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Presseservice

Forderung: Aufbau einer Nationalen Küstenwache

26. Oktober 2019

Deutscher Marinebund will zu einer einheitlichen nationalen Organisationsstruktur mit dem Havariekommando als integralem Bestandteil kommen

Berlin/Laboe. Der Deutsche Marinebund (DMB) fordert die Bundesregierung auf, alle rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen für die Schaffung einer Nationalen Küstenwache auf See zu schaffen. Diese Forderung hatte der starke Interessenverband bereits im vergangenen Jahr erhoben und erneuert sie jetzt ausdrücklich und eindringlich im Rahmen seines Abgeordnetentages am 26. Oktober in Berlin.

„Eine Optimierung der Erfüllung von Sicherheitsaufgaben ist unabdingbar und dringend. Die jetzigen Strukturen sind ineffizient und müssten auch dahingehend überprüft werden, ob sie einem modernen Katastrophenschutzmanagement entsprechen“, betont der Präsident des DMB, Staatssekretär a.D. Heinz Maurus.

Seeunfälle in jüngerer Zeit haben gezeigt, dass die Koordination der vorhandenen Behörden und Organisationen mit ihren teilweise überlappenden Zuständigkeiten nicht nur erschwert wird, sondern die Führungsstrukturen und Rechtsgrundlagen des Bundes und der Küstenländer eine zentrale Führung nicht zulassen. An den Küsten von Nord- und Ostsee wird immer wieder diskutiert und von der Bundesregierung gefordert, eine einheitliche Deutsche Küstenwache mit monokratischen Strukturen zu schaffen.

„Wir müssen mit der Einführung einer Nationalen Küstenwache zu einer einheitlichen nationalen Organisationsstruktur mit dem Havariekommando als integralem Bestandteil kommen, die in Notsituationen auf See mit transparenten Einsatzplänen für alle Akteure die Einsatzleitung übernimmt. Auch die Kommunen, die Kreise, die Katastrophenschutzbehörden müssen in ein solches Fachkonzept eingebunden sein“, erklärt Maurus. Das Anliegen des DMB ist es, die Kompetenzen der am Küstenschutz beteiligten Bundesbehörden wie Zoll, Fischereiaufsicht und Bundespolizei See zu einer Einheit zusammenzufassen. Diese wäre dem Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums zuzuordnen und hätte eine gemeinsame Flotte unter einem Havariekommando. Einen entsprechenden Antrag zur Schaffung einer Nationalen Küstenwache hatte auch jüngst die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag gestellt, allerdings ohne Erfolg.

Zur Reaktion im Falle komplexer Schadenslagen, aber auch zur Sicherung und Kontrolle des Seeverkehrs stehen Bund und Länder vor der Frage, ob sie die Sicherheitsaufgaben auch zukünftig erfüllen können. „Aus unserer Sicht muss die bestehende maritime Sicherheitsarchitektur auf ihre Belastbarkeit hin geprüft und gegebenenfalls mit einem zeitgemäßen und praxisgerechten Konzept modernisiert werden“, bekräftigt Maurus. Das sei vor dem Hintergrund künftiger Herausforderungen wie beispielsweise der zunehmenden Handels- und Kreuzfahrtschifffahrt bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, angesichts der strukturellen Mängel der Zuständigkeiten, der fehlenden Nachwuchsgewinnung oder der noch nicht optimierten Kommunikation bei der Überwachung der Ladungsströme dringend geboten.


Maßnahmen zur Munitionsbeseitigung im Meer ergreifen

26. Oktober 2019

Deutscher Marinebund formuliert Forderung an die Bundesregierung

Berlin/Laboe. Rund 300 Delegierte aus ganz Deutschland sind am heutigen 26. Oktober zum Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes e. V. (DMB) zusammengekommen. Auf dem Treffen des größten deutschen maritimen Interessenverbandes haben sie eine Forderung an die Politik formuliert, Maßnahmen zur Beseitigung der Munitionsaltlasten im Meer zu ergreifen.

„Als Deutscher Marinebund fordern wir die Bundesregierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um munitionsbelastete Gebiete in den deutschen Meeresgewässern zu sanieren und so die von der Munition ausgehende Schadstoffbelastung im Meer zu verhindern“, erklärt der Präsident des DMB, Staatssekretär a.D. Heinz Maurus. Die Vermächtnisse der vergangenen Kriege gefährdeten zunehmend die Schifffahrt und die Umwelt.

In den deutschen Meeresgewässern gibt es zahlreiche munitionsbelastete Flächen. Rund 1,6 Millionen Tonnen alte Munition aus den Kriegen des 20. Jahrhunderts sollen dort liegen, zum Teil geballt durch Verklappung, zum Teil verstreut durch Kriegshandlungen. Experten warnen, dass die Altlasten die Umwelt doch stärker belasten als bisher angenommen, denn die in den Metallgehäusen enthaltenen Sprengstoffe sind explosiv, giftig und möglicherweise krebserregend. Im Laufe der Jahrzehnte verschlechtert sich der Zustand der Munitionshüllen durch Rost zunehmend und wenn diese erst einmal korrodiert sind, können sie zu einem die giftigen Substanzen ans Meerwasser abgeben und zum anderen nicht mehr geortet werden. Immer wieder kommt es auch zu tödlichen Unfällen und schweren Verletzungen durch Munition.

„Wir sehen heute immer mehr die wirklichen Ausmaße der Belastung und fordern die Bundesregierung auf, sich aktiv um dieses Erbe zu kümmern“, sagt Maurus. Eine Bergung der Munition sei nach wie vor eine Mammutaufgabe, doch sie müsse im großen Stil angegangen werden. Die technischen Möglichkeiten zur Detektion und Beseitigung im Meer lagernder Kampfmittel seien heute weitgehend vorhanden. Es fehle noch immer der politische Wille. Der Bund sehe die Verantwortung alleine bei den Küstenländern.

Im schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) ist seit 2007 die deutschlandweit einzige Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema Munition im Meer angesiedelt. Auch setzen Bund und Küstenländer mit der Zentralen Meldestelle für Munition im Meer eine Empfehlung des 2011 veröffentlichten Berichts der ARGE BLMP Nord- und Ostsee zur Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer um, aber die Beseitigung der kartierten Funde können die Kampfmittelräumdienste der Küstenländer nicht alleine leisten. Bisher sieht das Bundesumweltministerium, so dessen Antwort auf eine Parlamentsanfrage von März dieses Jahres, allerdings keine großräumige Gefährdung der maritimen Umwelt und es sei im Versenkungsgebiet der Ostsee keine großflächige Beräumung geplant.


DMB-Sozialwerk startet Unterstützung für einsatzbelastete Soldaten

26. Oktober 2019

Beschluss der Delegierten auf dem Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes

Berlin/Laboe. Das Sozialwerk des Deutschen Marinebundes (DMB) startet eine Hilfs- und Unterstützungsaktion für traumatisierte und extremen Belastungen ausgesetzte Soldatinnen und Soldaten. Das haben die rund 300 Delegierten des Deutschen Marinebundes auf ihrer Jahrestagung am 26. Oktober in Berlin beschlossen.

