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Vereidigung im Stralsunder Stadthafen

Zum 95. Mal wurden die Rekruten der Marinetechnikschule Parow vereidigt und gelobten ihren Treueschwur der Bundesrepublik Deutschland. Mittelpunkt war die Hafeninsel, auf der vor kurzem das militärische Zeremoniell eines feierlichen Gelöbnisses stattfand.  Die am weitesten angereiste Familie kam aus Bonndorf in Baden-Württemberg.

Frühsommerliches Wetter am Strelasund – Temperaturen um zwanzig Grad, Sonne, Wolken und leichter Wind. Am Tag der Vereidigung beherrschte die Marine das nachmittägliche Straßenbild im Stadthafen der Hansestadt Stralsund. Zwischen der maritimen Kulisse des Hafens mit dem Museumsschiff „Gorch Fock I“ und den historischen Speichern der Hansestadt waren 101 Rekruten angetreten, um ihren Eid beziehungsweise ihr Feierliches Gelöbnis abzulegen. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Kommandeur der MTS, Kapitän zur See Michael Möding, die Bedeutung und die Besonderheit des Marinestandortes Stralsund. Er sagte: „Nur wenige 100 Meter von unserem Vereidigungsappell wurde 1848 in Stralsund auf dem Dänholm zum ersten Mal Schwarz-Rot-Gold am Heck von Schiffen einer Deutschen Marine gehisst.“ An die Rekrutinnen und Rekruten gewandt, stellte der Kommandeur die Wichtigkeit des Soldatenberufes dar. Er appellierte an die Kameradschaft, das Miteinander und Einstehen für den anderen und das Erfolge und Niederlagen gemeinsam erlebt werden. „Wenn Sie die Bereitschaft aufbringen Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen entgegen zu bringen, werden Sie die größte Berufszufriedenheit erfahren“, ergänzte Kapitän zur See Möding. Flottillenadmiral Christian Bock, Kommandeur Einsatzflottille 1 (EF 1), sprach in seiner Gelöbnisrede von der Brücke zwischen Gesellschaft und Bundeswehr. Diese besondere Verbindung bedeute sowohl Pflichten als auch Rechte für jeden einzelnen Soldaten. Flottillenadmiral Bock hob in seiner Rede die Erwartung der Gesellschaft an die Soldatinnen und Soldaten hervor. Er sagte: „ Tapferkeit, Verantwortung, Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft zum Dienen sind die Tugenden und Pflichten gegenüber der Gesellschaft. Dazu bekennen Sie sich heute öffentlich.“ Mit dem freiwilligen Dienst bei der Marine haben die Soldaten einen mutigen, besonderen und nicht immer einfachen Weg gewählt. Längere Abwesenheiten von Familien und Freunden, die Launen der See am eigenen Leib erfahren und die Einsatzrealität stellen für die künftigen Seefahrer große Herausforderungen dar. Zum Schluss richtete der Flottillenadmiral das Wort an die anwesenden Angehörigen und Gäste: „ Mit ihrer Anwesenheit zeigen Sie sichtbar die Verbundenheit mit der Bundeswehr und der Marine. Seien Sie stolz auf die hier angetretenen Persönlichkeiten und erzählen ihre heutigen und künftigen besonderen Geschichten aus der Marine weiter, “ führte der Flottillenadmiral aus.

Maritime Tradition

Ihre Heimat haben die Rekruten in der gesamten Bundesrepublik. So ist es gute Tradition in Stralsund, die Mutter mit der längsten Anreise zu ehren. Die größte Entfernung mit rund 1060 Kilometern hatte Frau Monika Rogg, Mutter des Matrosen Maat-Anwärter Pascal Rogg, zu überwinden. Sie kam aus Bonndorf in Baden-Württemberg und nahm aus den Händen des Kommandeurs der MTS ein Knotenbrett entgegen. Seit 2012 ist es ebenfalls eine gute Tradition, den Rekruten des jeweiligen Quartals einen Erinnerungsstein zu überreichen. Matrose Vera Geigenmüller erhält stellvertretend für alle Rekruten diesen quadratischen Messingstein. Nach der Übergabe wird der Stein in den Boden an der Straße vor den Ausbildungsgebäuden der Grundausbildung eingelassen. Das militärische Zeremoniell wurde mit traditionellen und maritimen Stücken vom Heeresmusikkorps Neubrandenburg untermalt.

Marinetechnikschule unterstützt soziale Projekte und Vereine

Das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform ist eine Grundlage für die feste Verankerung aller Angehörigen der Bundeswehr in der Gesellschaft. Dieses Bild prägten auch im letzten Jahr die Frauen und Männer der Marinetechnikschule an ihrem festlich geschmückten Stand in der Stralsunder Altstadt. Die Marinesoldaten verkauften, im Rahmen der Aktion „MTS hilft helfen“, den schon legendären Punsch und die wohlschmeckende Erbsensuppe. Dabei sammelten sie im Advent Spendengelder für soziale Projekte in Stralsund und Umgebung. Das Würzen, Köcheln und Abschmecken führte in der Vorweihnachtszeit 2017 zu einem Gesamterlös von sagenhaften 16.213,65 Euro. Auf dem anschließenden Empfang verteilte Kapitän zur See Möding die Spendengelder an die sozialen und kulturellen Einrichtungen der Stadt.

Text: StFw Sebastian Landgraf, MTS
Fotos: MTS Parow/StFw Sebastian Landgraf

Kapitän zur See Michael Möding, Kommandeur MTS Parow, Flottillenadmiral Christian Bock, Kommandeur EF 1 und Senator Holger Albrecht, 1. Stv. Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund beim Abschreiten der Front (v.l.n.r.)

Die Marine prägt das Bild auf der Hafeninsel der Hansestadt Stralsund. Eingerahmt von den historischen Speichern der Hansestadt Stralsund bilden Soldaten der MTS, Angehörige und Gäste einen würdigen Rahmen der Vereidigung.

Flottillenadmiral Christian Bock, Kommandeur EF 1, während seiner Gelöbnisrede zur Vereidigung auf der Hafeninsel Stralsund.

Flottillenadmiral Christian Bock (vorn) beglückwünscht eine Rekrutin zum Ablegen des Treuebekenntnis.

Aus den Händen des Kommandeurs der MTS Parow, Kapitän zur See Michael Möding, erhält Matrose Vera Geigenmüller stellvertretend für alle Rekruten einen Erinnerungsstein. Dieser quadratische Messingstein enthält eine Gravur mit der Nummer des entsprechenden Quartals und den Ankersymbolen der unterschiedlichen Ausbildungsgänge Dieser wird in den Boden an der Straße vor den Ausbildungsgebäuden der Grundausbildung eingelassen.

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