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Das können nur echte Uboot-Smuts

Vor kurzem richteten die Marinekameradschaft (MK) und die Ubootkameradschaft (UK) München ein gemeinsames „Labskaus-Essen“ aus. Die Zubereitung des maritimen Gaumenschmauses übernahmen Helmut Voecks und Georg Rudy, beide ehemalige Smuts auf U-Booten. Im folgenden Beitrag berichten sie über die kulinarische Veranstaltung aus ihrer Sicht:

Mein Kamerad Helmut und ich sind im 1. und im 3. Ubootgeschwader als Smuts gefahren. Da an Bord bekanntlich vor allem in diesem Bereich großzügig Platz vorhanden war, machte jede Seefahrt zur reinen Erholungsfahrt. Jeder, der einmal mit einem Uboot der Klasse 206 zur See gefahren ist, hört den ironischen Unterton in meinen Worten. Die Kombüse an Bord maß etwa zwei Quadratmeter – unter diesen Umständen für 22 Mann zu kochen, war eine Herausforderung – ganz gleich, ob man den Stauraum unter den Kojen oder die „Kühllast“ betrachtet. Vier warme Mahlzeiten plus Seemannssonntag inklusive Kuchen – und das nicht nur für ein paar Tage, sondern für mehrere Wochen. Das alles ist für uns lange, lange her aber noch lange nicht vergessen.

Die MK München hatte bereits im vergangenen Jahr die Idee gehabt, ein gemeinsames „Labskaus-Essen“ für die Marinekameradschaft und die Ubootkameradschaft zu organisieren und uns zwei Smuts um die Vor- und Zubereitung des Essens gebeten. Natürlich hatten wir spontan zugesagt. So war es auch in diesem Jahr keine Frage, ob wir das wieder übernehmen könnten beziehungsweise wollten. Daher gab es unsererseits erneut eine spontane Zusage.

Die Kombüse im Vereinsheim der MK gleicht an Geräumigkeit der an Bord: Ganze drei Quadratmeter für zwei Smuts. Soweit, so gut – das kannten wir bereits vom letzten Jahr. Tag für Tag gingen nun die Anmeldungen für das „Labskaus-Essen“ ein. Als wir uns schließlich zum Einkaufen verabredeten, stand der Zähler der Anmeldungen bei knapp 60 Seemännern und Frauen, die sich unser Labskaus schmecken lassen wollten. Das war eine Ansage!

Wir also in den nächsten Gastronomie-Großmarkt – es sind schon Mengen, die da bewegt werden müssen – und das Ganze erst einmal im MK-Heim in den Kühlschränken verstaut. Um alles rechtzeitig fertig zu bekommen, fingen wir am Tag des Labskaus-Essens extra etwas früher mit dem Schneiden, Schnippeln und Kochen an. Das Wichtigste dabei ist rühren, rühren, rühren – und bloß nichts anbrennen lassen.

Das Ergebnis kam offensichtlich an. Nachdem wir noch einige „Nachschläge“ ausgegeben hatten, war unsere Crew satt und zufrieden und lauschte, trotz einer leichten Verdauungsstarre, gespannt dem Vortrag von Jürgen Weber über seine Tauchfahrt mit der LULA 1000 zum Wrack von U-581 auf 870 Metern Tiefe vor den Azoren.

Anschließend hatten wir noch einen herrlichen Abend mit Klönschnack, Ratschen und einigen geistigen Getränken ohne die lästigen Einschränkungen der Sperrstunde der öffentlichen Lokale.

Text: Georg Rudy, Ex-Smut U 15
Fotos: Winfried Huber, MK München

So sah das Ergebnis unserer Anstrengungen aus: Traditionelles Hamburger Labskaus mit Rollmops, Rote Beete Salat und Spiegelei.

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