Zum Erhebungszeitraum (2019) waren mehr als 3.000 Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen bei Missionen in Europa, Asien und Afrika sowie im Mittelmeer und am Horn von Afrika im Einsatz oder auf Anerkannter Mission. „Unsere Soldatinnen und Soldaten dienen Deutschland. Sie engagieren sich für unsere Sicherheit unter Einsatz ihres Lebens! Sie haben unsere Anerkennung, unsere Unterstützung und unseren Dank verdient“, betont der Präsident des DMB, Staatssekretär a.D. Heinz Maurus.

Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten Bundeswehrangehörigen starben 110 Soldaten, 37 von ihnen fielen durch Fremdeinwirkung, 73 kamen durch sonstige Umstände ums Leben. Eine Vielzahl von ihnen leiden nach der Rückkehr an Folgeerkrankungen, die medizinisch behandelt werden müssen, oder sind so einsatzbelastet, dass der Einsatz in der Heimat nachwirkt und die Betroffenen und ihr soziales Umfeld darunter leiden.

„Wir wollen dort, wo es nötig und angebracht ist, unbürokratisch helfen. Beispielswiese ganz praktisch durch eine Geldzuweisung, die dort einsetzt, wo staatliche Hilfe nicht gewährt werden kann und die hilft, die größte Not zu lindern“, sagt Maurus. Darüber hinaus sind als Anerkennung und Unterstützung zwei weitere Maßnahmen geplant: ein entspanntes, kostenloses Wochenende in gemütlicher Atmosphäre sowie ein festliches Menü, sowohl im Hotel Admiral Scheer in Laboe als auch mit kooperierenden Hotels an der Küste. „Diese Angebote stellen eine anerkennende Geste und ein Dankeschön dar und sie sollen ganz konkret dabei helfen, das seelische Gleichgewicht zu verbessern“, erklärt Maurus. Die Hilfsaktion des Sozialwerkes des Deutschen Marinebundes wird durch Spenden getragen.


Einladung und Medieninformation zur Podiumsdiskussion des „Blauen Parlaments“

24.10.2019

Die europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion: Herausforderung für die Deutsche Marine und die maritime Wirtschaft“

Prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Marine diskutieren mit Blick auf die zukünftige Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung

Berlin/Laboe Die EU-Außen- und Verteidigungsminister haben als Einstieg in die Verteidigungsunion einen Ausbau der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit in der Verteidigung beschlossen. Diese Kooperation ermöglicht es den EU-Mitgliedstaaten, in der Sicherheit und Verteidigung enger zusammenzuarbeiten, und stärkt die gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Deutsche Marinebund e.V. den Themenabend mit Podiumsdiskussion: „Die europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion: Herausforderung für die Deutsche Marine und die maritime Wirtschaft“.

Die Delegierten wollen mit ihren Gästen darüber diskutieren, welche Themenfelder und Aufgaben am dringendsten erscheinen, damit die Deutsche Marine und die maritime Wirtschaft ihren Teil zur europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion beitragen können.

Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie als Medienvertreter ganz herzlich ein:

Podiumsdiskussion
25. Oktober 2019, 17:30 bis 19:30 Uhr, anschl. Imbiss
Holiday Inn Berlin Airport Conference Centre
Hans-Grade-Allee 5, 12529 Schönefeld

Fünf prominente Gäste sind im Gespräch: für die Bundesministerin der Verteidigung der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn, MdB; als außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei EVP im Europäischen Parlament Michael Gahler, MdEP; der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, MdB; die marinepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, MdB; als Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte Rainer Brinkmann, Vizeadmiral.

Moderiert wird die Gesprächsrunde von dem diplomatischen Korrespondenten der Chefredaktion „Der Tagesspiegel“, Dr. Christoph von Marschall, einem ausgemachten Kenner dieser Materie. Durch seine Auslandsaufenthalte in den mit Deutschland verbündeten Staaten wie USA, Frankreich, Polen sowie EU-Brüssel ist Dr. Marschalls Blick durch deren Sichtweise auf Deutschland geprägt.

Es ist unerlässlich, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten erfolgreich miteinander agieren können. Da die Mitgliedstaaten, auch historisch bedingt, zum Teil unterschiedliche Standpunkte vertreten, ist zur Umsetzung der ambitionierteren gemeinsamen Ziele eben auch eine Sichtweise auf die anderen Länder von Bedeutung.

„Wir wollen verstehen, was die verbündeten Staaten von Deutschland als viertstärkster Wirtschaftsmacht der Erde und ‚Powerhaus Europas’ erwarten“, sagt der Präsident des Deutschen Marinebundes, Staatssekretär a.D. Heinz Maurus. Deutschland sei als Exportnation zudem mehr als andere auf freie Seewege angewiesen. Naheliegende weitere Frage könne daher auch der Geleitschutz für Handelsschiffe im Persischen Golf oder der Stopp von maritimen Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien und in die Türkei sein“, so Maurus. Natürlich müssten auch die Chancen und Grenzen der Rüstungskooperation mit Frankreich und anderen EU-Partnern in den Fokus der Betrachtung rücken.

„Eine weitere nachdrückliche Erfahrung ist, dass wir gerne über Europa und sein Potenzial an globaler Einflussnahme reden, dieses EU-Europa in der Praxis aber wenig in der Richtung liefert, die man in den USA ‚Power projection’ nennt“, sagt Maurus. Daher sei zu diskutieren, was in dieser Beziehung verbessert werden könne, damit die EU nicht nur gemocht, sondern auch respektiert und ernst genommen werde.

Diese und weitere Inhalte werden am Themenabend zur Sprache kommen.


Bester Bootsmann 2019

Am: 13. Juni 2019
Um: 13:45 Uhr
Ort: Marine-Ehrenmal in Laboe

Am 13. Juni wird im Rahmen eines Festakts um 13.45 Uhr der Ehrenpreis „Bester Bootsmann 2019“ durch den Präsidenten des Deutschen Marinebundes (DMB), Heinz Maurus, verliehen.

Alljährlich wird der beste Absolvent der Bootsmannausbildung an der Marineunteroffizierschule Plön mit der Goldenen Bootsmannsmaatenpfeife des DMB ausgezeichnet. Damit würdigt der Deutsche Marinebund symbolisch die außergewöhnlichen Leistungen und die hohe Einsatzbereitschaft der Frauen und Männer der Deutschen Marine bei ihrem häufig gefahrvollen Dienst.

Die Marineunteroffizierschule wird mit einem Ehrenzug und dem aktuellen Bootsmannlehrgang vor Ort sein, um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben. Für die musikalische Begleitung sorgt das Marinemusikkorps Kiel.

