headerbild Wir sind Bewegung.

Presseservice

Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertags und zur Würdigung der Beendigung des 1. Weltkriegs

Kranzniederlegung und Gedenken durch hochrangige nationale und internationale Gäste

Laboe. Die traditionelle Kranzniederlegung zur Ehrung der Gefallenen beider Weltkriege am Laboer Ehrenmal fiel in diesem Jahr mit einem bedeutenden historischen Jubiläum zusammen. Vor 100 Jahren, am 11. November 1918, endete der Erste Weltkrieg. Und so wurde in besonderer Weise der Toten gedacht und an den Waffenstillstand erinnert, der die damaligen europäischen Feinde befriedete.

„Gemeinsam erinnern wir heute an die fast zehn Millionen Gefallenen zu Land und zur See, die etwa 20 Millionen Verwundeten und die rund sieben Millionen zivilen Toten des Ersten Weltkriegs“, sagte Heinz Maurus. Der Präsident des Deutschen Marinebunds e.V. rief dazu auf, die Erinnerung an die Gefallenen als Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft zu betrachten: „Wir sollten darüber nachdenken, wie wir unser Europa in Zukunft gestalten wollen: gemeinsam oder gegeneinander, als Freunde oder als Konkurrenten. Oder um es mit den Worten Jean-Claude Junckers, des Präsidenten der Europäischen Kommission, zu sagen: ‚Wer an Europa zweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!’“

Neben Gästen und Partnern aus der deutschen Gesellschaft, Politik und Marine wie Dr. Ekkehard Klug, Landesvorsitzender Schleswig-Holstein des VdK, Klaus Schlie, MdL, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags, und Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte, waren internationale Gäste wie die in der Bundesrepublik akkreditierten Botschafter und Militärattachés eingeladen*. Der britische Marineattaché, Captain (RN) Andy Ewen, übergab den Propeller von UC 75 der Kaiserlichen Marine und Prof. Bill Niven, Universität Nottingham-Trent, gab dem Festakt mit dem Vortrag „Erinnerung und Gedanken“ einen weiteren historischen Rahmen.

Begleitet wurde die Gedenkfeier von den Schlägen der Schiffsglocke des deutschen Schlachtkreuzers SEYDLITZ. Dieser kämpfte am 31. Mai 1916 in der Skagerrakschlacht, der wohl größten Seeschlacht aller Zeiten, mit, wobei 98 Besatzungsangehörige ihr Leben verloren.

Die Kranzniederlegung erfolgte in der Gedenkhalle des Marine-Ehrenmals mit einer ökumenischen Gedenkandacht und einer Totenehrung durch den Vorsitzenden der Marine-Offizier-Vereinigung, Vizeadmiral a.D. Wolfgang Nolting. Das Marine-Ehrenmal ist als internationale Gedenkstätte der Erinnerung an die auf See Gefallenen aller Nationen gewidmet.

*Zu den ausländischen Delegierten der Kranzniederlegung gehörten: Captain Andy Ewen für die Britische Botschaft, Verteidigungsattaché KzS Dan B. Termansen für die Königlich Dänische Botschaft, Honorarkonsul Karsten Meyer für das Italienisches
Generalkonsulat, Hr Kulajets für das Russisches Konsulat, Ron Inglis und Richard Buxton für den Nottingham City Council; die Australische Botschaft sandte einen Kranz.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Grußwort des Landesvorsitzenden Schleswig-Holstein des VdK, Dr. Ekkehard Klug

Übergabe des Propellers von UC 75 der Kaiserlichen Marine durch Captain RN Andy Ewen, britischer Marineattaché.

Vortrag zum Thema "Erinnerung und Gedenken" von Prof. Bill Niven, Universität Nottingham-Trent.

Propeller von UC 75 der Kaiserlichen Marine.

Trauermarsch in das Marine-Ehrenmal.

„November 2018 – Ereignis- und Wirkungsgeschichte des Matrosenaufstands“

Symposium und Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Experten und Gästen
Kiel. In diesen Tagen jähren sich der Kieler Matrosenaufstand und die Novemberrevolution zum 100. Mal. Es sind Ereignisse, die nicht nur weitreichende Folgen für die deutsche Geschichte, sondern auch gravierende Auswirkungen auf die nachfolgenden deutschen Marinen hatten. Die staatspolitischen Folgen des Aufstandes sind hinreichend bekannt. Doch wie sieht die Vorgeschichte der Matrosenmeuterei aus, wie groß war die Reichweite wirklich und welche Nachwirkungen gibt es bis in die heutige Zeit? In der Gesellschaft, in Marine und unter Historikern werden die damaligen Geschehnisse und ihre Wirkungsgeschichte bis heute kontrovers diskutiert.

