haben im schlimmsten Fall Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) zur Folge. Mir war bislang nicht bewusst, dass auch in diesem Bereich mit Assistenzhunden gearbeitet wird.“

Bei Asthma, Diabetes, psychischen Erkrankungen, Epilepsie, Autismus, Gehörlosigkeit oder sogar bei außergewöhnlichen Allergien können Assistenzhunde erfolgreich eingesetzt werden. Sie geben entsprechende Signale, wenn eine Situation es erfordert. Bei Panikattacken führen die Hunde ihren Halter schnellstmöglich zum nächsten Ausgang oder sie vermitteln dem Menschen durch ihre bloße Anwesenheit Sicherheit.

Im Rahmen seiner Recherche stieß Alexander Hub immer wieder auf Museen, die bislang noch damit hadern, eine generelle Erlaubnis für das Mitführen von Assistenzhunden zu veröffentlichen. In der Regel bitten die Einrichtungen um eine vorherige Anfrage, um im Einzelfall entscheiden zu können. Ohne Schwerbehindertenausweis haben beispielsweise Allergiker oder Menschen mit PTBS zurzeit keinen gesetzlichen Anspruch auf das Mitführen eines Assistenzhundes, wenn es der Hausherr untersagt. „Wenn das Mitführen von Assistenzhunden unsere Barrierefreiheit vervollständigt, und wir anderen Museumsbetrieben damit Mut machen, unserem Handeln zu folgen, dann haben wir in Deutschland einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl geleistet“, sagt Alexander Hub.

Voraussetzung für die Mitnahme des Assistenzhundes in das Marine-Ehrenmal ist ein entsprechender Ausweis, den die Halter an der Kasse vorlegen müssen. Haustieren bleibe der Zutritt zur Gedenkstätte weiterhin verwehrt, erklärt Hub. Er betont jedoch gleichzeitig, dass der Hund für die Zeit während des Besuchs gerne in der Nähe des Kassenbereichs angeleint werden dürfe – bei Bedarf gäbe es für die Vierbeiner auch eine Schale mit frischem Wasser.

Text: Deutscher Marinebund e.V.

Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist zugänglich für ausgewiesene Assistenzhunde. Foto: Deutscher Marinebund e.V.

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