Anlässlich der Auszeichnung „Bester Bootsmann“ veranstaltet der DMB einen Tag der offenen Tür. In der Zeit von 09:00 bis 18:00 Uhr ist der Eintritt in das Marine-Ehrenmal und das Technische Museum U995 frei. Die Verleihung der Goldenen Bootsmannmaatenpfeife findet in der Zeit von 13:45 bis 15:15 Uhr statt. In dieser Zeit ist das Gelände nur eingeschränkt begehbar. Alle Gäste sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Sitzplätze sind ausschließlich geladenen Gästen vorbehalten.

Vor dem Technischen Museum U995 wird die Marinekameradschaft Laboe eine Gulaschkanone aufstellen und verschiedene maritime Organisationen präsentieren sich vor Ort. Interessierte junge Menschen können sich umfassend im Karriere-Truck der Bundeswehr informieren. Im Laufe des Tages finden außerdem fünf kostenfreie Führungen, jeweils um 10:00, 11:00, 15:30, 16:30, 17:30 Uhr, durch das Marine- Ehrenmal statt.

Preisträger 2019
Name: Oehlmann
Vorname: Theresa
Dienstgrad: Maat (BA)

Dieses Jahr wird Theresa Oehlmann als Bester Bootsmann ausgezeichnet. Sie konnte sich gegen alle weiteren Lehrgangsteilnehmer durchsetzen. Sie überzeugte durch  überdurchschnittliche schulische und menschliche Leistungen.

Festredner
Klaus Schlie (CDU), Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, wird die Festansprache halten.


Maritimes Know-how in Deutschland halten

Bundesregierung reagiert auf Forderungen des Deutschen Marinebundes

Kiel. Angesichts des Rückgangs der Handelsschiffe in deutscher Disposition hat sich der Deutsche Marinebund an die Bunderegierung gewandt, das maritime Know-how für die deutsche Volkswirtschaft zu erhalten. Diese hat auf die Forderungen reagiert.

Die Anzahl von Handelsschiffen unter deutscher Flagge ist stark zurückgegangen. Sie hat sich seit 2000 halbiert und liegt laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zum Stichtag 30. April 2019 bei 305 Schiffen (davon rund 170 mit Eintrag im Internationalen Schiffsregister). Zum gleichen Zeitpunkt liegt der Bestand der ausgeflaggten Schiffe, die unter sogenannten Billigflaggen fahren, bei 1.782 Handelsschiffen.

Für deutsche Schifffahrtsgesellschaften kann es wegen der hohen Arbeits- und Sozialstandards in Deutschland auf internationaler Fahrt günstiger sein, unter ausländischer Flagge zu fahren. „Dieses Verfahren ist legal und bringt mehr Profit, allerdings hat es gravierende Auswirkungen auf Beschäftigung und Ausbildung deutscher Seeleute“, sagt Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes (DMB). Vor allem aber gehe derart das maritime Know-how verloren.

Bereits 2016 waren den Reedereien Zugeständnisse bei den Lohnkosten und der Schiffsbesetzungsordnung gemacht worden, wenn sie im Gegenzug das seemännische Know-how durch die Beschäftigung und Ausbildung für die maritime Wirtschaft in Deutschland erhielten. Diese Zusage hatten die Reeder nicht eingehalten und die Bundeskanzlerin mahnte die Reedereien 2017 an, mehr Schiffe unter deutsche Flagge zu stellen.

„Da keine Änderung eingetreten ist, haben wir die Bundesregierung aufgefordert, Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Flagge durchzusetzen, um Ausbildung, Beschäftigung und maritimes Know-how für die Volkswirtschaft zu erhalten“, betont Maurus. Dem Deutschen Marinebund ist der Erhalt des maritimen Know-hows ein großes Anliegen; dessen Verlust würde einen großen Schaden für den maritimen Wirtschaftsstandort Deutschland bedeuten. Einen entsprechenden Antrag hatte der Abgeordnetentag des DMB im Oktober vergangenen Jahres verabschiedet und an die Bundesregierung übermittelt.

Darin fordert der DMB die Verdoppelung der Schiffe unter deutscher Flagge in der internationalen Seefahrt. Er fordert, dass auf Schiffen über 8.000 BRZ mindestens der Kapitän und drei Schiffsoffiziere aus Deutschland oder der EU kommen müssen. Und er fordert eine sofortige Evaluierung der 2016 beschlossenen Abmachungen der Bundesregierung mit den Reedern.

Die Bundesregierung hat auf die Forderungen des DMB reagiert. „Der Erhalt des maritimen Know-hows ist der Bundesregierung insgesamt ein großes Anliegen“, heißt es in dem offiziellen Antwortschreiben aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Daher habe diese 2016 darauf hingewirkt, die deutsche Flagge durch verschiedene Maßnahmen europäisch wettbewerbsfähig zu machen.

„Die Bundesregierung, unter Federführung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, erwartet von der Reederschaft deutliche positive Signale für die deutsche Flagge, die Beschäftigung deutscher und europäischer Seeleute und das maritime Know-how“, so das BMWi. Die Vereinbarungen sollen 2020 evaluiert und zeitnah Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden werden.

Der deutsche Marinebund erneuert indes seine Forderungen und erwartet von der Bundesregierung, die Reeder zur Maritimen Konferenz im Juni 2019 in Friedrichshafen nochmals mit Nachdruck zur Erfüllung der Vereinbarungen aufzufordern.


"Meer erleben": Frühjahrstagung des Deutschen Marinebundes in Wilhelmshaven

Laboe/Wilhelmshaven. „Wilhelmshaven ist die bedeutendste Marinebasis in Deutschland. Von daher liegt es nahe, dass wir als größter maritimer Interessenverband Deutschlands mit rund 10.000 Mitgliedern hier in WHV Flagge zeigen“, betont der Präsident des DMB Heinz Maurus. „Wir wollen in dieser alten Marinestadt wieder deutlich sichtbarer werden und Angehörigen der Deutschen Marine und allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen eine Heimat bieten.“

Präsidium und erweiterter Vorstand tagten Freitag und Sonnabend mit einer umfangreichen Tagesordnung in unserer Stadt, in der der Deutsche Marinebund am 30. Mai 1953 wieder-gegründet worden ist. Unter dem Motto „Meer erleben“ diskutierten Vertreter aus allen Bundesländern, wie sie den Deutschen Marinebund als Dachverband mit all seinen Kameradschaften, Vereinen und Vereinigungen noch attraktiver machen können.

„Das Freizeitangebot ist vielfältig, vom Segeln bis zum allgemeinen Seesport, von der Kameradschaft bis zur Traditionspflege und der Vertretung maritimer Interessen im vorpolitischen und politischen Raum. Diese breite Angebotspallette kann sich sehen lassen. Hier kann man ,Meer erleben´ und findet ein reiches Betätigungsfeld“, betont Werner Schiebert, Vizepräsident und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Präsidium und Landesverbandsleiter bereiteten darüber hinaus den diesjährigen Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes in Berlin am 25./26.10.2019 vor. Die Delegierten und Gäste werden sich in Berlin mit dem Thema „Europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion – eine neue Herausforderung für die Deutsche Marine und maritime Wirtschaft“ auseinandersetzen.

