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Maritime Wirtschaft: Stimmung deutlich verbessert

Die Stimmung der Unternehmen in der maritimen Wirtschaft hat sich deutlich aufgehellt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Nord, des Zusammenschlusses der zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern, im Herbst 2017. Vor allem die Werften und die Betriebe der Hafenwirtschaft zeigen wesentlich mehr Zuversicht als noch im Frühjahr. In der Schifffahrt stabilisiert sich nach und nach die Lage für die Reeder.

Im Schiffbau legt der Geschäftsklimaindex um 46 auf knapp 151 Punkte zu. Dr. Wolfgang Blank, Vorsitzender der IHK Nord, sagte: „Vor allem der Boom im Kreuzfahrtsektor trägt zu der positiven Stimmung im deutschen Spezialschiffbau bei.“ Zudem sei die Zahl der Beschäftigten bei den Werften hierzulande weiterhin konstant. „Wir schauen aber auch mit Sorge nach China.“ Dort werde mit der Strategie „Made in China 2025“ das politische Ziel verfolgt, die Werftindustrie neu auszurichten. „Peking will weg vom Massengeschäft Containerfrachter und stärker in den Hightech-Spezialschiffbau einsteigen. Dieser Trend wird die deutschen Betriebe in Zukunft vor neue Aufgaben stellen“, erklärte Dr. Blank. Risiken sehen die Werften vor allem in Bezug auf den drohenden Fachkräftemangel.

Auch die Hafenwirtschaft blickt wieder optimistischer nach vorne. Der Index klettert auf 126,3 Punkte – ein Plus von rund 35 Punkten. „Im ersten Halbjahr 2017 legte der Umschlag der deutschen Seehäfen um 1,5 Prozent auf 150,1 Mio. Tonnen zu. Außerdem spüren die Hafenbetriebe den konjunkturellen Rückenwind hierzulande“, so der IHK Nord-Vorsitzende. Der starke Wettbewerb verbunden mit Verlusten von Marktanteilen gegenüber den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen bleibe aber eine Herausforderung für die Wirtschaft an der deutschen Küste. Die Ursachen liegen sowohl in der Neustrukturierung von Allianzen in der Containerschifffahrt als auch in standortpolitischen Problemen. Die IHK Nord fordert deshalb ein Planungsbeschleunigungsgesetz für die Verkehrsinfrastruktur. „Wir hoffen weiter auf einen raschen Ausbau der Fahrrinnen an Elbe, Weser und Ems. Die Hafenwirtschaft braucht hier schnell Klarheit“, betonte Dr. Blank.

Weitgehend stabil sind die Aussichten bei den Reedern: Das Stimmungsbarometer sinkt nur leicht von 113,9 auf 112,4 Punkte. „Wir hoffen, dass die schlimmsten Zeiten hinter uns liegen und die Branche nach und nach wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangt“, so Dr. Blank. In den letzten Jahren schrumpfte die deutsche Handelsflotte um rund tausend auf 2.720 Schiffe. Ursache dafür war die seit 2008 anhaltende Krise mit Überkapazitäten bei der Tonnage und Problemen bei der Finanzierung von Schiffen. Mit Sorge sehen die Reeder u.a. die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.

Quelle: IHK Nord, www.ihk-nord.de

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