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„Brücke in der Ostsee“ – 3. Flottille der Königlich Schwedischen Marine besucht die Einsatzflottille 1 in Kiel

Vom 7. bis zum 9. November 2017 wird der Kommandeur der 3. Flottille der Königlich Schwedischen Marine die Einsatzflottille 1 in Kiel besuchen.

Kapitän zur See Bengt Lundgren läuft mit dem Minenleger „Carlskrona“ als Flaggschiff, drei Korvetten der Visby-Klasse, zwei Schnellbooten und zwei Minenabwehreinheiten den Marinestützpunkt Kiel an. Gastgeber ist Flottillenadmiral Jan Christian Kaack (54), der Kommandeur der Kieler Einsatzflottille 1. Während des Besuchs sind gemeinsame Workshops, Besuche von Ausbildungseinrichtungen der Deutschen Marine und eine Übung in See geplant. Neben den schwedischen Schiffen werden eine deutsche Korvette und zwei Minenabwehreinheiten an dem Besuch teilnehmen.

Die deutsch-schwedische Zusammenarbeit steht im Zeichen der Baltic Commanders Conference. „Sie ist ein Puzzlestein – neben der Kooperation beispielsweise mit Polen oder Norwegen“, sagt Flottillenadmiral Kaack. „Wir wollen Brücken im Ostseeraum bauen und unsere Verfahren harmonisieren. Wer zusammen übt, der hat auch im Einsatz das gleiche Mindset – wenn zum Beispiel Boardingsoldaten fremder Nationen auf deutschen Tendern eingesetzt werden. Konsequent reicht das bis hin zum persönlichen Kontakt der Soldaten untereinander. ‚More pepper, less paper‘ lautet die Devise. Wir sind Nachbarn und haben ein gemeinsames Interesse in der Ostsee: Die freie Nutzung der See als Operationsgebiet und sichere Seeverbindungswege.“

Hintergrundinformationen

Die Baltic Commanders Conference ist eine Zusammenkunft der Marinebefehlshaber aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland. Das Format wurde 2015 von der Deutschen Marine gegründet und fand zuletzt im März 2017 in Kopenhagen statt. Die Konferenz dient dazu, konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu identifizieren.

„Die Konferenz rückt die Ostsee in den Fokus und misst der Landes- und Bündnisverteidigung einen neuen Stellenwert bei“, so der Kommandeur der Einsatzflottille 1. „Das Interesse an enger Zusammenarbeit spüren wir nicht nur bei Besuchen oder gemeinsamen Übungen. Auch unsere NATO-Denkfabrik für die Operationsführung in Randmeeren am Standort Kiel (NATO Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters – COE CSW) ist ein Magnet an der Ostsee.“ Parallel zum Besuch der 3. Schwedischen Flottille wird der Lenkungsausschuss des Centre of Excellence das Arbeitsprogramm des Think-Tank für das kommende Jahr festlegen.

Zur Kieler Einsatzflottille 1 gehören vier Bootsgeschwader mit 37 Einheiten, das Seebataillon, das Kommando Spezialkräfte der Deutschen Marine sowie drei Marinestützpunktkommandos. Das Aufgabenspektrum ist auf die Seekriegsführung in Randmeeren ausgerichtet. Das reicht von der Bekämpfung von Landzielen, der Seeraumüberwachung, dem Mineneinsatz und der Minenabwehr, über die bewaffnete Kontrolle von Schiffen und dem Schutz von Kriegs- und Handelsschiffen bis hin zur Ubootjagd oder der Unterstützung von Evakuierungsoperationen. Einheiten der Flottille nehmen regelmäßig an den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, an NATO-Verbänden, nationalen und internationalen Manövern und Übungen teil.

Flottillenadmiral Kaack und Kapitän zur See Lundgren sind nicht nur die formell Verantwortlichen für die Kooperation ihrer Flottillen, sondern sind auch persönlich bekannt. Sie haben gemeinsam ein Jahr an der Seekriegsakademie „Naval War College“ der US-amerikanischen Marine in Newport (USA) verbracht.

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine

Die Korvette "Braunschweig" in See. Foto: Markdo PIZ/Matthias Letzin
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