Als Gesprächspartner sind dazu die Bundesministerin der Verteidigung, Abgeordnete aus dem Europäischen Parlament und dem Deutschen Bundestag, je ein Vertreter der Deutschen Marine und des Verbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie eingeladen.

Vor Beginn der Sitzung trafen sich Maurus, Schiebert und Bundesgeschäftsführer Mike Brach zu einem Informations- und Meinungsaustausch mit Oberbürgermeister Andreas Wagner im Rathaus. Daran schloss sich ein Redaktionsbesuch bei der Wilhelmshavener Zeitung an.

 

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Träger der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Maritime Wirtschaft braucht eine starke Marine

Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Marine

Kiel – Deutschland ist nicht nur drittgrößtes Exportland, sondern auch viertgrößte Schifffahrtsnation der Welt und der deutsche Schiffbau hat einen anerkannten Platz auf dem Weltmarkt. Maritime Wirtschaft und Seetransport sind auf die Marine angewiesen, auch im Hinblick auf Innovationen, Schutz und Aufträge. Wie sieht das Zusammenspiel von Handelsschifffahrt und Marine aus? Wie kommen Marine und Schiffbau zusammen? Welche Synergien gibt es? Welche Rolle muss eine Marine heutzutage einnehmen?

Diesen und weiteren Fragen wurde bei der Podiumsdiskussion „Maritime Wirtschaft braucht eine starke Marine“ von einem hochkarätig besetzten Panel nachgegangen. Zur Veranstaltung am 19. Oktober 2018 hatten der Deutsche Marinebund e. V. und der Verein Maritimes Cluster Norddeutschland e. V. eingeladen.

„Mit der Frage nach der modernen Rolle der Marine für die maritime Wirtschaft haben wir ein hochaktuelles Thema für unsere Podiumsdiskussion. Das zeigt sich auch in der Zusage aller angefragten hochkarätigen Podiumsteilnehmer und der mit rund 300 Teilnehmern gut besuchten, nahezu ausgebuchten Veranstaltung“, so Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes e. V.

Begleitet von Stefan Hans Kläsener, Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG, als Moderator diskutierten Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine, Dieter Rottsieper, COO Privinvest Holding, Christian B.W. Stuve, Senior Vice President und Leiter Regierungsbeziehungen bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH.

Die Marine ist ein ganz wichtiger Nachfrager für die maritime Wirtschaft

„Wir wollen eine starke Marine und eine starke maritime Wirtschaft. Beides bedingt teilweise einander“, sagte Daniel Günther in seinem Eingangsstatement. Er hob die Rolle der Marine als wichtigen Nachfrager in der Wehrtechnik und für die maritime Wirtschaft hervor und verwies auf die Wertschöpfung, die im Land spürbar sei. Dabei gehe es um Schleswig-Holstein als industriellen Standort und um marine Hochtechnologie, die weltweit nachgefragt werde. Nicht zuletzt würden die Aufträge der Marine gebraucht, um das Know-how und die Schlüsseltechnologie in Deutschland zu halten und um Innovationen zu ermöglichen.

„Ich will das nicht auf Wehrtechnik verengen. Ich will, dass Meerestechnik und Schiffbau in ihrer gesamten Breite in Schleswig-Holstein eine Zukunft haben. Die gesamte Branche hat ein riesiges Innovationspotenzial“, so der Ministerpräsident. Und das gelte ausdrücklich nicht nur für Schleswig-Holstein, sondern für ganz Deutschland.

Der Marineschiffbau ist ein zentraler Bestandteil der maritimen Wirtschaft

Auch Norbert Brackmann betonte Deutschlands Interesse an einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Marineindustrie und zwar sowohl im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung, für die die Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen schaffe, als auch vor dem Hintergrund zunehmender sicherheitspolitischer Herausforderungen.

„Der Erhalt sicherer Seewege ist für ein Land wie Deutschland, das stärker in die globalen Wertschöpfungsketten integriert ist als kaum ein anderes Land auf dieser Erde, von essentieller Bedeutung. Hinzu kommen Konfliktherde in der Peripherie Europas – mit teils erheblichen Auswirkungen auch für uns direkt“, so der Koordinator für die maritime Wirtschaft. Deutschland brauche eine starke Marine und einen Marineschiffbau, der diesen Entwicklungen Rechnung trage. Das erfordere höhere Anstrengungen Deutschlands und Europas insgesamt, vor allem auch bei den Verteidigungsausgaben und der besseren Ausrüstung der Bundeswehr sowie in der europäischen Rüstungszusammenarbeit.

Die Deutsche Marine wird und muss wieder wachsen

Deutschland verfüge heute über die zahlenmäßig kleinste Marine seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, erklärte Vizeadmiral Andreas Krause. Dagegen sei die Auftragslast der Marine durch internationale Einsatzverpflichtungen und internationales Krisenmanagements signifikant angestiegen. „Wir brauchen jederzeit die höchstmögliche Zahl an einsatzbereiten Einheiten“, so Krause. Dies machten das sicherheitspolitische Umfeld sowie der Schutz der globalen Handels-, Informations- und Versorgungswege zwingend erforderlich.

„Die Entscheidung der Bundesregierung, den Wehretat in den kommenden Jahren schrittweise zu erhöhen, ist die folgerichtige Konsequenz daraus. Hieran muss zwingend festgehalten werden, um den notwendigen Modernisierungskurs der Deutschen Marine über die nächste Dekade sicherzustellen“, sagte der Vizeadmiral. Hierfür brauche die Marine eine starke maritime Industrie als verlässlichen Partner.

Die Marine treibt Innovationen in der maritimen Wirtschaft voran

Als Vertreter einer auf Militärschiffe spezialisierten Werft unterstrich Dieter Rottsieper die Wechselbeziehung zwischen maritimer Wirtschaft und Marine. Der militärische Schiffbau leiste trotz jahrelangem Schrumpfungsprozess einen großen Beitrag zur Wertschöpfung in Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert das jährliche Umsatzvolumen des Sektors auf bis zu 50 Milliarden Euro. Rund 400.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt von der maritimen Wirtschaft abhängig.

„Gleichzeitig ist der militärische Schiffbau ein Treiber der Innovation. Doch nur, wenn die Werften genügend Aufträge der heimischen Marine erhalten, können sie sich technologisch weiterentwickeln und ihre Konkurrenzfähigkeit auf Dauer sicherstellen“, sagte Rottsieper und warb dafür, den gesamten Marineschiffbau zur schützenswerten Schlüsseltechnologie zu erklären. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen Deutschlands zeige sich außerdem, dass die hiesige Marineindustrie einen großen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands leiste und das Vorhandensein hochmoderner und funktionstüchtiger Werften an Nord- und Ostsee von sicherheitspolitischer Bedeutung sei.

