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SOS – Hilferuf der KLEINE BAYERN

„Die kleine BAYERN wird abgetakelt“ – Diesen Hilferuf des SOS-Kinderdorfs in Dießen am Ammersee druckte der Starnberger Merkur im Lokalteil Ammersee am 19. Oktober ab. Um was ging es? Zum zehnjährigen Bestehen der Patenschaft für das SOS-Kinderdorf durch die Besatzung der Fregatte BAYER“ hatten die Soldaten ein solides Holzschiff für den Spielplatz im Kinderdorf gestiftet, das natürlich am Bug an Backbord- und Steuerbordseite das Wappen der Fregatte führte. Die KLEINE BAYERN ist nun in die Jahre gekommen und der Germanische Lloyd, nein Verzeihung, der süddeutsche TÜV hat eklatante Mängel festgestellt und dem Holzschiff die Betriebserlaubnis entzogen.

Diesen Hilferuf entdeckte Bernhard Schülein, Freundeskreis Fregatte Bayern und U-Bootkameradschaft (UK) München, und sandte ihn an Jürgen Weber (UK München), Sepp Motl (Marinekameradschaft München) sowie MdL a.D. Rudolf Peterke (Freundeskreis Fregatte Bayern). Schnell waren sich alle einig, das SOS aus dem SOS-Kinderdorf nicht unerwidert zu lassen. Den Anfang der Rettungsaktion machten die Ubootfahrer auf ihrem Regionaltreffen Süddeutschland Anfang November in der Allgäuer U-Bootfahrermetropole Apfeltrang. An diesem Treffen nahmen sowohl DMB-Präsident Heinz Maurus, gebürtiger Allgäuer, und VDU-Präsident Michael Setzer teil. Es wurden maritime Bücher und andere U-Bootdevotionalien aus dem Nachlass eines verstorbenen U-Bootfahrers verkauft und bereitwillig Spenden für den Holzschiff-Neubau entgegengenommen. Das war Teil 1 der Hilfsaktion, für die allen Einzahlern ein herzlicher Dank gebührt.

Teil 2 folgte am 23. November: Die Bavaria Fiction GmbH hatte Jürgen Weber für seine bayerischen Marinefreunde kostenlos das Kino auf dem Gelände der Filmstadt in Geiselgasteig überlassen. Nach der Begrüßung durch Moritz Polter, dem Produzenten der Serie DAS BOOT, dankte Jürgen Weber für die kostenlose Überlassung des Kinos und bat statt dessen die anwesenden Gäste der UK München, der Marinekameradschaften München und Simbach sowie anderer befreundeter Verbände um eine mehr oder weniger freiwillige Spende in Höhe von mindestens 5 Euro pro Person für die Rettung des Holzschiffs im Kinderdorf. Danach durfte man wenige Stunden vor der Erstausstrahlung die ersten beiden Folgen der Sky-Serie DAS BOOT sehen. Es war ein Genuss in diesem komfortablen Kino. Ganz herzlich sei allen Spendern gedankt – besonders aber der Bavaria, die das Kino noch einmal im Dezember – wiederum kostenlos – zur Verfügung stellte.

Doch davor fand am 1. Dezember noch die gemeinsame Weihnachtsfeier der MK und UK München im Hofbräuhaus statt. Im bekanntesten Wirtshaus der Welt folgten die anwesenden Gäste gerne dem Spendenaufruf der beiden Vorsitzenden und waren nicht kleinlich beim Einzahlen in die Schatzkiste, die Dieter Siekmann von der MK München gebastelt hatte. Allen Spendern sei herzlich gedankt, besonders demjenigen, der beim Versenken eines 50 Euro Scheins in die Schatzkiste beobachtet wurde.
Bereits vor der Weihnachtsfeier hatte Jürgen Weber Kontakt mit dem SOS-Kinderdorf aufgenommen und für den 3. Dezember die Spendenübergabe vereinbart. Um 15:00 Uhr trafen Sepp Motl, Bernhard Schülein und Jürgen Weber im Kinderdorf ein. Bei Kaffee und Kuchen stellten beide Seiten ihre Organisationen bzw. Verbände vor und besichtigten dann den Havaristen KLEINE BAYERN. Vor dem Schiff erfolgte schließlich die Übergabe der mit 773,50 Euro gut gefüllten Schatzkiste.

Für alle Freunde der Münchener Marineverbände, die beim ersten Kinobesuch in Geiselgasteig nicht dabei sein konnten, öffnete die Bavaria Fiction GmbH am 21. Dezember das Kino ein zweites Mal kostenlos und präsentierte die ersten beiden Folgen von DAS BOOT. Die Zuschauer wurden wieder auf die großzügige Unterstützung durch die Bavaria hingewiesen; der freie Eintritt wurde an alle „weitergereicht“ – dafür wurde allerdings vor Beginn der Vorstellung das Geld für den Austritt (5 Euro aufwärts) zu Gunsten des Projekts KLEINE BAYERN einkassiert. Es blieb nicht unbemerkt, dass einige Kameraden an allen vier Veranstaltungen teilgenommen und sich als Vierfachspender betätigt haben. Danke!

Rechtzeitig vor Heiligabend konnte so ein Spendenbetrag überwiesen werden, der die Gesamtspende auf 1.000 Euro aufstockte. Wir wünschen den Kindern in Dießen auf ihrem neuen Schiff stets gute Fahrt und immer eine Handbreit Sand unter dem Kiel!

Text: Jürgen Weber

Spendenübergabe im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech (v.l.): Christoph Rublack, Jürgen Weber, Bernhard Schülein, Josef Motl
Foto: Mareike Spielhofen

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