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Der Kapitän

Nach langen Jahren der Forschung veröffentlichten Prof. Dr. Gertrude Joch Robinson und ihr Sohn Markus ihr Buch über Hans Rose. Der Präsident des Verbands Deutscher Ubootfahrer (VDU), Kapitän zur See a.D. Michael Setzer, unterstützte die Robinsons bei der Planung ihrer Präsentationsreise von Flensburg über Eckernförde, Hamburg und Essen nach München. In Bayern übernahmen Marinekameradschaft (MK) und Ubootkameradschaft (UK) München unter Leitung von Sepp Motl und Jürgen Weber die Planung und Durchführung der Veranstaltung am 19. September 2018.

Nach der Begrüßung der Vortragenden und der etwa 20 Gäste durch Jürgen Weber erläuterte Prof. Dr. Gertrude Joch Robinson (geboren 1927 in Hamburg) auf Deutsch die Motivation für das Buch und die Vortragsreihe: Ihr Vater war Artillerieoffizier auf SM U 52 gewesen, einem Uboot der Reihe U 51 bis U 56, und hatte in derselben Halbflottille auf Helgoland gedient wie Hans Rose.

Dann begann Markus Robinson mit seiner sehr interessanten Präsentation über Hans Rose auf Englisch mit deutsch beschrifteten PowerPoint-Folien:
Hans Rose lebte von 1885 bis 1969 und gehörte im Ersten Weltkrieg zu den fünf erfolgreichsten Uboot-Kommandanten der Kaiserlichen Marine; beim Einsatz gegen Konvois ab Spätsommer 1917 war er sogar der erfolgreichste deutsche U-Bootkommandant dieser Zeit. Ihm wurde der höchste militärische Orden der damaligen Zeit, der Pour le Mérite, verliehen. Rose war als Offizieranwärter 1903 in die Kaiserliche Marine eingetreten und ab 1916 Kommandant des berühmten SM „U 53“, welches im September 1916 sogar den Atlantik überquerte und für wenige Stunden Newport, Rhode Island, in den USA besuchte. Er diente nicht in der Reichsmarine, wurde aber altersbedingt bei Kriegsausbruch 1939 reaktiviert. In der Kriegsmarine versah er seinen Dienst bis Mitte 1943 auf verschiedenen Landdienstposten. Zuletzt war Rose als Seekommandant im norwegischen Trondheim zuständig für die dortige regionale Küstensicherung.

Für diesen spannenden militärischen Lebenslauf hatte Markus Robinson 40 Minuten Dauer angesetzt – doch Zwischenfragen und kurze Übersetzungen sowie Diskussionsansätze verlängerten den Vortrag auf gute zwei Stunden.

Dann wurde es Zeit für das verspätete Abendessen: Die MK München hatte Leberkäs mit Brezen vorbereitet und genügend Weißbier war ohnehin bevorratet. Auch während des Essens waren die beiden Autoren noch in viele Gespräche eingebunden. Alles in allem war es ein sehr gelungener Vortragsabend!

Text: Jürgen Weber

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