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Deutscher Marinebund zum Ausrüstungsdefizit bei der Marine: Geld gezielter einsetzen, Tempo erhöhen

Keines der sechs deutschen U-Boote einsatzfähig, Probleme bei der Erprobung der neuen Fregatte BADEN-WÜRTTEMBERG, monatelanger Ausfall der Einsatzgruppenversorger BERLIN, FRANKFURT AM MAIN und BONN – die Liste der Ausrüstungsdefizite bei der Deutschen Marine ist lang. Deshalb fordert der Deutsche Marinebund e.V. den zielgerichteteren Einsatz der Finanzen und eine deutliche Erhöhung des Tempos. Denn die Defi zite sind jetzt da und bedürfen einer raschen Behebung.

25 Jahre lang war die Bundeswehr Sparzwängen unterlegen. Auch wenn 2016 eine Trendwende eingeleitet worden ist, so steht die Marine bzw. die Bundeswehr nun vor dem Ergebnis dieses jahrzehntelangen Sparkurses. Bei der Marine befinden sich keine Ersatzteile in den Depots. Lieferzeiten für benötigte Materialien betragen zum Teil bis zu sechs Monate. Oberst Holger Neumann, der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsministeriums bezeichnete im Rahmen einer Pressekonferenz die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr generell als nicht zufriedenstellend. Dennoch könne die Bundeswehr insgesamt, aber insbesondere die Marine ihre Aufgaben erfüllen. Doch ist das ausreichend?

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags Hans-Peter Bartels kritisiert, dass nicht genug Geld zur Verfügung gestellt würde und dass alles zu lange daure. Es wären zwar 250 Mio. Euro extra pro Jahr für die Bundeswehr veranschlagt gewesen, doch die zu stopfenden Löcher haben, laut Bundeswehr, eher Milliardengröße. „Wenn sich Veränderungen über einen zu langen Zeitraum hinziehen, verpufft ihr positiver Effekt“, sagt DMB-Präsident Heinz Maurus. Dabei wächst der Druck auf die Soldatinnen und Soldaten durch die zum Teil sehr harten Einsatzbedingungen. Das ARD-Magazin „Fakt“ berichtete kürzlich von einer Zunahme von Soldaten, die nach Einsätzen psychisch erkrankten.

„Spätestens wenn sich das Ausrüstungsdefizit der Marine negativ auf das Wohl der Soldatinnen und Soldaten auswirkt, muss umgehend gehandelt werden“, sagt DMB-Präsident Heinz Maurus. Deshalb fordert der Deutsche Marinebund eine sofortige Einsatzoptimierung der finanziellen Mittel und eine deutliche Beschleunigung der Prozesse – zum Wohl der Soldatinnen und Soldaten und für eine starke Deutsche Marine.

Der Deutsche Marinebund e.V. ist mit rund 10.000 Mitgliedern in 300 Mitgliedsvereinen der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Der DMB bietet allen mit dem Meer und der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. Er richtet sich an jeden, der sich für Schiffe und Seefahrt begeistert oder für Themen wie Meeres-Umweltschutz oder maritime Wirtschaft interessiert. Ebenso fördert der DMB in enger Zusammenarbeit mit Marine und Handelsschifffahrt alle Bereiche der deutschen Seefahrt und informiert deutschlandweit über die Bedeutung und Notwendigkeit der Seefahrt für die Bundesrepublik. Der DMB beteiligt sich parteipolitisch neutral an der Diskussion über aktuelle maritime Themen und ist Ansprechpartner für die maritimen Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft.

Quelle: Deutscher Marinebund e.V.

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