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„Glück auf“ – Zerbster Marinekameraden gingen unter Tage

Am Himmelfahrtstag fuhr eine Abordnung von 16 Zerbster Marinekameraden ins Siegerland. Die dortige Marinekameradschaft (MK) Siegen hatte zu einem Partnerschaftstreffen eingeladen. Bereits am Nachmittag begrüßten die Siegener die Freunde aus Zerbst in ihrem Bootshaus mit einem zünftigen Einlaufbier. Bei Steaks, Würstchen, Bier und Shantys verlief der Empfang in herzlicher, freundschaftlicher Atmosphäre.

Am nächsten Tag wurde direkt der erste Höhepunkt angesteuert. Ausgerüstet mit einer Schutzausrüstung, welche vor Nässe und späteren Kopfschmerzen schützte und einem kräftigen „Glück auf“ fuhren die Ausflügler mit der originalen Grubenbahn in das Besucherbergwerk „Grube Bindeweide“ in Steinebach/Sieg ein. Der Steiger Werner Becker übernahm nach einer Fahrt von 800 m die Führung. Die Besuchergruppe erlebte die Welt unter Tage, den Bergbau an seinen historischen Arbeitsorten und Vorführungen der Technik aus der Zeit Anfangs des 20. Jahrhunderts. In dieser Grube wurden Eisen und Mangan gefördert. Im Schein der Lampe des Steigers konnte man deutlich die Spuren von Schlägel und Eisen sehen. 30 cm betrug der tägliche Vortrieb. Auch das größte Bergwerksunglück in dieser Region mit 14 Toten aus dem Jahre 1872 blieb nicht unerwähnt. Nach fast zwei Stunden ging es wieder zurück ans Tageslicht. In den Besucherräumen wurde schließlich noch das schwere Arbeitsleben der Bergleute des 19. und 20. JH in einer Dokumentation dargestellt.

Im Anschluss besuchte die Gruppe die Grubenschmiede. Von einem der ältesten Handwerke erzählte der Schmied. Peter Schmidt von den Zerbstern zeigte den Freunden, wie man den Hammer auf das glühende Eisen schlägt, um ein Hufeisen zu schmieden. Unter der Anleitung des erfahrenen Schmieds nahm das Eisen Gestalt an und er konnte anschließend einen selbstgefertigten Glücksbringer sein Eigen nennen. Am Abend klang der Tag in gemütlicher Runde in der „Hammerhütte“ aus.

Auch der dritte Tag wurde bei herrlichem Wetter ein Highlight. Es ging ins „Forsthaus Hohenroth“ im Rothaargebirge. Dr. med. Frieder Kötz vom Verein Waldland Hohenroth erläuterte ein Experiment auf 640 m Höhe. Eichen, Ebereschen und Wildobst gedeihen dort in einem einzigartig angelegten Feldversuch. Im Waldinformationszentrum wird ein kleiner Beitrag für die Zukunftsaufgabe „Wachstumsveränderungen durch den Klimawandel“ geleistet.

Am Abschlussabend trafen sich alle um 22.00 Uhr mit dem Siegener Nachtwächter Balthasar vor der Weinstube und folgten ihm ins mittelalterliche Siegen, genauer ins Jahr 1576. Beginnend an der Nikolaikirche in der Oberstadt, gehüllt in einen grünen Umhang, mit Hellebarde und Laterne bewaffnet, gab es eine Nachtwächterführung der besonderen Art. Neben der Geschichte der Stadt und des Lebens der Menschen zu jener Zeit, verstand es Balthasar III., seine Zuhörer nicht nur in seinen Bann zu ziehen. Er machte die mittelalterliche Stadt und seine Altstadtgassen lebendig und bezog seine Begleiter in die Geschichten mit ein. So wurden aus den Gästen der Führung plötzlich Mitwirkende des Geschehens. Einer wurde als Hellebardenträger, einer als Armleuchter und andere als Waschweiber ins Programm mit einbezogen. Das war für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Text: Hans-Joachim Heinemann, Pressesprecher MK Zerbst

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