Eine starke Marine braucht eine starke maritime Wirtschaft

Christian Stuve stellte die Bedeutung der Marineschiffbauindustrie als Ausrüster der Deutschen Marine in den Fokus seiner Betrachtung und bezeichnete das Zusammenspiel von Marine und maritimer Industrie als unverzichtbaren Bestandteil einer glaubwürdigen deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. „Deutschland verfügt über eine global agierende leistungsfähige Marineschiffbauindustrie von strategischer Bedeutung. Diese gilt es auch zum Vorteil der Deutschen Marine zu erhalten“, so Stuve. Nur der Erhalt der Systemfähigkeit in Deutschland garantiere jederzeit den uneingeschränkten Zugriff auf anerkannte Hochtechnologie.

Stuve plädierte dafür, die Vergabe von deutschen Marineaufträgen im Inland zu belassen und darüber hinaus zusätzliche Exportprojekte zu vergeben, um die deutsche Marineindustrie und ihre meist mittelständischen Zulieferer auszulasten. Nur eine eigene leistungsfähige, global agierende Marineindustrie könne die strategisch wichtigen Schlüsseltechnologien am Standort Deutschland nachhaltig und dauerhaft absichern.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Anlage: Eingangsstatements der Podiumsredner

Der Deutsche Marinebund fordert: Insolvenz pragmatisch abarbeiten, Straftäter vor Gericht stellen ­ und die „Gorch Fock“ weiterbauen

Die laufende Grundsanierung des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ war in den letzten Monaten durch gestiegene Kosten und einen „Wirtschaftskrimi“ auf der Werft infrage gestellt und zeitweilig gestoppt worden. Die Staatsanwaltschaft hat hierzu die Ermittlungen aufgenommen.

Ganz aktuell hat der Insolvenzantrag der Elsflether Werft, auf der das Schiff repariert werden sollte, für eine neue öffentliche Diskussion gesorgt. Allerdings muss durch die drohende Insolvenz der Weiterbau des Segelschulschiffes der Deutschen Marine nicht zwangsläufig beendet sein! Üblicherweise wird nach einem Konkursantrag geprüft, inwieweit das Unternehmen gerettet werden kann. Hierzu wird in der Regel ein Sanierungsgutachten und -konzept erstellt, das einen realistischen Weg zum Erhalt des Unternehmens aufweist und auch die Voraussetzung für das Engagement der Banken oder anderer Kapitalgeber ist.

„Wir hoffen nach wie vor“, so der Präsident des Deutschen Marinebundes, Heinz Maurus, „dass das auch im Fall der Elsflether Werft gelingt.“ Zu hoffen sei ferner, dass die nunmehr zu erwartenden weiteren Verzögerungen im Rahmen blieben und der Weiterbau der „Gorch Fock“ im festgelegten Kostenrahmen ermöglicht werde!

Maurus: „Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und den parlamentarischen Gremien danken wir für ihr pragmatisches Vorgehen und fordern sie auf, auf Kurs zu bleiben. Wer jetzt nicht alle Möglichkeiten ausschöpft, verbrennt nicht nur die bereits investierten 70 Millionen Euro, sondern beendet auch die über Jahrzehnte erfolgreiche Leistungsbilanz des Deutschen Segelschulschiffes!“

Der Deutsche Marinebund fordert Klarheit zugunsten des Segelschulschiffes GORCH FOCK

Kiel. In dieser Woche werden sich die Marine-Führung und das Verteidigungsministerium ein weiteres Mal mit dem Schicksal des Segelschulschiffes GORCH FOCK der Deutschen Marine befassen.

Der Deutsche Marinebund (DMB) fordert zu einer Versachlichung der Diskussion um das Segelschulschiff auf!

Die laufende Grundsanierung des Segelschulschiffes war durch gestiegene Kosten und jüngst zudem durch einen Korruptionsfall infrage gestellt und in der Öffentlichkeit kontrovers und zum Teil auch in unangebrachter Art diskutiert worden. „Wir machen uns Sorgen um die Zukunft des Schiffes und denken, dass die Fakten sorgfältig geprüft werden müssen. Aus guten Gründen hoffen wir auf eine Entscheidung zugunsten der Bark“, betont DMB-Präsident Heinz Maurus.

Der Verdacht der Vorteilsnahme bei einem Mitarbeiter des Marinearsenals Wilhelmshaven und dem Geschäftsführer der Elsflether Werft müsse durch die Staatsanwaltschaft aufgeklärt werden. „Diese Verfehlung ist ein Vorgang, der unabhängig vom Baufortschritt der GORCH FOCK zu betrachten ist. Sollte der Bundesrepublik Deutschland ein Schaden entstanden sein, müsste dieser reguliert werden“, erklärt Maurus.

Unabhängig hiervon seien die Kosten für die Grundüberholung des Dreimasters zu betrachten. Diese waren zwar sehr in die Höhe geschossen, weitere Kostensteigerungen seien aber nicht zu erwarten, da ein fester Endpreis vereinbart worden sei, so Maurus. Ein Abbruch der Sanierungsarbeiten zum jetzigen Zeitpunkt sei unwirtschaftlich; zudem würde es wegen der strengen Beschaffungsregularien viele Jahre dauern, bis ein Ersatz einsatzfähig wäre. Eine runderneuerte GORCH FOCK hingegen könnte über das Jahr 2040 hinaus eingesetzt werden.

Die Ausbildung auf einem Segelschulschiff hat in Deutschland eine lange Tradition und die GORCH FOCK ist noch heute ein unverzichtbarer Teil der Grundausbildung für Soldaten des Seemännischen Dienstes sowie der Unteroffizier- und Offizierausbildung.

Auf keiner anderen Einheit können seemännische Fertigkeiten so intensiv gelernt, die See mit den Naturgewalten so eindrucksvoll erlebt und Eigenschaften wie Kameradschaft, Rücksichtnahme oder Teamgeist so gut erlernt werden, wie auf einem Segelschiff. „Wir sprechen von einer Ausbildung, die für den Dienst an Bord der modernen Boote und Schiffe unerlässlich ist“, sagt Maurus. Die Deutsche Marine schreibt: „Das Segelschulschiff GORCH FOCK vermittelt ein prägendes Erlebnis und leistet einen unverzichtbaren Beitrag in der Erziehung und Vorbereitung zukünftiger Vorgesetzter an Bord und an Land.“ Zudem verkörpert die GORCH FOCK tradierte Werte im Sinne von kulturellem Erbe, das über Generationen weitergegeben wird. „Es wäre es ein grober Fehler, mit dieser Tradition zu brechen“, sagt Maurus.

