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Nach Raketen-Unfall: Fregatten eingeschränkt einsatzfähig

Die deutsche Marine hat auf den schweren Zwischenfall mit der Fregatte „Sachsen“ reagiert. Nach dem missglückten Start eines Flugkörpers des Typs SM2 dürfen die Fregatten der Klasse 124 ihre Startsysteme für diese Lenkwaffen bis auf weiteres nicht mehr einsetzen. Wie ein Sprecher des Marinekommandos in Rostock bestätigte, gilt diese Maßnahme bis zur Klärung der Unglücksursache.

Bei einem Flugkörperschießen vor der norwegischen Küste hat es am 21. Juni beim Start eine Fehlfunktion mit einem dieser Flugkörper gegeben. Die Rakete geriet bei der Zündung in ihrem Startschaft in Brand. Dabei bildete sich ein gewaltiger Feuerball direkt vor der Kommandobrücke der Fregatte „Sachsen“.  Aufbau und Startsystem der Fregatte wurden schwer beschädigt und zwei Soldaten leicht verletzt.

Die Fregatte „Sachsen“ brach das Manöver ab und kehrte in Begleitung der Fregatte „Lübeck“ vergangene Woche nach Wilhelmshaven zurück. Nach der ersten Schadensaufnahme geht die Marine von einem  längeren Ausfall des Schiffes aus, da es derzeit auch kaum Werftkapazitäten für die Instandsetzung gibt.  Das Startsystem des Flugkörpers mit den insgesamt 32 Zellen muss komplett erneuert werden. Der Schaden geht nach ersten Befundungen in die Millionen.

Da das Startsystem vom Typ Mk41 die Hauptbewaffnung der drei Fregatten der Klasse 124 ist, trifft diese Havarie die Einsatzfähigkeit der Schiffe besonders schwer. Die Fregatte „Hessen“ ist derzeit  in einem Einsatz unter Führung der 6. US Flotte im Mittelmeer. Die Fahrt wird das Schiff aber auch mit dem stillgelegten Waffensystem fortsetzen. Die Fregatte „Hamburg“  liegt zusammen mit ihrer beschädigten Schwester „Sachsen“ gegenwärtig  in Wilhelmshaven.

Die ebenfalls mit dem Startsystem Mk41 ausgerüsteten Fregatten der Klasse 123 sind weiter voll einsatzbereit. „Die Untersuchungen betreffen nur das Startsystem Mk41 zusammen mit dem Flugkörper SM2“, sagte ein Marinesprecher auf Nachfrage. Die Fregatten der Klasse 123 nutzen in ihrem Starter andere Flugkörper.

Text: Frank Behling, Kieler Nachrichten
Foto: Bundeswehr/PIZ Marine

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