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Marinekameradschaft Hildesheim besichtigt Hindenburgschleuse

Die Hindenburgschleuse in Anderten kannten viele Mitglieder der Marinekameradschaft (MK) Hildesheim bereits aufgrund diverser Durchfahrten von der Wasserseite. Nun ergab sich die Gelegenheit, den Schleusenbau, die Technik und die Steuerung einmal von der Land- und Bedienerseite aus zu besichtigen.

Die 1928 in Dienst gestellte, damals größte Schleuse Europas, beeindruckte schon durch das vor dem Bau erstellte Modell. Die Besucher konnten die neue Bolzumer Schleuse ebenfalls im Modell besichtigen. Auf einigen alten Fotos war die gewaltige Baustelle abgebildet, die erahnen lässt, welche Massen an Erde in der vierjährigen Bauzeit bewegt werden mussten.

Während der rund zweieinhalbstündigen Führung bot sich die seltene Möglichkeit, auch die über fünf Stockwerke reichenden unterirdischen Sparbecken aus Beton zu bestaunen. Diese ermöglichen, zwei Drittel der Wassermenge eines Schleusengangs zu speichern und beim Schleusen in das Oberwasser wiedereinzuleiten. Der Ein- und Auslauf erfolgt dabei über riesige Ventile. Begeistert waren die Besucher von der in großen Teilen noch im Original aus der Bauzeit befindlichen Technik, die nach wie vor einwandfrei funktioniert. Etwas kurios mutete die einfache Handkurbel an, mit der eine manuelle Schleusung mit Muskelkraft vorgenommen werden konnte.

Unterstützt durch diverse Videokameras und Computer überwinden die den Mittellandkanal befahrenden Schiffe und Boote innerhalb von 20 Minuten einen Höhenunterschied von fast 15 Metern. Dabei werden in einer Schleusenkammer rund 40.000 Kubikmeter Wasser bewegt. Von der Brücke über den Schleusenbecken steuern zwei Mitarbeiter nicht nur die Hindenburgschleuse, sondern auch die Bolzumer und die Lindener Schleuse. Ein etwas entfernt liegender Neubau wird nach seiner Fertigstellung zusätzlich noch die Fernsteuerung zweier weiterer Schleusen beherbergen.

Zufällig wurde während der Besichtigung der Zentrale ein Schiff vom Mittellandkanal in den Stichkanal nach Hildesheim geschleust. So konnten die ehemaligen Seefahrer auch den Betrieb ihrer „Heimatschleuse“ aus der Entfernung beobachten. Alle waren sich einig, dass die Besichtigung ein lohnender Ausflug war.

Text und Fotos: Peter Schwitalla

Die Schiffe überwinden einen Höhenunterschied von fast 15 Metern.

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