„Uns ist es wichtig, ein ausgewogenes, reflektiertes Bild der Kieler Ereignisse in der Fördestadt zu zeichnen. Das ist das Ziel der heutigen Veranstaltung, der ich einen guten Verlauf und angeregte, aber trotz der Emotionalität des Themas sachliche Diskussionen wünsche“, sagte Heinz Maurus, der Präsident des Deutschen Marinebunds e.V., am Beginn des wissenschaftlichen Symposiums zur „Ereignis- und Wirkungsgeschichte des Matrosenaufstands“ am 15. November in Laboe.

Daher stand im Mittelpunkt der Betrachtung vor allem das „Innere Gefüge“ der Kaiserlichen Marine. „Wir wollen uns mit den erkennbaren Führungsfehlern und der daraus folgenden unüberbrückbaren Kluft zwischen Offizieren und Mannschaften beschäftigen“, so Maurus.

Im Panel zur Ereignisgeschichte unter Leitung von Prof. Dr. Epkenhans, Potsdam wurde ein Bogen der Geschehnisse von den Matrosenunruhen 1917 bis zur Meuterei 1918 (Vortrag von Dr. Jann M. Witt, DMB) über die Probleme der Menschenführung in der Kaiserlichen Marine (Vortrag von FKpt Dr. Christian Jentzsch, ZMSBw) bis zu den Ereignissen in Kiel im November 1918 (Vortrag von Dr. Martin Rackwitz, Kiel) gespannt.

„Die Lehren können nur sein, dass das wesentliche Erfolgsrezept für moderne Seestreitkräfte die feste Einbindung in die freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine werteorientierte, zeitgemäße Menschenführung ist. In mehr als 60 Jahren Bundeswehr hat sich die ‚Innere Führung’ bewährt“, so der Historiker des DMB, Dr. Jann M. Witt.

Allerdings müsse das Prinzip der Inneren Führung aktiv gepflegt und mit Leben gefüllt werden; es müsse sich immer wieder der Diskussion innerhalb und außerhalb der Streitkräfte stellen und auch kritisch hinterfragt werden dürfen. Im zweiten Panel, das sich mit der Wirkungsgeschichte beschäftigte, wurden unter Leitung von Dr. Stephan Huck, Deutsches Maritimes Museum, Wilhelmshaven, der Matrosenaufstand und die Novemberrevolution ebenso wie deren Vor- und Nachgeschichte intensiv aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. „Kiel und die Revolution – Zur Wirkungs- und Erinnerungsgeschichte der Ereignisse vom November 1918 in Kiel“ referierte Prof. Dr. Oliver Auge, Christian-Albrechts-Universität (CAU), und Knut Kollex, CAU, betrachtete „Die Rezeptionsgeschichte der Novemberrevolution“.

Maritimes Expertengespräch
Auch das anschließende Maritime Expertengespräch am Abend stand ganz im Zeichen der Meuterei und es wurde der Frage nachgegangen, wie es dazu kommen konnte, dass die Mannschaften der Hochseeflotte, der Stolz des Kaiserreiches, entscheidend zum Sturz der Monarchie beigetragen haben. Das beleuchteten der DMB-Historiker Dr. Jann M. Witt in seinem Impulsreferat einleitend und Jörg Alter, Ministerialrat a.D. und DMB-Referent für Politik und Öffentlichkeitsarbeit, in seiner Einführung in das Thema. Der Fokus lag dabei auf den militärischen Führungsproblemen und den Lehren für die heutige Zeit, in der es um Legitimation und Integration der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft geht, mit Konsequenzen für die Innere Führung als moderne Menschenführung.

Es wurde darüber gesprochen, wie heute mit dem Thema Matrosenaufstand und Novemberevolution umgegangen wird. „Heute haben wir das Leitbild des ‚Staatsbürgers in Uniform’ und soldatischer Gehorsam sowie militärische Disziplin sind nicht länger Selbstzweck, sondern an die Werte und Normen des Grundgesetzes gebunden“, sagte Maurus.