Daneben ist die GORCH FOCK eine herausragende Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, die ihrer Funktion zur Völkerverständigung nachkommt. Bei seiner ersten Israelreise 1988 legte der Dreimaster im Hafen von Haifa an und es war das erste Mal, dass deutsche Soldaten israelischen Boden betraten. Auf 168 Auslandsreisen und dem Besuch von 180 Häfen hat dieses Schiff, wie kein anderes, die zwischenstaatlichen Beziehungen gepflegt und insgesamt bei den Soldaten eine hohe Identifikation für ihren Beruf gefördert.

„Das Segelschulschiff fehlt sehr. Es wird höchste Zeit, dass Kommandant und Stammbesatzung nach nunmehr circa 1.000 Tagen auf der Werft eine Perspektive für ihren weiteren Einsatz an Bord der GORCH FOCK bekommen. Es wird höchste Zeit, dass endlich die ständige Diskussion um die Zukunft der GORCH FOCK beendet wird, und die permanente Verunsicherung aufhört. Frau Ministerin von der Leyen, wir erwarten von Ihnen ein klares Bekenntnis zugunsten unseres Segelschulschiffes GORCH FOCK und Planungssicherheit für unsere Marine“, appelliert der Präsident des DMB, Heinz Maurus, abschließend.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Träger der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

 

 

Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertags und zur Würdigung der Beendigung des 1. Weltkriegs

Kranzniederlegung und Gedenken durch hochrangige nationale und internationale Gäste

Laboe. Die traditionelle Kranzniederlegung zur Ehrung der Gefallenen beider Weltkriege am Laboer Ehrenmal fiel in diesem Jahr mit einem bedeutenden historischen Jubiläum zusammen. Vor 100 Jahren, am 11. November 1918, endete der Erste Weltkrieg. Und so wurde in besonderer Weise der Toten gedacht und an den Waffenstillstand erinnert, der die damaligen europäischen Feinde befriedete.

„Gemeinsam erinnern wir heute an die fast zehn Millionen Gefallenen zu Land und zur See, die etwa 20 Millionen Verwundeten und die rund sieben Millionen zivilen Toten des Ersten Weltkriegs“, sagte Heinz Maurus. Der Präsident des Deutschen Marinebunds e.V. rief dazu auf, die Erinnerung an die Gefallenen als Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft zu betrachten: „Wir sollten darüber nachdenken, wie wir unser Europa in Zukunft gestalten wollen: gemeinsam oder gegeneinander, als Freunde oder als Konkurrenten. Oder um es mit den Worten Jean-Claude Junckers, des Präsidenten der Europäischen Kommission, zu sagen: ‚Wer an Europa zweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!’“

Neben Gästen und Partnern aus der deutschen Gesellschaft, Politik und Marine wie Dr. Ekkehard Klug, Landesvorsitzender Schleswig-Holstein des VdK, Klaus Schlie, MdL, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags, und Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte, waren internationale Gäste wie die in der Bundesrepublik akkreditierten Botschafter und Militärattachés eingeladen*. Der britische Marineattaché, Captain (RN) Andy Ewen, übergab den Propeller von UC 75 der Kaiserlichen Marine und Prof. Bill Niven, Universität Nottingham-Trent, gab dem Festakt mit dem Vortrag „Erinnerung und Gedanken“ einen weiteren historischen Rahmen.

Begleitet wurde die Gedenkfeier von den Schlägen der Schiffsglocke des deutschen Schlachtkreuzers SEYDLITZ. Dieser kämpfte am 31. Mai 1916 in der Skagerrakschlacht, der wohl größten Seeschlacht aller Zeiten, mit, wobei 98 Besatzungsangehörige ihr Leben verloren.

Die Kranzniederlegung erfolgte in der Gedenkhalle des Marine-Ehrenmals mit einer ökumenischen Gedenkandacht und einer Totenehrung durch den Vorsitzenden der Marine-Offizier-Vereinigung, Vizeadmiral a.D. Wolfgang Nolting. Das Marine-Ehrenmal ist als internationale Gedenkstätte der Erinnerung an die auf See Gefallenen aller Nationen gewidmet.

*Zu den ausländischen Delegierten der Kranzniederlegung gehörten: Captain Andy Ewen für die Britische Botschaft, Verteidigungsattaché KzS Dan B. Termansen für die Königlich Dänische Botschaft, Honorarkonsul Karsten Meyer für das Italienisches Generalkonsulat, Ron Inglis und Richard Buxton für den Nottingham City Council; die Australische Botschaft sandte einen Kranz.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Grußwort des Landesvorsitzenden Schleswig-Holstein des VdK, Dr. Ekkehard Klug

Übergabe des Propellers von UC 75 der Kaiserlichen Marine durch Captain RN Andy Ewen, britischer Marineattaché.

Vortrag zum Thema "Erinnerung und Gedenken" von Prof. Bill Niven, Universität Nottingham-Trent.

Propeller von UC 75 der Kaiserlichen Marine.

Trauermarsch in das Marine-Ehrenmal.

„November 2018 – Ereignis- und Wirkungsgeschichte des Matrosenaufstands“

Symposium und Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Experten und Gästen
Kiel. In diesen Tagen jähren sich der Kieler Matrosenaufstand und die Novemberrevolution zum 100. Mal. Es sind Ereignisse, die nicht nur weitreichende Folgen für die deutsche Geschichte, sondern auch gravierende Auswirkungen auf die nachfolgenden deutschen Marinen hatten. Die staatspolitischen Folgen des Aufstandes sind hinreichend bekannt. Doch wie sieht die Vorgeschichte der Matrosenmeuterei aus, wie groß war die Reichweite wirklich und welche Nachwirkungen gibt es bis in die heutige Zeit? In der Gesellschaft, in Marine und unter Historikern werden die damaligen Geschehnisse und ihre Wirkungsgeschichte bis heute kontrovers diskutiert.

„Uns ist es wichtig, ein ausgewogenes, reflektiertes Bild der Kieler Ereignisse in der Fördestadt zu zeichnen. Das ist das Ziel der heutigen Veranstaltung, der ich einen guten Verlauf und angeregte, aber trotz der Emotionalität des Themas sachliche Diskussionen wünsche“, sagte Heinz Maurus, der Präsident des Deutschen Marinebunds e.V., am Beginn des wissenschaftlichen Symposiums zur „Ereignis- und Wirkungsgeschichte des Matrosenaufstands“ am 15. November in Laboe.

Daher stand im Mittelpunkt der Betrachtung vor allem das „Innere Gefüge“ der Kaiserlichen Marine. „Wir wollen uns mit den erkennbaren Führungsfehlern und der daraus folgenden unüberbrückbaren Kluft zwischen Offizieren und Mannschaften beschäftigen“, so Maurus.

Im Panel zur Ereignisgeschichte unter Leitung von Prof. Dr. Epkenhans, Potsdam wurde ein Bogen der Geschehnisse von den Matrosenunruhen 1917 bis zur Meuterei 1918 (Vortrag von Dr. Jann M. Witt, DMB) über die Probleme der Menschenführung in der Kaiserlichen Marine (Vortrag von FKpt Dr. Christian Jentzsch, ZMSBw) bis zu den Ereignissen in Kiel im November 1918 (Vortrag von Dr. Martin Rackwitz, Kiel) gespannt.

