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Einig wie an Bord – 50. Verschwisterungsgeburtstag

Im Frühsommer 2018 besuchte eine Delegation von neun Personen aus Metz anlässlich des 50. Verschwisterungsgeburtstags die Marinekameradschaft (MK) Rheindürkheim.

Im Jahr 1965 kam es zum ersten Treffen zwischen dem damaligen 1. Vorsitzenden, Günther Reis und der französischen Marinekameradschaft in Metz. In der Folge entstand eine Freundschaft zwischen den MKen aus Rheindürkheim und Metz, was durch den Austausch der Marine-Abzeichen unterstrichen wurde. Reis sagte damals: „Wenn es uns und der großen Politik gelingt, mit Frankreich Freundschaft zu schließen, dann gehen wir im Westen von Europa friedlichen Zeiten entgegen.“

Im Jahr 1968 entstand erstmals die Idee einer „Verschwisterung“ der beiden Marinekameradschaften aus Metz und Rheindürkheim. Im Mai ‘68 fuhren 40 Personen aus Rheindürkheim zu einem Treffen mit der Metzer MK unter Leitung von Secretaire General Alfred Raiser. Ein weiterer Besuch von Günther Reis und Hermann Reinhardt in Metz diente der Vorbesprechung der Verschwisterung. Ein großer Befürworter der geplanten Partnerschaft auf französischer Seite war außerdem Dr. Wilhelm.

Am 29.09.1968 kam es schließlich zur „Jumelage“, zur Verschwisterung. Die Feier hierzu fand im Saal Dubs in Rheindürkheim statt. Das „DIPLOME D´HONNEUR“ erhielten folgende Herren:
Freg. Kpt. Birnbaum, Freiburg, Vize-Präsident des Deutschen Marinebunds (DMB)
Ernst Wilhelm, Bürgermeister Rheindürkheim
Willi Schitt, Bürgermeister Westhofen
Günther Reis, 1. Vorsitzender MK Rheindürkheim
Hermann Reinhardt, 1. Rechner
Werner Fellmann, 1. Vergnügungswart

Diese erste Verschwisterung in Rheinland-Pfalz war eine Pioniertat. Das von Günther Reis eigens hierzu verfasste und vorgetragene Gelöbnis wurde von 70 Franzosen, unter ihnen Dr. Wilhelm und Freg. Kapitän Jacuard, und ebenso vielen Deutschen stehend gehört.

Im Jahr 1969 fand die Jahresfeier der Verschwisterung in Metz statt. Im Spiegelsaal der Stadt Metz wurden die Deutschen von Bürgermeister Rausch empfangen. Das Hauptportal der Kathedrahle wurde geöffnet, damit französische Marineoffiziere aus Paris gemeinsam mit Günther Reis und Angehörigen der MK Rheindürkheim durch jenes feierlich eintreten konnten. Der Bischof von Metz hielt zum ersten Mal eine Ansprache auf Deutsch. Der Ritter der Ehrenlegion, Kapitän Feuillade, kam aus Verdun. Über dem Flugplatz Frescaty hinterließen französische Flugzeuge Kondensstreifen in den Farben blau-weiß-rot am Himmel. Es war eine große Feier, die für Begeisterung sorgte.

Seitdem treffen sich die Mitglieder der MK Metz und der MK Rheindürkheim jedes Jahr und vertiefen die bestehende Verständigung.

50 Jahre später wurde nun der Verschwisterungsgeburtstag gefeiert. Am 19. Mai 2018 trafen die Gäste aus Metz in Worms ein. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Gerhard Terwedow, ging es zum gemeinsamen Mittagessen. Danach fand eine Stadtbesichtigung statt. Am Abend traf man sich im Vereinsheim „Zenit“ zu einer Weinprobe mit anschließendem Abendessen und geselligem Beisammensein.

Am 20. Mai 2018 begann die eigentliche Jubiläumsveranstaltung mit einem Sektempfang und der Kranzniederlegung am Ehrenmal. Die erste Begrüßungsansprache hielt Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms. Danach wandte sich Adolf Kessel, MdB und Ortsvorsteher von Rheindürkheim, an die Gäste und gratulierte zum 50. Verschwisterungsgeburtstag. In seiner Rede betonte er den Wert einer solchen Verbindung und lobte die Aktivitäten der beiden Kameradschaften.

Weitere Festansprachen hielten Gérard Guillaume, Präsident der MK Metz und Mitglied im DMB sowie Gerhard Terwedow und Mitglied bei der FAMMAC. Beide brachten unter anderem zum Ausdruck, die Kameradschaft und das freundschaftliche Verhältnis auch in Zukunft zu pflegen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es zum geselligen Teil der Veranstaltung über, bis die Gäste gegen 18:00 Uhr zur Rückfahrt aufbrechen mussten. Allerdings nicht, ohne zuvor noch eine Einladung der MK Rheindürkheim nach Metz auszusprechen. Natürlich wurde die Einladung dankend angenommen.

Text und Foto: Jakob Beutel, Schriftführer MK Rheindürkheim

Die beiden Vorsitzenden aus Metz (rechts) und Rheindürkheim beim Überreichen der Urkunde.

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