Darüber, wie eine moderne Menschenführung auf der Grundlage unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung heute gestaltet wird, und was möglicherweise auf politischer und militärischer Ebene noch verändert oder verbessert werden sollte, sprachen Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, und Flottillenadmiral Rainer W. Endres, Abteilungsleiter Personal, Ausbildung und Organisation im Marinekommando, bei der Podiumsdiskussion, die Wolfgang Ludwig, Oberstleutnant a.D., Sektionsleiter Kiel der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, moderierte.

Bartels, der „Anwalt der Soldaten“ bezeichnete Innere Führung als Ergänzung der äußeren Führung (Befehl und Gehorsam) um ethische und rechtsstaatliche Prinzipien, um innere Werte und ein freiheitliches Gewissen, das jeder Soldat in sich trägt. Er betonte, dass jeder Soldat das Recht auf historische und ethische Bildung habe. Für ihn sei Geschichte immer offen, zum Guten oder Schlechten. „Mögen wir immer Maßstäbe in uns tragen, die zum Guten führen“, wünschte er.

Zudrop zeichnet ein freundliches Bild von der Bundeswehr und berief sich dabei auf eine Umfrage, nach der 80 % der Soldaten zufrieden mit ihrem Beruf und ebenso mit ihrer derzeitigen Verwendung sind. Er schlug den Bogen zwischen Führung damals und heute. „In der Bundeswehr wird dem Thema Menschenführung eine große Bedeutung beigemessen und es wird gut geführt,“ sagte er. Allerdings seien bei einigen Rahmenbedingungen noch Defizite vorhanden und es werde intensiv an Veränderungen gearbeitet.
Endres betonte, dass Soldaten heute als Menschen in Uniform betrachtet würden, die über unverbriefte Rechte als Staatsbürger verfügten. „Wir haben heute ein verändertes Menschenbild mit Akzeptanz des Individuums und wir haben viele Rechte“, sagte Endres. Soldaten müssten zwar auch gefordert werden, beispielsweise im Einsatz, aber es gäbe ein Netz an Rechten und Gesetzen in der Bundeswehr als Arbeitgeber.

Das Symposium veranstalteten der Deutsche Marinebund, die Deutsche Maritime Akademie, die Deutsche Marine, das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und die Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam, zur Podiumsdiskussion hatten der Deutsche Marinebund, die Deutsche Maritime Akademie und die Gesellschaft für Sicherheitspolitik eingeladen.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Fotos der Redner

Pof. Dr. Dr. h.c. mult Horst Möller während des Symposium

Blick in das Publikum während des Symposium

Flottillenadmiral Rainer W. Endres, Abteilungsleiter Personal, Ausbildung und Organisation im Marinekommando, während des Maritimen Expertengesprächs.

Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, während des Maritimen Expertengesprächs.

Dr. Jann M. Witt, Historiker des Deutschen Marinebundes, referierte während des Symposium und des Maritimen Expertengesprächs.

Nationale Aufgaben der Seeschifffahrt stärken

Deutscher Marinebund formuliert Wünsche an die Regierung

Kiel. Die Mitglieder des Deutschen Marinebundes e. V. haben sich am 20. Oktober 2018 zum Abgeordnetentag in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt versammelt. Auf dem Treffen des maritimen Interessenverbandes haben die Delegierten ihre Forderungen an die Politik formuliert.

Nach guter Tradition sind die rund 300 Delegierten aus ganz Deutschland mit dem Präsidium und der Bundesgeschäftsführung des Deutschen Marinebundes e. V. (DMB) zum Abgeordnetentag zusammengekommen. Zur Beratung und Abstimmung standen drei Anträge, aus denen die Vollversammlung politische Forderungen abgeleitet hat: die Sicherung der deutschen Seeschifffahrt, den Schutz von Schiffswracks und den Aufbau einer nationalen Küstenwache.

„Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen maritimen Wirtschaft gestellt und damit ein deutliches politisches Signal gesetzt. Wir begrüßen, dass einige unserer Anregungen berücksichtigt worden sind, allerdings müssen aus unserer Sicht noch weitere Maßnahmen getroffen werden“, sagt DMB-Präsident Heinz Maurus.