„Die Lehren können nur sein, dass das wesentliche Erfolgsrezept für moderne Seestreitkräfte die feste Einbindung in die freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine werteorientierte, zeitgemäße Menschenführung ist. In mehr als 60 Jahren Bundeswehr hat sich die ‚Innere Führung’ bewährt“, so der Historiker des DMB, Dr. Jann M. Witt.

Allerdings müsse das Prinzip der Inneren Führung aktiv gepflegt und mit Leben gefüllt werden; es müsse sich immer wieder der Diskussion innerhalb und außerhalb der Streitkräfte stellen und auch kritisch hinterfragt werden dürfen. Im zweiten Panel, das sich mit der Wirkungsgeschichte beschäftigte, wurden unter Leitung von Dr. Stephan Huck, Deutsches Maritimes Museum, Wilhelmshaven, der Matrosenaufstand und die Novemberrevolution ebenso wie deren Vor- und Nachgeschichte intensiv aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. „Kiel und die Revolution – Zur Wirkungs- und Erinnerungsgeschichte der Ereignisse vom November 1918 in Kiel“ referierte Prof. Dr. Oliver Auge, Christian-Albrechts-Universität (CAU), und Knut Kollex, CAU, betrachtete „Die Rezeptionsgeschichte der Novemberrevolution“.

Maritimes Expertengespräch
Auch das anschließende Maritime Expertengespräch am Abend stand ganz im Zeichen der Meuterei und es wurde der Frage nachgegangen, wie es dazu kommen konnte, dass die Mannschaften der Hochseeflotte, der Stolz des Kaiserreiches, entscheidend zum Sturz der Monarchie beigetragen haben. Das beleuchteten der DMB-Historiker Dr. Jann M. Witt in seinem Impulsreferat einleitend und Jörg Alter, Ministerialrat a.D. und DMB-Referent für Politik und Öffentlichkeitsarbeit, in seiner Einführung in das Thema. Der Fokus lag dabei auf den militärischen Führungsproblemen und den Lehren für die heutige Zeit, in der es um Legitimation und Integration der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft geht, mit Konsequenzen für die Innere Führung als moderne Menschenführung.

Es wurde darüber gesprochen, wie heute mit dem Thema Matrosenaufstand und Novemberevolution umgegangen wird. „Heute haben wir das Leitbild des ‚Staatsbürgers in Uniform’ und soldatischer Gehorsam sowie militärische Disziplin sind nicht länger Selbstzweck, sondern an die Werte und Normen des Grundgesetzes gebunden“, sagte Maurus.

Darüber, wie eine moderne Menschenführung auf der Grundlage unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung heute gestaltet wird, und was möglicherweise auf politischer und militärischer Ebene noch verändert oder verbessert werden sollte, sprachen Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, und Flottillenadmiral Rainer W. Endres, Abteilungsleiter Personal, Ausbildung und Organisation im Marinekommando, bei der Podiumsdiskussion, die Wolfgang Ludwig, Oberstleutnant a.D., Sektionsleiter Kiel der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, moderierte.

Bartels, der „Anwalt der Soldaten“ bezeichnete Innere Führung als Ergänzung der äußeren Führung (Befehl und Gehorsam) um ethische und rechtsstaatliche Prinzipien, um innere Werte und ein freiheitliches Gewissen, das jeder Soldat in sich trägt. Er betonte, dass jeder Soldat das Recht auf historische und ethische Bildung habe. Für ihn sei Geschichte immer offen, zum Guten oder Schlechten. „Mögen wir immer Maßstäbe in uns tragen, die zum Guten führen“, wünschte er.

Zudrop zeichnet ein freundliches Bild von der Bundeswehr und berief sich dabei auf eine Umfrage, nach der 80 % der Soldaten zufrieden mit ihrem Beruf und ebenso mit ihrer derzeitigen Verwendung sind. Er schlug den Bogen zwischen Führung damals und heute. „In der Bundeswehr wird dem Thema Menschenführung eine große Bedeutung beigemessen und es wird gut geführt,“ sagte er. Allerdings seien bei einigen Rahmenbedingungen noch Defizite vorhanden und es werde intensiv an Veränderungen gearbeitet.
Endres betonte, dass Soldaten heute als Menschen in Uniform betrachtet würden, die über unverbriefte Rechte als Staatsbürger verfügten. „Wir haben heute ein verändertes Menschenbild mit Akzeptanz des Individuums und wir haben viele Rechte“, sagte Endres. Soldaten müssten zwar auch gefordert werden, beispielsweise im Einsatz, aber es gäbe ein Netz an Rechten und Gesetzen in der Bundeswehr als Arbeitgeber.

Das Symposium veranstalteten der Deutsche Marinebund, die Deutsche Maritime Akademie, die Deutsche Marine, das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und die Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam, zur Podiumsdiskussion hatten der Deutsche Marinebund, die Deutsche Maritime Akademie und die Gesellschaft für Sicherheitspolitik eingeladen.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Fotos der Redner

Prof. Dr. Michael Epkenhans während des Symposium

Blick in das Publikum während des Symposium

Flottillenadmiral Rainer W. Endres, Abteilungsleiter Personal, Ausbildung und Organisation im Marinekommando, während des Maritimen Expertengesprächs.

Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, während des Maritimen Expertengesprächs.

Dr. Jann M. Witt, Historiker des Deutschen Marinebundes, referierte während des Symposium und des Maritimen Expertengesprächs.

Nationale Aufgaben der Seeschifffahrt stärken

Deutscher Marinebund formuliert Wünsche an die Regierung

Kiel. Die Mitglieder des Deutschen Marinebundes e. V. haben sich am 20. Oktober 2018 zum Abgeordnetentag in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt versammelt. Auf dem Treffen des maritimen Interessenverbandes haben die Delegierten ihre Forderungen an die Politik formuliert.

Nach guter Tradition sind die rund 300 Delegierten aus ganz Deutschland mit dem Präsidium und der Bundesgeschäftsführung des Deutschen Marinebundes e. V. (DMB) zum Abgeordnetentag zusammengekommen. Zur Beratung und Abstimmung standen drei Anträge, aus denen die Vollversammlung politische Forderungen abgeleitet hat: die Sicherung der deutschen Seeschifffahrt, den Schutz von Schiffswracks und den Aufbau einer nationalen Küstenwache.

„Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen maritimen Wirtschaft gestellt und damit ein deutliches politisches Signal gesetzt. Wir begrüßen, dass einige unserer Anregungen berücksichtigt worden sind, allerdings müssen aus unserer Sicht noch weitere Maßnahmen getroffen werden“, sagt DMB-Präsident Heinz Maurus.

