headerbild Wir sind Weltbürger.

Fregattenkapitän referierte über neue Fregatte „Rheinland Pfalz“ und deren künftigen Einsatzbereich

Die Marine auch im Binnenland spürbarer machen, das war der Tenor des Abgeordnetentages in Kiel. Und so lautete das spannende Thema eines maritimen Vortragsabends in der Messe der Marinekameradschaft (MK) Lahnstein: „Gerüstet für die Zukunft – Fregatte 125“. Der Vorsitzende Hans-Georg Schwamb begrüßte dazu neben dem Referenten Fregattenkapitän Dr.-Ing Jan Jansen auch Vertreter des Innenministeriums aus dem Referat Streitkräfte sowie den Innenminister Roger Lewentz, auf dessen Initiative diese Veranstaltung stattfand. Auch Abordnungen der MKen Bad Ems und Koblenz und Vertreter des politischen Lebens waren der Einladung in die MK Messe gefolgt.

Jansen verstand es, die Zuhörer in einer verständlichen und anschaulichen Präsentation über den Bau und die künftige Verwendung der vier neuen je rund 900 Millionen Euro teuren Fregatten „Baden-Württemberg“, „Nordrhein-Westfalen“, „Sachsen-Anhalt“ und „Rheinland-Pfalz“ zu informieren. Neue, bisher so nicht gekannte Aufgaben und Einsatzanforderungen wie z. B. im Mittelmeer (Schleuser/Flüchtlinge) oder am Horn von Afrika (Piraterie) machen den Neubau dieser Schiffe erforderlich. Völlig neue Konzepte hinsichtlich Personal und Ausbildung, Antriebssysteme, Ausrüstung, Schiffs- und Waffentechnik und einer verlängerten Einsatzdauer auf See von bis zu zwei Jahren im Einsatzgebiet wurden entwickelt, um den komplexen Einsatzanforderungen weltweit gerecht zu werden. Dr. Jansen zeigte sich begeistert von den Manövriereigenschaften der neuen Fregatten: „Es sind tolle Schiffe und es macht Freude, sie zu fahren!“

Auch für das Zusammenleben der hochqualifizierten Schiffsbesatzung – eine Crew besteht aus 126 Leuten – die jeweils vier Monate an Bord bleiben, wurde einiges getan. Die Kammerbelegung wurde reduziert, die Arbeitsbereiche wurden nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet; es gibt drei Messen, Fitness- und Aufenthaltsräume sowie einen Sanitätsbereich, der einer Praxis an Land ähnelt, aber: „Es gibt keine Ordonanzen und auch keine Putzfrau an Bord, darum müssen wir uns selbst kümmern, auch ich“, so Dr. Jansen. Und weil die Mannschaft beim Crewwechsel ein- bzw. ausgeflogen wird und im Normalfall nicht mit dem Schiff in den Heimathafen zurückkehrt, werden am Stützpunkt Wilhelmshafen neue Unterkünfte, eine Sporthalle, Ausbildungsräume und eine Rettungsübungshalle gebaut.

Nun müssen die Schiffe nur noch endgültig ausgerüstet werden und ihre umfangreichen Einsatztests bestehen, bevor sie von den Werften an die Marine übergeben werden. Und dann muss das, was man sich in der Theorie alles ausgedacht hat, auch in der Praxis zufriedenstellend funktionieren.

Der Shantychor rundete die gut besuchte Veranstaltung am Ende mit dem „Gorch Fock Lied“ musikalisch ab; für den geselligen Teil des Abends bot die MK Brötchen mit Original Emder Matjes und kühle Getränke an.

Text und Foto: Wolfgang Jäger

Zurück zur Übersicht