Forderung: Sicherung der deutschen Seeschifffahrt

Für deutsche Schifffahrtsgesellschaften kann es wegen der hohen Arbeits- und Sozialstandards in Deutschland auf internationaler Fahrt günstiger sein, unter ausländischer Flagge zu fahren. Daher ist die Anzahl von Handelsschiffen unter deutscher Flagge stark zurückgegangen. Sie hat sich seit 2000 halbiert und liegt laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bei aktuell 310 Schiffen (davon 170 mit Eintrag im Internationalen Schiffsregister). Zum gleichen Zeitpunkt (Mai 2018) fuhren 1.918 deutsche Schiffe unter sogenannten Billigflaggen. Das hat gravierende Auswirkungen auf Beschäftigung und Ausbildung deutscher Seeleute.

Um die deutsche Flotte wieder wettbewerbsfähig zu machen und den Trend zur Ausflaggung zu stoppen, hat die Bundesregierung deutschen Reedereien ab 2016 Entlastungen bei den Sozialbeiträgen sowie bei der Lohnsteuer gegeben. Im Gegenzug sollten sie mehr Schiffe unter deutscher Flagge einsetzen.

„Die Reeder haben diese Zusage nicht eingehalten. Wir fordern die Bundesregierung auf, Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Flagge durchzusetzen, um Ausbildung, Beschäftigung und maritimes Know-how für die Volkswirtschaft zu erhalten“, betont Maurus.

Der DMB fordert die Verdoppelung der Schiffe unter deutscher Flagge in der internationalen Seefahrt. Er fordert, dass auf Schiffen über 8.000 BRZ mindestens der Kapitän und drei Schiffsoffi ziere aus Deutschland oder der EU kommen müssen. Und er fordert eine sofortige Evaluierung der 2016 beschlossenen Abmachungen der Bundesregierung mit den Reedern.

Forderung: Schutz von Schiffswracks

Der DMB will den Schutz deutscher Kriegsschiffswracks aus dem Ersten Weltkrieg, die in der Nordsee liegen. Laut UNESCO sind in dieser Zeit mehr als 10.000 Schiffe verschiedener Nationen gesunken. Sie stellen heute bedeutende historische Quellen dar und gehören als solche zum Unterwasserkulturerbe; einige der deutschen Schiffe sind zudem anerkannte Seekriegsgräber.

„In den letzten Jahren sind zahlreiche Kriegsschiffswracks von illegalen Tauchexpeditionen aufgesucht und zum Teil massiv geplündert worden. Das betrifft die Wracks der deutschen Kleinen Kreuzer MAINZ, ARIADNE, CÖLN sowie das deutsche Torpedoboot V 187 vor Helgoland“, erklärt Maurus.

Das Präsidium und die Mitglieder des DMB fordern die Bundesregierung auf, entschiedene und konkrete Schritte zum Schutz deutscher Kriegsschiffswracks des Ersten Weltkrieges in der Nordsee zu ergreifen. Sie fordern darüber hinaus effektive Maßnahmen, um alle deutschen und ausländischen Schiffswracks in den deutschen Hoheitsgewässern und der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone, die als Seegräber zu betrachten sind, gegen illegale Betauchung und Plünderung zu schützen und diese archäologisch zu erfassen und zu untersuchen.

Forderung: Aufbau einer nationalen Küstenwache

Der DMB hat sich auch mit dem Anliegen der Schaffung einer nationalen Küstenwache auseinandergesetzt.
Hans von Wecheln, Leiter AK Küstenwache in der Schutzgemeinschaft Deutscher Nordseeküste forderte vor den Delegierten die Schaffung einer nationalen Küstenwache.

Die jetzigen Strukturen seien ineffizient und müssten auch dahingehend überprüft werden, ob sie einem modernen Katastrophenschutzmanagement entsprächen. Die fünf Küstenbundesländer unterhalten derzeit eigene Wasserschutzpolizeien, hinzu kommen ein Havariekommando sowie Boote von Bundesministerien und der Deutschen Marine.

Der AO-Tag beschloss, die derzeitigen Strukturen zur Sicherheit von Mensch und Küste nochmals zu evaluieren und ggf. eine Online- Petition an den Deutschen Bundestag vorzubereiten.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dach- verband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deut- schen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.


