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Der Deutsche Marinebund fordert Klarheit zugunsten des Segelschulschiffes GORCH FOCK

Kiel. In dieser Woche werden sich die Marine-Führung und das Verteidigungsministerium ein weiteres Mal mit dem Schicksal des Segelschulschiffes GORCH FOCK der Deutschen Marine befassen.

Der Deutsche Marinebund (DMB) fordert zu einer Versachlichung der Diskussion um das Segelschulschiff auf!

Die laufende Grundsanierung des Segelschulschiffes war durch gestiegene Kosten und jüngst zudem durch einen Korruptionsfall infrage gestellt und in der Öffentlichkeit kontrovers und zum Teil auch in unangebrachter Art diskutiert worden. „Wir machen uns Sorgen um die Zukunft des Schiffes und denken, dass die Fakten sorgfältig geprüft werden müssen. Aus guten Gründen hoffen wir auf eine Entscheidung zugunsten der Bark“, betont DMB-Präsident Heinz Maurus.

Der Verdacht der Vorteilsnahme bei einem Mitarbeiter des Marinearsenals Wilhelmshaven und dem Geschäftsführer der Elsflether Werft müsse durch die Staatsanwaltschaft aufgeklärt werden. „Diese Verfehlung ist ein Vorgang, der unabhängig vom Baufortschritt der GORCH FOCK zu betrachten ist. Sollte der Bundesrepublik Deutschland ein Schaden entstanden sein, müsste dieser reguliert werden“, erklärt Maurus.

Unabhängig hiervon seien die Kosten für die Grundüberholung des Dreimasters zu betrachten. Diese waren zwar sehr in die Höhe geschossen, weitere Kostensteigerungen seien aber nicht zu erwarten, da ein fester Endpreis vereinbart worden sei, so Maurus. Ein Abbruch der Sanierungsarbeiten zum jetzigen Zeitpunkt sei unwirtschaftlich; zudem würde es wegen der strengen Beschaffungsregularien viele Jahre dauern, bis ein Ersatz einsatzfähig wäre. Eine runderneuerte GORCH FOCK hingegen könnte über das Jahr 2040 hinaus eingesetzt werden.

Die Ausbildung auf einem Segelschulschiff hat in Deutschland eine lange Tradition und die GORCH FOCK ist noch heute ein unverzichtbarer Teil der Grundausbildung für Soldaten des Seemännischen Dienstes sowie der Unteroffizier- und Offizierausbildung.

Auf keiner anderen Einheit können seemännische Fertigkeiten so intensiv gelernt, die See mit den Naturgewalten so eindrucksvoll erlebt und Eigenschaften wie Kameradschaft, Rücksichtnahme oder Teamgeist so gut erlernt werden, wie auf einem Segelschiff. „Wir sprechen von einer Ausbildung, die für den Dienst an Bord der modernen Boote und Schiffe unerlässlich ist“, sagt Maurus. Die Deutsche Marine schreibt: „Das Segelschulschiff GORCH FOCK vermittelt ein prägendes Erlebnis und leistet einen unverzichtbaren Beitrag in der Erziehung und Vorbereitung zukünftiger Vorgesetzter an Bord und an Land.“ Zudem verkörpert die GORCH FOCK tradierte Werte im Sinne von kulturellem Erbe, das über Generationen weitergegeben wird. „Es wäre es ein grober Fehler, mit dieser Tradition zu brechen“, sagt Maurus.

Daneben ist die GORCH FOCK eine herausragende Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, die ihrer Funktion zur Völkerverständigung nachkommt. Bei seiner ersten Israelreise 1988 legte der Dreimaster im Hafen von Haifa an und es war das erste Mal, dass deutsche Soldaten israelischen Boden betraten. Auf 168 Auslandsreisen und dem Besuch von 180 Häfen hat dieses Schiff, wie kein anderes, die zwischenstaatlichen Beziehungen gepflegt und insgesamt bei den Soldaten eine hohe Identifikation für ihren Beruf gefördert.

„Das Segelschulschiff fehlt sehr. Es wird höchste Zeit, dass Kommandant und Stammbesatzung nach nunmehr circa 1.000 Tagen auf der Werft eine Perspektive für ihren weiteren Einsatz an Bord der GORCH FOCK bekommen. Es wird höchste Zeit, dass endlich die ständige Diskussion um die Zukunft der GORCH FOCK beendet wird, und die permanente Verunsicherung aufhört. Frau Ministerin von der Leyen, wir erwarten von Ihnen ein klares Bekenntnis zugunsten unseres Segelschulschiffes GORCH FOCK und Planungssicherheit für unsere Marine“, appelliert der Präsident des DMB, Heinz Maurus, abschließend.

Quelle: Deutscher Marinebund e.V.

 

 

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