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Vortrag von DMB-Historiker Dr. Witt an der Marineunteroffizierschule in Plön.

Anlässlich der Eröffnung der neugestalteten Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung der Marineunteroffizierschule in Plön hielt DMB-Historiker Dr. Jann M. Witt am 19. Mai einen Vortrag über „Die Skagerrakschlacht und die Folgen“.

Die Skagerrakschlacht war die größte und zugleich auch die letzte ausschließlich von artillerietragenden Großkampfschiffen ausgefochtene Schlacht der Seekriegsgeschichte. Durch Zufall begegneten sich am Nachmittag des 31. Mai 1916 die deutsche Hochseeflotte und die britische Grand Fleet vor der Westküste Jütlands. Insgesamt waren auf beiden Seiten über 250 Schiffe an der Skagerrakschlacht beteiligt.

Angesichts der höheren britischen Verluste nahm die Kaiserliche Marine den taktischen Sieg für sich in Anspruch. Strategisch war die Skagerrakschlacht jedoch eine deutsche Niederlage. Die britische Seeherrschaft in der Nordsee war ungebrochen. Für den Rest des Krieges bleiben die deutschen Schlachtschiffe in ihren Stützpunkten, wobei der eintönige Dienst und schlechte Menschenführung allmählich die Moral der Besatzungen zerrütten. Die Rebellion der kriegsmüden Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel löste 1918 die November-Revolution aus, die das Ende des Krieges und der Monarchie in Deutschland einleitete.

Militärisch-Taktisch hat diese größte Seeschlacht aller Zeiten heute keine Bedeutung mehr, erklärte der Historiker des DMB. Die Lehren aus der Skagerrakschlacht und der Meuterei der Hochseeflotte von 1918 für die Deutsche Marine kann nur sein, dass das Erfolgsrezept für moderne Seestreitkräfte eine gute Ausbildung zusammen mit einer werteorientierten, zeitgemäßen Menschenführung ist. Mit der „Inneren Führung“ hat die Bundeswehr und damit auch die Deutsche Marine die Erfahrungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs nachhaltig beherzigt, lautete das Fazit von Dr. Witt.

Hinweis:
Am 31. Mai 2016 um 14 Uhr findet im Marine-Ehrenmal in Laboe eine deutsch-britische Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Gefallenen beider Seiten statt.

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