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Jubiläum: 10 Jahre NATO-Expertise in Kiel

Das NATO Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COE CSW) feiert am 15. November 2018 im Landeshaus Schleswig-Holstein sein 10-jähriges Jubiläum. In Anwesenheit ranghoher Vertreter aus Politik, Wissenschaft und NATO ehrt der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein die NATO-Denkfabrik mit einem Fahnenband – eine der höchsten Auszeichnungen, die eine Landesregierung vergibt. „Das Fahnenband bringt die Wertschätzung des Landes Schleswig-Holstein für die Soldaten aus zehn Nationen zum Ausdruck. Das NATO-Kompetenzzentrum ist lebendiger Teil des sozialen Gefüges und gestaltet das Leben in Schleswig-Holstein positiv mit“, sagt Daniel Günther (45).

Zehn Jahre „Antriebsmotor“ im NATO Transformationsprozess

Die Deutsche Marine besitzt besondere Fähigkeiten und fundierte Erfahrungen beim Einsatz in küstennahen Gewässern. Die Kieler Einsatzflottille 1 unter Führung von Flottillenadmiral Christian Bock (49) bündelt diese Kompetenzen. Das Kompetenzzentrum für die Operationsführung in Küstenmeeren teilt sich deshalb mit dem Flottillenstab ein Gebäude im Kieler Stützpunkt. Flottillenadmiral Bock ist zugleich der Direktor des COE CSW. Dieses ist quasi eine „Ideenschmiede“ der NATO. Sie entwickelt neue operative Ansätze, überprüft bestehende Konzepte und passt sie an. Die Küstenmeer-Experten arbeiten in einem internationalen Netzwerk von Streitkräften, Wissenschaft, Industrie und Forschung. Zusammen geben sie Impulse für Technologien und Systeme – beispielsweise für unbemannte Minenabwehrsysteme, U-Boot-Jagd im Flachwasser oder für den Schutz von Schiffen in Häfen. Das Kompetenzzentrum richtet zahlreiche internationale Konferenzen zur maritimen Sicherheit aus und hat sich damit ein hohes Ansehen erworben. Das COE CSW arbeitet dabei unter anderen zusammen mit der Münchener Sicherheitskonferenz zur Thematisierung der maritimen Sicherheit auf höchster nationaler und internationaler Ebene oder der World Maritime University in Malmö (Schweden) zur Verbesserung des zivil-militärischen Sicherheitsverständnisses.

Zunehmende Bedeutung der NATO-Denkfabrik

Flottillenadmiral Bock betont die zunehmende Relevanz des Think-Tanks: „Das Küstenvorfeld ist sehr wichtig, weil die Mehrheit der Menschen an den Küsten und von den Küstenmeeren lebt. Wir erwarten künftige Einsatzszenerien und Konflikte daher schwerpunktmäßig im sogenannten „Brennpunkt Küstennähe“. Unser COE CSW hat sich in dieser Thematik einen guten Ruf erarbeitet, darauf bin ich besonders stolz. Für das nächste Jahrzehnt haben wir uns zum Ziel gesetzt, neue Herausforderungen anzunehmen, Ideen zu entwickeln, ausgetretene Pfade zu verlassen und ständig an uns und der Weiterentwicklung der NATO und damit auch der Deutschen Marine zu arbeiten. Wir haben uns in den zurückliegenden Jahren immer wieder flexibel an neue sicherheitsrelevante Entwicklungen angepaßt, sind dabei aber unseren Grundidealen als Serviceleister und Denkfabrik der NATO stets treu geblieben. Ich freue mich nun auf die Herausforderungen der kommenden Dekade.“

Bündnissweit 25 Kompetenzzentren, nur drei maritim geprägt

Bündnisweit gibt es 25 derartige NATO-Kompetenzzentren, drei davon befassen sich mit maritimen Fragen. Im COE CSW in Kiel arbeiten 42 Soldatinnen und Soldaten und Angestellte aus zehn Nationen, darunter Offiziere aus Italien, Polen, den Niederlanden, Dänemark, Türkei, Griechenland, Finnland, Litauen und den USA. Weitere Staaten (z.B. Estland) streben eine baldige Mitgliedschaft an.

Hintergründe zur Fahnenbandverleihung

Ein Fahnenband oder auch Gedenkbanderole ist ein geschmücktes, meist mit einem Schriftzug besticktes Band, das an einer Fahne getragen wird. Fahnenbänder werden in vielen Armeen als besondere Ehrung vergeben und sind in Deutschland die höchste Auszeichnung, mit der eine Regierung einen militärischen Verband ehren kann. Heute stehen sie besonders als Zeichen der engen Beziehung zwischen einem Bundesland und den dort stationierten Truppen. Bei Paraden, zu denen die Truppenfahne geführt wird, ist es eine besondere Ehre, die dem Verband erwiesene Auszeichnung an der Fahne „öffentlich“ machen zu können.

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine

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