headerbild Wir sind Weltbürger.

Funkspruch von U995

Jedes Jahr findet am ersten vollständigen Wochenende im Juni das Museum Ships Weekend der Funkamateure statt. Dabei werden weltweit Funkstationen auf historischen Schiffen und Booten wieder aktiviert oder zeitweise eingerichtet. Am vergangenen Wochenende nahmen insgesamt 108 Museumsschiffe auf der ganzen Welt den Funkbetrieb auf. Organisiert wird das Museum Ships Weekend vom Battleship USS NEW JERSEY, das seit 2001 als Museumsschiff am Delaware River in Camden, New Jersey, liegt. Als Vertreter von dort war dieses Jahr Roberto D’Imperio (N4XAT) mit in Laboe, um mit der „U995 friendship crew“ aus dem Originalfunkraum des U-Bootes U995 zu funken.

Für die „U995 friendship crew“ war es die 20. Teilnahme am Museum Ships Weekend. Neuheit in diesem Jahr war die fest am U-Boot installierte Funkantenne, die erstmalig getestet wurde. „Das klappte einwandfrei“, sagt Hans-Jürgen Kempe (DK9OS) von der „U995 friendship crew“. In den Jahren zuvor war immer eine Antennenanlage vor dem U-Boot aufgebaut worden. Das fällt nun weg. Die Originalfunkanlage in U995 funktioniert natürlich schon lange nicht mehr, die bringen die Funkamateure selber mit.

Dieses Jahr bestand die Funkercrew in Laboe aus acht Personen aus verschiedenen Marinekameradschaften (MK) und Nationen. Vertreten waren die MK Wesel durch Harald Joormann (DL5XI), MK Verden/Aller durch Hans-Jürgen Kempe (DK9OS) und Maren Lorenz ((DK9MOS) sowie Harry Jekel (DL6LV) und Jonny Worzeck (DL4HJ) von der Marinefunkerrunde e.V., außerdem William Cross (G0ELZ) und Robert Bunker (M0BZZ) von der Royal Naval Association, der Schwesterorganisation des Deutschen Marinebundes (DMB) aus Großbritannien sowie Roberto D’Imperio (N4XAT) aus den USA.

Im Rahmen des Wochenendes kamen in Laboe über 80 Funkverbindungen zustande – vornämlich nach Europa, darunter Dänemark, Niederlande, Polen, Italien, Frankreich, Belgien, Österreich, Schweiz. „Eigentlich wollten wir natürlich auch die USS NEW JERSEY erreichen“, sagt Kempe. „Das war aber leider nicht möglich, weil die Beschaffenheit der Ionosphäre (bzw. ihre Ausbreitungsbedingungen) es nicht zuließ.“

Nicht zuletzt dank des schönen Wetters waren am vergangenen Wochenende viele Besucher im Technischen Museum U995. „Viele kommen extra wegen des Museum Ships Weekend nach Laboe und schauen uns beim Funken über die Schulter“, sagt Kempe. „Dieses Mal hatten wir die Diplom-Sammler Waterkant zu Besuch, die gerade ihr Jahrestreffen in Schwentinental verbrachten.“ Im Verlauf des Wochenendes nahm diese Gruppe dann noch Funkkontakt mit der „U995 friendship crew“ auf.

Am Museum Ships Weekend nehmen neben den 108 Museumsschiffen viele Funkamateure teil. „Der Unterschied zwischen einem Funkamateur und einem Hobbyfunker ist, dass der Funkamateur eine Prüfung abgelegt hat und der Hobbyfunker nicht“, erklärt Kempe. Die Funkamateure versuchen nach Möglichkeit, an diesem Wochenende 15 Funkverbindungen mit teilnehmenden Schiffen herzustellen. Dann erhalten sie ein Zertifikat.

Text: Deutscher Marinebund e.V.
Fotos: Hans-Jürgen Kempe

Die erweiterte Funkercrew, die dieses Jahr mit in Laboe war.

Zurück zur Übersicht