Maritime Wirtschaft braucht eine starke Marine

Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Marine

Kiel – Deutschland ist nicht nur drittgrößtes Exportland, sondern auch viertgrößte Schifffahrtsnation der Welt und der deutsche Schiffbau hat einen anerkannten Platz auf dem Weltmarkt. Maritime Wirtschaft und Seetransport sind auf die Marine angewiesen, auch im Hinblick auf Innovationen, Schutz und Aufträge. Wie sieht das Zusammenspiel von Handelsschifffahrt und Marine aus? Wie kommen Marine und Schiffbau zusammen? Welche Synergien gibt es? Welche Rolle muss eine Marine heutzutage einnehmen?

Diesen und weiteren Fragen wurde bei der Podiumsdiskussion „Maritime Wirtschaft braucht eine starke Marine“ von einem hochkarätig besetzten Panel nachgegangen. Zur Veranstaltung am 19. Oktober 2018 hatten der Deutsche Marinebund e. V. und der Verein Maritimes Cluster Norddeutschland e. V. eingeladen.

„Mit der Frage nach der modernen Rolle der Marine für die maritime Wirtschaft haben wir ein hochaktuelles Thema für unsere Podiumsdiskussion. Das zeigt sich auch in der Zusage aller angefragten hochkarätigen Podiumsteilnehmer und der mit rund 300 Teilnehmern gut besuchten, nahezu ausgebuchten Veranstaltung“, so Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes e. V.

Begleitet von Stefan Hans Kläsener, Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG, als Moderator diskutierten Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine, Dieter Rottsieper, COO Privinvest Holding, Christian B.W. Stuve, Senior Vice President und Leiter Regierungsbeziehungen bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH.

Die Marine ist ein ganz wichtiger Nachfrager für die maritime Wirtschaft

„Wir wollen eine starke Marine und eine starke maritime Wirtschaft. Beides bedingt teilweise einander“, sagte Daniel Günther in seinem Eingangsstatement. Er hob die Rolle der Marine als wichtigen Nachfrager in der Wehrtechnik und für die maritime Wirtschaft hervor und verwies auf die Wertschöpfung, die im Land spürbar sei. Dabei gehe es um Schleswig-Holstein als industriellen Standort und um marine Hochtechnologie, die weltweit nachgefragt werde. Nicht zuletzt würden die Aufträge der Marine gebraucht, um das Know-how und die Schlüsseltechnologie in Deutschland zu halten und um Innovationen zu ermöglichen.

„Ich will das nicht auf Wehrtechnik verengen. Ich will, dass Meerestechnik und Schiffbau in ihrer gesamten Breite in Schleswig-Holstein eine Zukunft haben. Die gesamte Branche hat ein riesiges Innovationspotenzial“, so der Ministerpräsident. Und das gelte ausdrücklich nicht nur für Schleswig-Holstein, sondern für ganz Deutschland.

Der Marineschiffbau ist ein zentraler Bestandteil der maritimen Wirtschaft

Auch Norbert Brackmann betonte Deutschlands Interesse an einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Marineindustrie und zwar sowohl im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung, für die die Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen schaffe, als auch vor dem Hintergrund zunehmender sicherheitspolitischer Herausforderungen.

„Der Erhalt sicherer Seewege ist für ein Land wie Deutschland, das stärker in die globalen Wertschöpfungsketten integriert ist als kaum ein anderes Land auf dieser Erde, von essentieller Bedeutung. Hinzu kommen Konfliktherde in der Peripherie Europas – mit teils erheblichen Auswirkungen auch für uns direkt“, so der Koordinator für die maritime Wirtschaft. Deutschland brauche eine starke Marine und einen Marineschiffbau, der diesen Entwicklungen Rechnung trage. Das erfordere höhere Anstrengungen Deutschlands und Europas insgesamt, vor allem auch bei den Verteidigungsausgaben und der besseren Ausrüstung der Bundeswehr sowie in der europäischen Rüstungszusammenarbeit.

Die Deutsche Marine wird und muss wieder wachsen

Deutschland verfüge heute über die zahlenmäßig kleinste Marine seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, erklärte Vizeadmiral Andreas Krause. Dagegen sei die Auftragslast der Marine durch internationale Einsatzverpflichtungen und internationales Krisenmanagements signifikant angestiegen. „Wir brauchen jederzeit die höchstmögliche Zahl an einsatzbereiten Einheiten“, so Krause. Dies machten das sicherheitspolitische Umfeld sowie der Schutz der globalen Handels-, Informations- und Versorgungswege zwingend erforderlich.

