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NATO auf See – Tender „Rhein“ führt Minenabwehrverband der Allianz

Heute, am 20. Juni 2018 um 10 Uhr, wird der Tender „Rhein“ seinen Heimathafen Kiel verlassen. Das zum Unterstützungsgeschwader gehörende Schiff führt in den kommenden sechs Monaten als Flaggschiff den Ständigen NATO-Minenabwehrverband im Mittelmeer (Standing NATO Mine Countermeasures Group Two – SNMCMG2) und im Schwarzen Meer.

Der Tender unter dem Kommando von Korvettenkapitän Stefan Meier-Neuhold (33) wird als Führungsplattform für den Kommandeur des NATO-Marineverbands eingesetzt, Fregattenkapitän Frank Maginsky (48). „Wir sind die NATO auf See“, erklärt Maginsky. „Wie die Soldaten im Baltikum zählen wir zu den Eingreifkräften. Wir stehen für maritime Sicherheit, für freie Seewege, für die Zusammenarbeit der Allianz auf den Meeren.“

Am 6. Juli 2018 wird Fregattenkapitän Maginsky im Hafen von Souda (Kreta, Griechenland) das Kommando über die SNMCMG2 formell von Großbritannien übernehmen. Dem Verband werden rotierend Minenabwehreinheiten aus verschiedenen NATO-Mitgliedsländern angehören. In den darauffolgenden Monaten steht unter anderem die Teilnahme am NATO-Manöver „DYNAMIC MOVE“ an.

„Ich messe den NATO-Marineverbänden eine immense Bedeutung bei. Werfen wir einen Blick auf das Mittelmeer: Darüber sind drei Kontinente verbunden. Mit der Meerenge von Gibraltar auf der westlichen und dem Suez-Kanal sowie dem Ausgang zum Schwarzen Meer auf der östlichen Seite spielt es eine Schlüsselrolle im weltweiten Seeverkehr. Wir haben ein Interesse daran, dass die Seewege auf diesem Meer frei und sicher sind. Dafür stehen wir als NATO-Verband ein“, sagt Maginsky.

Hintergrundinformation

Die NATO unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedsstaaten mit Schiffen und Booten besetzt werden und gemeinsam mit Luft- und Landstreitkräften sowie Spezialeinheiten die 2002 aufgestellten NATO-Eingreifkräfte NATO RESPONSE FORCE bilden.

Die Einheiten in diesen Verbänden haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach entsprechenden NATO und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung. Sie unterstehen dem Oberbefehl des NATO-Befehlshabers in Europa (Supreme Allied Commander Europe, SACEUR). Die NATO RESPONSE FORCE wurde auf Beschluss der Mitgliedsstaaten 2014 um eine als „Speerspitze“ bekannte VERY HIGH READINESS JOINT TASK FORCE erweitert, zu der auch die maritimen Einsatzgruppen zählen.

Die Zusammenziehung zu einer NATO RESPONSE FORCE dient außerdem der gemeinsamen Ausbildung und Qualifizierung, weshalb die Verbände regelmäßig an Manövern unter NATO-Führung oder auf Einladung einzelner Mitgliedsstaaten teilnehmen. Die SNMCMG 2 operiert ganzjährig überwiegend im Mittelmeer und angrenzenden Seegebieten. Der Verband hat den Auftrag, im Mittelmeer in Einsatzbereitschaft zu stehen und dabei alle Aspekte der Minenkampfführung zu trainieren. Sie demonstrieren die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der Allianz und vertiefen durch Hafenbesuche und Austauschprogramme die Kooperation mit Partnerstaaten.

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine

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