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Minentaucher: 30 km über Land und Wasser

Im Mai ändern sich nicht nur das Wetter und viele Gesetze, auch endet für fünf Anwärter in diesem Monat der erste große Abschnitt auf ihrem Weg zum Minentaucher. Mit einem Geländelauf von ca. 20 km, mit diversen sportlichen Unterbrechungen und einem Freiwasserschwimmen von rund 10 km, stellt der sogenannte „Abschlusslauf“ ein Höchstmaß an körperlicher Leistungs- und Leidensfähigkeit dar. Wieder zurück im Marinestützpunkt Eckernförde erreichen sie das „symbolische Ende“ der Freiwasserphase Minentaucher, zu der sie im Januar 2018 als erster Lehrgang des neuen Jahres noch mit elf Anwärtern gestartet waren.

Nachdem sich Petrus am ersten Mai mit Regen, Gewitter und Sturmböen eher von seiner unversöhnlichen Seite zeigte, ist das Wetter am Abschlusslauftag maitypisch. Doch die angehenden Minentaucher haben gerade sowieso andere Dinge im Kopf und vor sich. Es liegt eine knapp zwölfstündige körperliche Höchstleistung vor ihnen. Nach dem Wecken durch die Ausbilder bleibt den Marinesoldaten nur wenig Zeit, um ihre Rucksäcke mit der Tauchausrüstung zu packen. Ein sieben Millimeter dicker Neoprenanzug, Gewichtsgürtel, Flossen und ausreichend Getränke gehören zur nötigen Ausrüstung.

Um nicht mit kalten Muskeln den Körper gleich zu Beginn außer Gefecht zu setzen, werden zunächst einige sportliche Übungen, wie z.B. Liegestütze, Sit-Ups und Strecksprünge absolviert. Dann schultern die Marinesoldaten ihre ca. 20 Kilogramm schweren Rucksäcke und starten ihren Lauf. Gegen Mittag haben sie das erste Zwischenziel, den Standortübungsplatz „Ludwigsburg“, erreicht. Nach einer weiteren Sporteinlage haben die Fünf eine Pause, um zu verschnaufen und zu essen.

Weiter geht es in die neun Grad Celsius kalte Ostsee. Also rasch den Neoprenanzug angezogen und im Laufschritt ab zum Strand. Leider präsentiert sich das gute Wetter dennoch als Spielverderber, zwar mit Sonne, jedoch mit Gegenwind müssen die angehenden Minentaucher die 10 km schwimmen.

Gegen die Strömung kämpfen

„Der Wellengang war in unserem Sinne, der Wind und Strömung eher weniger“, so Sven S. Zwischen den Wellen erkennen die Lehrgangsteilnehmer ihr Begleitboot, welches während der ganzen Strecke, bis zum Erreichen des Zieles, als Sicherheitsbegleitung neben ihnen bleibt. Kurz vor dem Ziel, nach einer letzten Kontrolle der Ausrüstung und einer Einweisung durch die Ausbilder, werden nun die Flossen angezogen, sich mit einer Sicherheitsleine untereinander verbunden und dann in Rückenlage, nur mit Beinkraft, Richtung Ziel, dem Kranzfelder Marinehafen entgegen geschwommen.

Nach etwas über zehn Stunden auf den Beinen und im Wasser können die Schwimmer das Ziel bereits erkennen. Zur Begrüßung werden Leuchtraketen in den Himmel abgeschossen. Als Empfangskomitee warten dort bereits Vertreter des Seebataillons. Nach Betreten Strandes erfolgt eine Meldung des Hörsaaldienstes an den Ausbildungsleiter und den stellvertretenden Kommandeur des Seebataillons, Fregattenkapitän Sebastian Uhle. Die erschöpften, aber überglücklichen Absolventen erhalten die Glückwünsche ihrer Kameraden, die die Fünf jetzt offiziell im Kreise der Minentaucher willkommen heißen. Alles Soldaten die, aus ihrer eigenen Erfahrung, diese immense Leistung kennen und entsprechend honorieren.

Auch wenn die angehenden Minentaucher ihr erklärtes Ziel, den Sägefisch der Minentaucher heute noch nicht erreicht haben, ist der Ausbildungsleiter des Minentauchergrundlehrganges, Oberleutnant zur See Ivo F. zuversichtlich: „Es fehlen den Kameraden, je nach Laufbahn, noch unterschiedliche Ausbildungen oder Lehrgänge z.B. in der Kampfmittelerkundung oder dem Sprengen, aber wer es bis hierhin schafft, der schafft es auch bis zum Ende.“

„Die wartenden Kameraden, das Feuerwerk, die Boote und der Hafen beim Blick über die Schulter haben uns auf den letzten Metern geholfen, durchzuhalten. Da vergisst man auch die Krämpfe in den Beinen“, so Sven K. „Jetzt freue ich mich auf ein warmes Bad und ein gutes Essen“, sagt der angehende Minentaucher zum Abschluss. „Das heute war eine neue Erfahrung und der härteste Tag in meinem Leben.“

Text: SB Thomas Lerdo
Fotos: SB Wilke/PIZ Marine

Schwimmen.

Geschafft.

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