„Die Entscheidung der Bundesregierung, den Wehretat in den kommenden Jahren schrittweise zu erhöhen, ist die folgerichtige Konsequenz daraus. Hieran muss zwingend festgehalten werden, um den notwendigen Modernisierungskurs der Deutschen Marine über die nächste Dekade sicherzustellen“, sagte der Vizeadmiral. Hierfür brauche die Marine eine starke maritime Industrie als verlässlichen Partner.

Die Marine treibt Innovationen in der maritimen Wirtschaft voran

Als Vertreter einer auf Militärschiffe spezialisierten Werft unterstrich Dieter Rottsieper die Wechselbeziehung zwischen maritimer Wirtschaft und Marine. Der militärische Schiffbau leiste trotz jahrelangem Schrumpfungsprozess einen großen Beitrag zur Wertschöpfung in Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert das jährliche Umsatzvolumen des Sektors auf bis zu 50 Milliarden Euro. Rund 400.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt von der maritimen Wirtschaft abhängig.

„Gleichzeitig ist der militärische Schiffbau ein Treiber der Innovation. Doch nur, wenn die Werften genügend Aufträge der heimischen Marine erhalten, können sie sich technologisch weiterentwickeln und ihre Konkurrenzfähigkeit auf Dauer sicherstellen“, sagte Rottsieper und warb dafür, den gesamten Marineschiffbau zur schützenswerten Schlüsseltechnologie zu erklären. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen Deutschlands zeige sich außerdem, dass die hiesige Marineindustrie einen großen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands leiste und das Vorhandensein hochmoderner und funktionstüchtiger Werften an Nord- und Ostsee von sicherheitspolitischer Bedeutung sei.

Eine starke Marine braucht eine starke maritime Wirtschaft

Christian Stuve stellte die Bedeutung der Marineschiffbauindustrie als Ausrüster der Deutschen Marine in den Fokus seiner Betrachtung und bezeichnete das Zusammenspiel von Marine und maritimer Industrie als unverzichtbaren Bestandteil einer glaubwürdigen deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. „Deutschland verfügt über eine global agierende leistungsfähige Marineschiffbauindustrie von strategischer Bedeutung. Diese gilt es auch zum Vorteil der Deutschen Marine zu erhalten“, so Stuve. Nur der Erhalt der Systemfähigkeit in Deutschland garantiere jederzeit den uneingeschränkten Zugriff auf anerkannte Hochtechnologie.

Stuve plädierte dafür, die Vergabe von deutschen Marineaufträgen im Inland zu belassen und darüber hinaus zusätzliche Exportprojekte zu vergeben, um die deutsche Marineindustrie und ihre meist mittelständischen Zulieferer auszulasten. Nur eine eigene leistungsfähige, global agierende Marineindustrie könne die strategisch wichtigen Schlüsseltechnologien am Standort Deutschland nachhaltig und dauerhaft absichern.

Der Deutsche Marinebund e. V. (DMB), gegründet 1891, ist heute der größte maritime Interessenverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von deutschlandweit mehr als 270 Vereinen sowie zahlreichen Marinekameradschaften und bietet allen mit der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine und der Handelsschifffahrt fördert er alle Bereiche der deutschen Seefahrt und der maritimen Wirtschaft. Die Bundesgeschäftsstelle des DMB befindet sich im Ostseebad Laboe; der DMB ist Eigentümer der Gedenkstätte Marine-Ehrenmal und des Technischen Museums U 995 in Laboe.

Anlage: Eingangsstatements der Podiumsredner

Ministerpräsident Daniel Günther. Foto: DMB

Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine. Foto: Matthias Faermann

Christian B.W. Stuve, Senior Vice President und Leiter Regierungsbeziehungen bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH. Foto: Matthias Faermann

Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes, übergibt ein maritimes Lätzchen an Ministerpräsident Daniel Günther. Foto: Matthias Faermann


Tägliche Führungen im Marine-Ehrenmal

Aufgrund des großen Interesses unserer Besucher bietet der Deutsche Marinebund ab sofort täglich eine Führung im Marine-Ehrenmal an. Damit möchten wir zugleich diesen weltweit einmaligen Lern- und Erinnerungsort begreifbarer sowie Marinegeschichte und -tradition wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken.

