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Vom Himmel in die Hölle

35 wackere Männer und Frauen der Marinekameradschaft (MK) Forchheim machten sich gemeinsam mit Freunden und Bekannten am frühen Morgen auf, jenseits der Baumwipfel den freien Blick ins fränkische Weinland zu genießen und sich am Abend schließlich im Höllenkeller wiederzufinden. Es war ein Kontrastprogramm par excellence auf dieser ersten Herbstfahrt nach vielen Jahren.

​Pünktlich um 09.00 Uhr machten sich die Herbstausflügler im modernsten Reisebus von Omnibus Kraus, einem Dreiachser Setra, auf den Weg in Richtung Ebrach. Dort lag das erste Etappenziel: der neue Baumwipfelpfad in den Höhen des Steigerwaldes. Die Gesamtkonstruktion war beeindruckend, ebenso wie der herrliche Blick aus luftigen 42 Metern ins Umland. Auch wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckte, zeigte der Mischwald sein herrliches farbenprächtiges Herbstkleid. Informationstafeln, mit dem Smartphone auch interaktiv zu nutzen, klärten über den Wald und seine Nutzung auf.

​Gut die Hälfte der Gruppe wanderte anschließend durch den Herbstwald nach Handthal in den „Forellenhof“ zum Mittagessen. Die andere Hälfte zog die bequemere Variante mit dem Bus vor. Die erlesene Küche des Lokals überzeugte alle.

​Am Nachmittag war ein Besuch im militärhistorischen Museum Stammheim angesagt. Angesichts der geballten Militärtechnik aus den beiden Weltkriegen machte sich bei einigen ein etwas mulmiges und beklemmendes Gefühl breit. Gleichzeitig beeindruckte der Erfindungsreichtum. Die angesetzten anderthalb Stunden reichten fast nicht aus, um das Museum in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Bei einsetzendem Regen ging es weiter in Richtung Main. Eine Marinekameradschaft unterwegs ohne eine Schifffahrt – so etwas gibt es nicht. Entsprechend stand als nächstes eine Mainquerung mit der Fähre auf dem Programm. Dem Busfahrer rutschte das Herz in die Hosentasche, als er die Fähre erblickte. Auf diese Nussschale sollte er mit dem Gigant von Bus fahren? Das konnte doch nur schiefgehen. Der Bus nahm so viel Platz ein, dass die Fähre auf dieser Überfahrt keine weiteren Fahrzeuge mehr mitnehmen konnte. Die Schieflage war nicht ohne, doch die Fähre kam schließlich heil am anderen Ufer an.

​Pünktlich um 17.00 Uhr lief die Reisegruppe in der „Hölle“ ein, genauer im „Höllenkeller“ in Obereisenheim. Dort gab es eine Weinverköstigung mit Winzerbrotzeit. Überall begegnete den Gästen dabei der Teufel, selbst im kleinsten Detail wie den Bierdeckeln. Bier gab es zwar keines, dafür Wein aus dem tiefsten Kellergewölbe.

​Die Forchheimer waren froh, dass sie Akkordeon und Gitarre dabei hatten. So schmetterten sie nach der zweiten Wein-Verköstigung wohlgemut dem Teufel einige Seemannslieder entgegen. Es entwickelte sich eine tolle Stimmung, denn die Akustik im Gewölbe war großartig. So kamen auch die anderen Gäste und der Wirt in den Genuss echter Seemannskultur, was diesen sogar dazu animierte, sich selbst ein Gläschen Wein einzuschenken.

​Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen. Und so verabschiedete sich die Reisegruppe froh gelaunt und erreichte kurz vor 22.00 Uhr den Heimathafen.

​Es war eine tolle, abwechslungsreiche und stimmungsvolle Fahrt, die vor allem die Gäste der MK Forchheim begeisterte. „Wir sind das nächste Mal wieder mit dabei, wenn ihr etwas unternehmt“, lautete die einhellige Resonanz. Vielen Dank an Horst Wesenberg, der diese Fahrt geplant und organisiert hat.

Text und Foto: Hans Gerhard Braun

Auf der Fähre.
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