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„Unterseeboot Hai“ sank vor 50 Jahren

U-Boot Ehrenmal in Möltenort

Die Deutsche Marine gedenkt der auf See gebliebenen Kameraden

Eckernförde / Möltenort – Am 14. September 2016 jährt sich ein trauriges Kapitel der deutschen Marinegeschichte zum 50. Mal. In stürmischer See sank am 14. September 1966 das „Unterseeboot Hai“ im Gebiet der Doggerbank, vor Helgoland. Bei diesem Unglück kamen 19 Marinesoldaten ums Leben.

Im Marinestützpunkt Eckernförde werden die Angehörigen des 1. Ubootgeschwaders am Gedenkstein „U Hai“ mit einer Kranzniederlegung an dieses Ereignis erinnern.
Im Anschluss findet eine öffentliche Gedenkveranstaltung mit Andacht am Uboot-Ehrenmal in Möltenort, unter Beteiligung des Kommandeurs der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Jan C. Kaack, und des Präsident des Verbandes deutscher Ubootfahrer, Kapitän zur See a. D. Norbert Hermann, statt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch das Bundespolizeiorchester.

Hintergrundinformationen

„Uboot Hai“ (ex U2365) S170
Wasserverdrängung 232 / 256 ts (nach Umbau 275 ts)
Länge 34,68 m, nach Umbau: 36,13 m
Breite 3,0 m
Tiefgang 3,7 m
Antriebsanlage MWM-DM 580 – EM 635 PS
Geschwindigkeit 9,7 / 12,0 kn
Bewaffnung 2 Torpedorohre-533B
Besatzung 17 – 19 Soldaten

Das „Unterseeboot Hai“ wurde während des letzten Krieges in den Jahren 1944/45 auf der „Deutschen Werft“ in Hamburg gebaut und gegen Kriegsende als „U 2365“ eingesetzt. Es gehörte zu einer Serie von 62 Booten des Typs XXIII. Hauptaufgabe dieser Boote war der Einsatz gegen alle Seeziele in den Seegebieten der englischen Küste, des Ärmelkanals, der gesamten Nordsee, des Skagerraks, des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres. Sie wurden vornehmlich in der Nordsee, aber auch in der Ostsee eingesetzt.
„U 2365“ ist bei Kriegsende nach einem Angriff tschechischer Flugzeuge am 5. Mai 1945 im Kattegat von der Besatzung versenkt worden. Es befand sich zu dieser Zeit in der Ausbildungsphase bei der 4. Ubootflottille.

Im Juni 1956 ist „U 2365“ gehoben worden, um beim Aufbau der Bundesmarine als Schulboot verwendet zu werden. Es wurde bei den „Kieler Howaldtswerken“ instandgesetzt. Der Druckkörper wurde im Querschnitt in zwei Teile getrennt und nach Einbau der Innenausrüstung wieder zusammengeschweißt. Auch der Dieselmotor war noch so gut erhalten, dass er nicht erneuert, sondern nur instandgesetzt werden musste.

Am 15. August 1957 wurde das Boot als „U Hai“ von der Bundesmarine in Dienst gestellt. Nach einer eingehenden Erprobung wurde „U Hai“ vom 20. September 1962 bis zum 13. August 1963 auf der „Werft Blohm & Voss AG“ in Hamburg umgebaut. Die wesentlichsten Änderungen und Neueinrichtungen waren:
• Der Bootskörper wurde um 1,20 Meter verlängert.
• Das Boot erhielt eine neue Antriebsanlage.

Der Dieselmotor wurde gegen ein modernes Diesel-Generatoraggregat ausgetauscht. Dabei wurde gleichzeitig das Antriebsprinzip auf diesel-elektrischen Antrieb umgestellt. Der auf den neuen Ubooten nicht mehr vorhandene Dieselzuluftmast wurde entfernt.

Sein oberer Teil wurde abgenommen und der stehen gebliebene Stutzen blindgeflanscht. Die Luft für den Diesel konnte jetzt bei Überwasserfahrt nur noch durch das Turmluk oder durch den Schnorchelschacht (Schnorchel nicht ausgefahren) bei geöffneter Schnellschlussklappe und geöffnetem Dieselluftabnahmefußventil angesaugt werden. Der Rand des Schnorchelschachtes (Luftabnahmestutzen) liegt 0,79 m über dem Bootskörper und 1,35 m über der Schwimmwasserlinie. Er wird daher bei entsprechender Wellenhöhe von Zeit zu Zeit überspült, so dass beim Ansaugen der Luft durch den Schnorchelschacht auch Wasser ins Boot gelangt.

• Die Batterielüftung wurde von Einzelzellenabsaugung auf Raumabsaugung umgestellt. Alle Abgase wurden in einer neuen Abgassammelleitung durch die hintere Turmverkleidung in die Atmosphäre geführt.

• Schließlich wurde eine neue Unterwassertelefon-Anlage eingebaut.

U-HAI passiert das Marine-Ehrenmal.

Untergang

Bei schwerem Wetter sank das „Ausbildungsuboot Hai“ am 14. September 1966, gegen 18 Uhr, 138 Seemeilen nordwestlich von Helgoland. Der Kommandant, Oberleutnant zur See Wiedersheim, ging mit 19 Mann seiner Besatzung unter. Nur ein Obermaat konnte von dem britischen Fischer „St. Martin“ lebend geborgen werden, nachdem er dreizehn Stunden im Wasser getrieben hatte. Die Bundesmarine verlor ihre erste schwimmende Einheit.

„U Hai“ gehörte zu einem Verband, bestehend aus dem Tender „Lech“, dem Sicherungsboot „Passat“ und den Ubooten „U 3“ und „Hecht“ der sich auf dem Marsch nach Aberdeen befand. „U Hai“ war an der Spitze laufend außer Sicht gekommen, da „U Hecht“ eine Schraubenhavarie hatte und von der „Lech“ in Schlepp genommen werden musste.

Dem Abreißen der Funkverbindung wurde bei dem herrschenden Wetter keine besondere Bedeutung beigemessen. So kam die Suchaktion erst mit erheblicher Verzögerung in Gang.
Am 16. September traf der Schwimmkran „Magnus III“ nachmittags an der Unfallstelle ein, doch erst am 18. September wurde das Wrack in 47 Meter Tiefe geortet. Unter Assistenz mehrerer deutscher und verbündeter Kriegsschiffe gelang die Bergung bis zum Morgen des 21. September. Das Uboot in den Trossen, trat „Magnus III“ den Marsch nach Emden an. Am 24. September traf der Schleppzug dort ein.

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