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Klar Schiff im Bonner Piepmatz-Revier

Vor zwei Jahren wurden auf dem Gelände der Marinekameradschaft (MK) Eisbrecher Stettin drei Nistkästen für Meisen von Klaus Deckert (ehem. Vorsitzender der Bonner Waldfreunde) aufgehängt. Um zur damit verbundenen Arbeit auch Freude und ein gewisses Grundwissen zu vermitteln, erfolgte vor kurzem neben der Nistkästen-Reinigung eine theoretische Einweisung.

„Der Verein der Waldfreunde hat 183 Nistkästen im Hardtbergwald und oberen Bereich des Derletals aufgehängt. Einmal im Jahr werden die Nistkästen und Nisthöhlen gereinigt und repariert. Ergänzend wurden 14 Futterstellen für die Vögel eingerichtet, die regelmäßig gepflegt und befüllt werden. Im Bereich des Hardtbergwaldes leben ca. 17 verschiedene Singvogelarten. Von den 183 Nistkästen waren einige mehrfach genutzt.

Damit die Vögel im darauf folgenden Jahr wieder einen sauberen Brutplatz und im Winter annehmbare Übernachtungsmöglichkeiten vorfinden, sollten im Spätherbst – nach der Brut – regelmäßig die Nistkästen gereinigt werden. Das alte Nest und Parasiten (Vogelflöhe, Milben, Zecken usw.) sind zu entfernen. Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden! Handschuhe und Mundschutz sind sinnvoll.

Vor der Reinigung (wie bei jedem Hausbesuch) anklopfen, um Logiergästen die Möglichkeit zu geben, den Schlafplatz zu verlassen. Spatzen, Meisen, Kleibern und Zaunkönigen dienen die Nistkästen als Unterschlupf in kalten Nächten. Andere Kleintiere wie Hasel- oder Waldmaus, Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen ziehen ebenfalls dort ein. Am besten eignen sich alte Bäume zum Anbringen von Nistkästen. Rostfreie Aluminiumnägel benutzen, damit Schäden am Baum vermieden werden!

Freien Anflug lieben fast alle Vögel, deshalb sollten die Nistkästen nicht in Dickichten oder in dicht verzweigten Bäumen angebracht werden. Die Kästen kann man in einer Höhe von mindestens zwei bis drei Metern und geschützt vor Katzen und Mardern anbringen. Das Flugloch nach Osten (Sonnenaufgang/frühe Wärme) ausrichten. Eine Ausrichtung nach Westen (Wetterseite) oder Süden (Sonnenseite/zu warm) ist nicht empfehlenswert. Die Nistkästen nicht nach hinten, sondern nach vorne geneigt aufhängen, um das Eindringen von Regen zu vermeiden.“

Mit Leiter, Spachtel, Zange und Reinigungsmittel ging es nach der Theorie zum praktischen Teil der Vorführung. Von den drei Nistkästen auf dem Gelände der MK war ein Kasten unbewohnt, in einem Kasten hatte sich die Haselmaus einquartiert und der dritte Nistkasten war zweifach belegt. Zuerst hatte eine Blaumeise ihr Nest gebaut und danach hatte die Kohlmeise ihren Nistplatz darüber eingerichtet. Zum Putztermin hatte sich bereits eine Kohlmeise zum Schlafen in den Kasten zurückgezogen. So erlebten die Teilnehmer der MK live, welche verschiedene Situationen es beim Reinigen gibt.

Text: Klaus Deckert/Ramona Bittger
Fotos: Albert Meisen

...die anderen schauen zu.

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