Forderung: Sicherung der deutschen Seeschifffahrt

Für deutsche Schifffahrtsgesellschaften kann es wegen der hohen Arbeits- und Sozialstandards in Deutschland auf internationaler Fahrt günstiger sein, unter ausländischer Flagge zu fahren. Daher ist die Anzahl von Handelsschiffen unter deutscher Flagge stark zurückgegangen. Sie hat sich seit 2000 halbiert und liegt laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bei aktuell 310 Schiffen (davon 170 mit Eintrag im Internationalen Schiffsregister). Zum gleichen Zeitpunkt (Mai 2018) fuhren 1.918 deutsche Schiffe unter sogenannten Billigflaggen. Das hat gravierende Auswirkungen auf Beschäftigung und Ausbildung deutscher Seeleute.

Um die deutsche Flotte wieder wettbewerbsfähig zu machen und den Trend zur Ausflaggung zu stoppen, hat die Bundesregierung deutschen Reedereien ab 2016 Entlastungen bei den Sozialbeiträgen sowie bei der Lohnsteuer gegeben. Im Gegenzug sollten sie mehr Schiffe unter deutscher Flagge einsetzen.

„Die Reeder haben diese Zusage nicht eingehalten. Wir fordern die Bundesregierung auf, Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Flagge durchzusetzen, um Ausbildung, Beschäftigung und maritimes Know-how für die Volkswirtschaft zu erhalten“, betont Maurus.

Der DMB fordert die Verdoppelung der Schiffe unter deutscher Flagge in der internationalen Seefahrt. Er fordert, dass auf Schiffen über 8.000 BRZ mindestens der Kapitän und drei Schiffsoffi ziere aus Deutschland oder der EU kommen müssen. Und er fordert eine sofortige Evaluierung der 2016 beschlossenen Abmachungen der Bundesregierung mit den Reedern.

Forderung: Schutz von Schiffswracks

Der DMB will den Schutz deutscher Kriegsschiffswracks aus dem Ersten Weltkrieg, die in der Nordsee liegen. Laut UNESCO sind in dieser Zeit mehr als 10.000 Schiffe verschiedener Nationen gesunken. Sie stellen heute bedeutende historische Quellen dar und gehören als solche zum Unterwasserkulturerbe; einige der deutschen Schiffe sind zudem anerkannte Seekriegsgräber.

„In den letzten Jahren sind zahlreiche Kriegsschiffswracks von illegalen Tauchexpeditionen aufgesucht und zum Teil massiv geplündert worden. Das betrifft die Wracks der deutschen Kleinen Kreuzer MAINZ, ARIADNE, CÖLN sowie das deutsche Torpedoboot V 187 vor Helgoland“, erklärt Maurus.

Das Präsidium und die Mitglieder des DMB fordern die Bundesregierung auf, entschiedene und konkrete Schritte zum Schutz deutscher Kriegsschiffswracks des Ersten Weltkrieges in der Nordsee zu ergreifen. Sie fordern darüber hinaus effektive Maßnahmen, um alle deutschen und ausländischen Schiffswracks in den deutschen Hoheitsgewässern und der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone, die als Seegräber zu betrachten sind, gegen illegale Betauchung und Plünderung zu schützen und diese archäologisch zu erfassen und zu untersuchen.

Forderung: Aufbau einer nationalen Küstenwache

Der DMB hat sich auch mit dem Anliegen der Schaffung einer nationalen Küstenwache auseinandergesetzt.
Hans von Wecheln, Leiter AK Küstenwache in der Schutzgemeinschaft Deutscher Nordseeküste forderte vor den Delegierten die Schaffung einer nationalen Küstenwache.

Die jetzigen Strukturen seien ineffizient und müssten auch dahingehend überprüft werden, ob sie einem modernen Katastrophenschutzmanagement entsprächen. Die fünf Küstenbundesländer unterhalten derzeit eigene Wasserschutzpolizeien, hinzu kommen ein Havariekommando sowie Boote von Bundesministerien und der Deutschen Marine.

Der AO-Tag beschloss, die derzeitigen Strukturen zur Sicherheit von Mensch und Küste nochmals zu evaluieren und ggf. eine Online- Petition an den Deutschen Bundestag vorzubereiten.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dach- verband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deut- schen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.


Ministerpräsident Daniel Günther. Foto: DMB

Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine. Foto: Matthias Faermann

Christian B.W. Stuve, Senior Vice President und Leiter Regierungsbeziehungen bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH. Foto: Matthias Faermann

Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes, übergibt ein maritimes Lätzchen an Ministerpräsident Daniel Günther. Foto: Matthias Faermann


Tägliche Führungen im Marine-Ehrenmal

Aufgrund des großen Interesses unserer Besucher bietet der Deutsche Marinebund ab sofort täglich eine Führung im Marine-Ehrenmal an. Damit möchten wir zugleich diesen weltweit einmaligen Lern- und Erinnerungsort begreifbarer sowie Marinegeschichte und -tradition wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken.

Das Marine-Ehrenmal ist ein Spiegel der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Ursprünglich als Kriegerdenkmal errichtet, ist es heute eine nationale Gedenkstätte mit internationalem Charakter und zugleich die offizielle Gedenkstätte der Deutschen Marine. Unsere sachkundigen Mitarbeiter geben den Besuchern auf ihren Führungen durch den Turm, die unterirdische Gedenkhalle und die Historische Halle mit ihren zahlreichen Schiffsmodellen einen tiefen Einblick in die Geschichte des Marine-Ehrenmals und seinen umfassenden Bedeutungswandel von einem Erinnerungsort für die Gefallenen der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg zu einer Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen.

Bis zum 28. Februar 2018 findet die Führung täglich jeweils um 14.00 Uhr statt. Die Teilnahme an der Führung kostet zuzüglich zum Eintrittsgeld für Erwachsende 2 €, für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 1 €. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Führung kostenfrei.

Führungen durch das Technische Museum U 995 sind aufgrund der begrenzten Raumkapazität nicht möglich.

Neben den täglichen Führungen bieten wir wie bisher auch weiterhin individuelle Gruppenführungen zum Preis von 30 € an.

Das Marine-Ehrenmal hat das ganze Jahr über geöffnet. Zu den Öffnungszeiten


Der Deutsche Marinebund hat sich zum Ziel gesetzt, das Marine-Ehrenmal noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Gleichzeitig will sich der DMB als größter maritimer Interessenverband Deutschlands verstärkt in die Diskussion zu Themen der maritimen Sicherheit und der deutschen Schifffahrtspolitik einbringen.

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Unterirdische Gedenkhalle des Marine-Ehrenmals
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Blick vom Marine-Ehrenmal in 85 Meter über NN
(Quelle: Holger Hänisch)

Marine-Ehrenmal und Technisches Museum U 995
(Quelle: Deutscher Marinebund e.V.)

Technisches Museum U 995
(Quelle: Holger Hänisch)