Das Marine-Ehrenmal ist ein Spiegel der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Ursprünglich als Kriegerdenkmal errichtet, ist es heute eine nationale Gedenkstätte mit internationalem Charakter und zugleich die offizielle Gedenkstätte der Deutschen Marine. Unsere sachkundigen Mitarbeiter geben den Besuchern auf ihren Führungen durch den Turm, die unterirdische Gedenkhalle und die Historische Halle mit ihren zahlreichen Schiffsmodellen einen tiefen Einblick in die Geschichte des Marine-Ehrenmals und seinen umfassenden Bedeutungswandel von einem Erinnerungsort für die Gefallenen der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg zu einer Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen.

Bis zum 28. Februar 2018 findet die Führung täglich jeweils um 14.00 Uhr statt. Die Teilnahme an der Führung kostet zuzüglich zum Eintrittsgeld für Erwachsende 2 €, für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 1 €. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Führung kostenfrei.

Führungen durch das Technische Museum U 995 sind aufgrund der begrenzten Raumkapazität nicht möglich.

Neben den täglichen Führungen bieten wir wie bisher auch weiterhin individuelle Gruppenführungen zum Preis von 30 € an.

Das Marine-Ehrenmal hat das ganze Jahr über geöffnet. Zu den Öffnungszeiten


Der Deutsche Marinebund hat sich zum Ziel gesetzt, das Marine-Ehrenmal noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Gleichzeitig will sich der DMB als größter maritimer Interessenverband Deutschlands verstärkt in die Diskussion zu Themen der maritimen Sicherheit und der deutschen Schifffahrtspolitik einbringen.

Für Pressevertreter bieten wir Infomaterialien zur Veröffentlichung und Ankündigung unserer Veranstaltungen an.
Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrer Redaktion und bedanken uns herzlich für Belegexemplare.


Presseservice

Folgend erhalten Sie von uns Logo- und Bildmaterial für die redaktionelle und private Verwendung.

Die Nutzung der nachfolgenden Daten ist bei Nennung der Quelle „Deutscher Marinebund “ honorarfrei.
Logos und Bilder dürfen nicht verfremdet oder mit anderen Elementen oder Bildern kombiniert werden.

Die Fotos dürfen nicht für werbliche oder kommerzielle Zwecke verwendet werden.
Nutzungsrecht sowie Copyright bleiben dem Deutschen Marinebund vorbehalten, wenn nicht anders im Bildnachweis beschrieben.

Eine entgeltliche Weitergabe ist nicht gestattet. Zuwiderhandlung o.a. Nutzungsbestimmungen bzw. Veröffentlichungen mit Verstoß gegen Mediendienste Strafvertrag (MStV) oder Teledienstegesetz (TDG) werden strafrechtlich verfolgt.

Wir bitten Sie um ein Belegexemplar.
Für weitere Wünsche wenden Sie sich bitte an unsere Bundesgeschäftsstelle.

Infoservice

Tel: (0 43 43) 49 48 49 -40
Fax: (0 43 43) 49 48 49 -67

E-Mail: onlineredaktion@marinebund.de

Belegexemplare bitte an

Deutscher Marinebund e.V.
Strandstraße 92
24235 Laboe

Logo DMB

Logodaten des Deutschen Marinebundes e.V.

Die zur Verfügung gestellten Logodaten, dienen ausschließlich zur Verwendung von Pressebeiträgen und für angehörige Vereine. Verfremdung, Umgestaltung oder anderweitig nicht sinngemäße Verwendungen sind nicht erwünscht. Alle Daten unterliegen dem Urheberrecht, des Deutschen Marinebundes e.V.


Bildmaterial

Alle Bilder dürfen für redaktionelle Zwecke verwendet werden. Die jeweils aufgeführte Quelle ist so zu übernehmen.

Bild downloaden

Unterirdische Gedenkhalle des Marine-Ehrenmals
(Quelle: Holger Hänisch)

Bild downloaden

Blick vom Marine-Ehrenmal in 85 Meter über NN
(Quelle: Holger Hänisch)

Bild downloaden

Marine-Ehrenmal und Technisches Museum U 995
(Quelle: Deutscher Marinebund e.V.)

Bild downloaden

Technisches Museum U 995
(Quelle: Holger Hänisch)