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Gespenstische Stimmung auf dem Green Deck

„Geht es denn nun bald mal los?“ In der Stimme des Kommandanten schwingt leichte Ungeduld mit. Denn es soll eine Deckslandung mit einem „Sea King“ geübt werden. Allein durch die Größe des Hubschraubers gilt diese Übung immer wieder als Herausforderung.

Die Ubootunterstützungseinheit Tender MAIN befindet sich unter ihrem frisch zum Korvettenkapitän beförderten Kommandanten Christian Meyer in der westlichen Ostsee zur Ausbildung ihrer Besatzung. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Boot und Besatzung sind klar zum Helikopterbetrieb. Kurz darauf kommt die Meldung „Helo optisch!“. Der „Sea King“ des Marinefliegergeschwaders 5 aus Nordholz schwebt ein. „Green Deck“ wird befohlen, der Helikopter erhält Landeerlaubnis.

Der „King“ setzt auf und auf Befehl des Flight Deck Officers (FDO) gehen die Lascher vor und verzurren den Hubschrauber mittels Ketten auf dem Deck. Kaum sind die Soldaten wieder koordiniert weggetreten, kommt ein weiteres Signal aus dem Cockpit. Der FDO befiehlt sie wieder nach vorn, die Laschings werden entfernt und der Helo hebt wieder ab. Dieser Vorgang wiederholt sich noch etliche Male.

Der FDO, Oberbootsmann Steinhagen, frisch vom entsprechenden Lehrgang zurück, soll mit seinem Team praktische Erfahrung sammeln, während die Besatzung des Hubschraubers vorrangig das Lande- und Startverfahren auf dem schmalen Deck des Tenders übt. Im „normalen“ Dienstleben ist der Oberbootsmann der Schiffssicherungsmeister an Bord, heute koordiniert er konzentriert die Landemanöver. So verlaufen die verschiedenen Anflüge gut, beinahe entspannt im strahlenden Herbstsonnenschein und ruhiger See. Der Ablauf wird nur einmal unterbrochen, als der „Sea King“ betankt und ein Mann der Tenderbesatzung mittels Winde aufgenommen wird. Die Helikopterrundflüge ermöglichen einen guten Blick auf das Boot, den man als Besatzungsangehöriger nur selten genießen kann.

Nach kurzer Pause erfolgt der zweite Teil der Übung bei völliger Dunkelheit: Blaue Lichter tauchen das Flugdeck in ein gespenstisches Licht. Die roten Leuchtstäbe, die der FDO zum Einweisen des Hubschraubers nutzt, wirken wie die bekannten Lichtschwerter aus den Star Wars-Filmen. Bald darauf kommt der „King“ zurück. Bei Nacht dienen ihm allein die blauen Lichter des Decks sowie die Einweisungen des FDO als Anhaltspunkte zum Manövrieren und zur punktgenauen Landung auf dem Tender. Der „Sea King“ nähert sich, verharrt eine Weile neben dem Flugdeck des Bootes, schwebt zur Seite und setzt auf. Es hat ohne Probleme geklappt. So erfolgt es noch neun weitere Male an diesem Abend, zwischendurch wird getankt, werden die Laschings an Deck verzurrt und erneut weitere Besatzungsmitglieder zum Rundflug mitgenommen.

Am Ende sind alle zufrieden: Die Hubschraubercrew konnte ihre Fertigkeiten trainieren, die Tenderbesatzung, insbesondere das Flugdeckpersonal, konnte Kommunikation und Verfahren im Umgang mit Luftfahrzeugen üben.

Text und Fotos: Besatzung Tender „Main“, Presse- und Informationszentrum, Einsatzflottille 1, Außenstelle Eckernförde

Nur wenige Meter neben dem Boot schwebt der Helo langsam in Richtung Flugdeck.

Mittels Winde wird ein Mann der Besatzung vom Tender abgeborgen.

Der FDO kennzeichnet sich nachts nur durch seine roten Einweiserstäbe.

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