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Kiel Conference – Kooperation beendet

Das NATO Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COE CSW) und das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) haben ihre Zusammenarbeit bezüglich der Kiel Conference beendet.

Die beiden in Kiel ansässigen Einrichtungen haben im Jahr 2014 das Format dieser internationalen maritimen Sicherheitskonferenz zusammen entwickelt und in einem Konzept vertraglich gefasst. Für die jährliche Durchführung wurde jeweils eine gesonderte Vereinbarung geschlossen.

Die in die Kieler Woche eingebettete Kiel Conference verfolgte das Ziel, aktuelle sowie sich entwickelnde sicherheitspolitische Herausforderungen anhand einer bestimmten Region näher zu betrachten und daraus Folgerungen für die maritime Sicherheit abzuleiten. 2015 lag der Schwerpunkt auf dem Ostseeraum, 2016 wurde der Arktis gewidmet, und in diesem Jahr sollte der Nahe und Mittlere Osten in den Blick genommen werden.

Die bewusst auf maximal 100 Teilnehmer limitierte Zahl international renommierter Experten aus Wissenschaft, Politik, der maritimen Wirtschaft, sowie den Streitkräften war einem offenen Diskurs über sicherheitspolitische Entwicklungen und deren Bewertung offenbar in besonderer Weise förderlich. Tatsächlich hat das einmalige Konzept hinter der Kiel Conference schon nach der ersten Durchführung zu einer beachtlichen internationalen Resonanz geführt.

Ungeachtet dessen haben jedoch unterschiedliche Auffassungen bei der inhaltlichen Ausrichtung der Konferenz und deren Organisation nunmehr zur Beendigung der bereits fortgeschrittenen Planungen für die Kiel Conference 2017 geführt, und damit einhergehend auch der gesamten Kooperation.

Der Director COE CSW, Flottillenadmiral Jan C. Kaack (54), bedauert diese Entwicklung: „Leider mussten wir feststellen, dass unsere Auffassungen und Interessen letztlich nicht in hinreichendem Maße in Einklang zu bringen waren.“ Ungeachtet dessen richtet Admiral Kaack den Blick bereits zuversichtlich in die Zukunft: „Das Centre of Excellence wird die bei den beiden Einrichtungen gleichberechtigt liegenden Marken- und Urheberrechte der Kiel Conference respektieren. Als Denkfabrik der NATO bleibt die Thematik der maritimen Sicherheit gleichwohl weiterhin im Fokus des COE CSW, allerdings in einem anderen Format und mit anderen Partnern.”

Hintergründe zum COE CSW:
Das Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters („Kompetenzzentrum für maritime Operationen in Küstenmeeren und Flachwassergebieten“) ist quasi eine militärische „Ideenschmiede“, in der neue Lösungsansätze zu maritimen Operationen und Bedrohungspotenzialen entwickelt werden. Ziel ist es, neue operative Ansätze zu entwickeln, bestehende
Konzepte schnell und flexibel anzupassen und in einem Netzwerk mit Forschung und Industrie Impulse für die Entwicklung neuer Techniken und Systeme zu geben. Die Deutsche Marine besitzt lange und umfängliche operative Erfahrungen in küstennahen Gewässern. Viele dieser Kompetenzen liegen hierfür speziell bei der in Kiel beheimateten Einsatzflottille 1.

Bündnisweit gibt es nur 24 derartige Kompetenzzentren, lediglich drei davon befassen sich mit maritimen Fragen. Im COE CSW in Kiel arbeiten 38 Soldaten und Soldatinnen und Angestellte, darunter acht ausländische Offiziere aus Italien, Polen, den Niederlanden, Dänemark, Türkei, Griechenland und Finnland. Weitere NATO-Mitglieder streben eine Mitgliedschaft an.

Text, Grafik, Foto: COE CSW

Flottillenadmiral Kaack bei der KiCo 2015.
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