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Segeltörn mit der „Roald Amundsen“

Vor kurzem ging es mit dem PKW in Richtung Ostsee. In Wismar angekommen, hieß es erst einmal: das Schiff suchen. Die Spannung stieg stetig! Allerdings waren Norbert Siedentop und seine Lebensgefährtin um 9:00 Uhr viel zu früh da. An Bord sollte es offiziell erst ab 12:00 Uhr gehen.

Nachdem sie die schöne „Roald Amundsen“ gesichtet und einen Parkplatz in der Nähe gefunden hatten, gingen sie zum Schiff (eine Brigg) und fragten vorsichtig, ob sie den Seesack schon an Bord bringen dürften. Aber klar, hieß es – und damit wurden sie sehr herzlich von Steffi und den anderen Besatzungsmitgliedern begrüßt und durften sogar gleich das Schiff besichtigen. So konnte sich Norbert Siedentop auch gleich eine Koje aussuchen und seinen Seesack deponieren. Seine Koje war in einem Raum mit vier Kojen, die anderen drei wurden später von Christian, Bärbel und Bettina belegt und alle fühlten sich wohl.

Nachdem sie so liebevoll empfangen worden waren, fuhren Norbert Siedentop und seine Lebensgefährtin Ute in die Stadt und sahen sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt Wismar an.

Gegen 13:00 Uhr verabschiedete sich Siedentop wie ein Seemann und ging an Bord. Die Begrüßung der Anwesenden war toll. Es waren sogar Seglerinnen und Segler dabei, die letztes Jahr mit Siedentop auf der Greif gefahren waren.

Am Nachmittag, nachdem alle ihre Sicherheitsgurte und die Sicherheitsbelehrung vom Kapitän Rainer und dem ersten Steuermann Michael erhalten hatten, durften oder sollten die, die es sich zutrauten, in die Rahen. Es waren viele, die mit hochkamen und die Segel bedienen konnten. Die Besatzung wurde in drei Gruppen eingeteilt, Siedentop war der Gruppe 0 bis 4 Uhr zugeteilt worden.

Gegen Abend fuhr die „Roald Amundsen“ in die Wismarer Bucht und lag dort in der ersten Nacht vor Anker. In der Nacht war Siedentop freiwillig von 0 bis 4 Uhr draußen, eine wunderschöne Nachtwache. Am Morgen wurden mit einem „All-Hands“ der Anker gelichtet und die Segel gesetzt. Mit wenig Wind aus West-Süd-West begann der erste Segeltag. Es war ein ruhiger Tag, der am Nachmittag die Sonne durchkommen ließ. Die Crew segelte vor der deutschen Küste entlang Kurs Nordost, 45°.

Während der Freiwache wurden der Mannschaft viele wichtige Dinge über Schiff, Leinen, Fachausdrücke (Brassen usw.), Knoten, Spleißen, Sicherheit und vieles mehr beigebracht. Während des Törns hat die Crew sogar unter voller Besegelung Mann über Bord Manöver geübt. Mit vollem Erfolg.

Die Verpflegung war während des gesamten Törns sehr gut. Am ersten Tag gab es mittags Wurstgulasch mit Reis und nachmittags Biskuitrolle mit Pflaumenmus oder Marmelade gefüllt und dazu Kaffee oder Tee. Es wurden jeden Tag frische Brötchen, Brot, Kuchen und ein tolles Mittagessen zubereitet.

Die Fahrt ging in Richtung der Insel Møn (Dänemark), wo die Crew die Kreidefelsen sehen konnte. Danach weiter in Richtung Gedser (Landspitze). Von dort ging es leider wieder in Richtung Heimat. Unterwegs wurden erfolgreich Halsen und Wenden geübt.

Am Donnerstag, dem Seemannssonntag, ging das Schiff gegen Abend vor Anker und es gab das legendäre Kapitänsdinner. Der 3. Steuermann (ein Pastor) und einige Freiwillige, unter ihnen Siedentop, hatten über Stunden das Dinner vorbereitet. Es gab als Vorspeise Bruschetta und Gurkencremesuppe, dann das klassische Seemannsgericht Labskaus mit Spiegeleiern, dazu wurde frischer Salat gereicht. Als Nachspeise gab es Mousse au Chocolat und einen wohlschmeckenden Käsekuchen. Anschließend gab es Ankerbier. Der Kapitän und einige Besatzungsmitglieder gaben mit Gesang und Gitarre Shantys, Volkslieder usw. zum Besten. Die gesamte Mannschaft sang mit.

Nach der Nacht vor Anker wurde am Freitagvormittag wieder in Wismar festgemacht. Dort war gerade das Hafenfest angelaufen und es war richtig was los. Im Hafen lagen die „Mir“, die „Fridjof Nansen“ und weitere Segel- und Motorschiffe. Die Crew der „Roald Amundsen“ hatte noch eine Nacht im Hafen vor sich, ehe der Törn mit den vielen neuen Eindrücken leider endete.

Am Samstag gegen 9:30 Uhr war dann auch Norbert Siedentops Zeit um, und er wurde wieder abgeholt – in der Hoffnung: Nächstes Jahr wieder, dann aber 14 Tage.

Was sagte Gorch Fock sinngemäß: Man kann sein Leben nicht verlängern und nicht verbreitern, aber vertiefen!

Text und Fotos: Norbert Siedentop

Einige Eindrücke vom Törn

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