headerbild Wir sind Tradition.

Historie

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Der Verein Deutscher Marinebund e.V. kann auf eine lange, über hundertjährige Tradition zurückblicken. Im Juni 1891 wurde der „Bund Deutscher Marinevereine“ gründete. Damals konnten nur aktive und ehemalige Marineangehörige aller Dienstgrade Mitglied werden. Die Pflege der Kameradschaft, der Gedankenaustausch über das gemeinsam Erlebte und Wohlfahrtseinrichtungen für die Mitglieder standen im Mittelpunkt.

Nach Ende des 1. Weltkrieges entstand die Idee, eine Gedenkstätte für die gefallenen Marinesoldaten zu errichten. 1936 wurde das Marine-Ehrenmal in Laboe eingeweiht.

Im Dritten Reich verlor der Marinebund seine Selbstständigkeit und erst Ende 1952 wurde der Verein Deutscher Marinebund e.V. als Dachverband aller Marine-Vereine und -Kameradschaften in Wilhelmshaven wieder gegründet.

Heute ist der DMB der größte maritime Interessensverband Deutschlands, unterstützt durch eine eigene Organisation die Jugendarbeit und fördert mit dem Marine-Regatta-Verein e.V. den Wassersport. Auch außerhalb Deutschlands ist der DMB ein anerkannter Partner und Gründungsmitglied der Internationalen Seefahrer Föderation (ISF).

Der Verein Deutscher Marinebund e.V. blickt auf eine weit über 100-jährige Geschichte zurück. Er entstand in der Zeit der Flotteneuphorie des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918), in der die Kaiserliche Marine im Selbstverständnis und im Bewusstsein der Gesellschaft zur eigenen Teilstreitkraft wurde.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie etwas über die Geschehnisse von der Gründung des DMB bis heute.


1891 - 1918

Im Juni 1891 gründeten einige Marinevereine mit etwa 1.000 Mitgliedern den Verein Deutscher Marine-Bund als reichsweiten Dachverband mit der Zielsetzung:

• gemeinsam, aber unabhängig vom ‚allmächtigen‘ Reichskriegerbund, maritimes Gedankengut in Deutschland und damit eigene Interessen eigenständig zu vertreten
• die bei der Marine erlebte Kameradschaft auch an Land und auch nach der Dienstzeit weiterzuleben sowie ihre Tradition und ihren Brauchtum weiter zu pflegen
• sich gegenseitig zu unterstützen
• Mitglieder konnten (bis nach dem Zweiten Weltkrieg) nur aktive und ehemalige Marineangehörige aller Dienstgrade werden.

Die Idee setzte sich auch gegen den Reichskriegerbund durch, der allerdings bereits 1893 die Umbenennung in Vereinigung Deutscher Marine-Vereine durchsetzte. 1908 verlegte der Dachverband seinen Sitz nach Bremen und wuchs bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges zu einem Verband mit ca. 22.000 Mitgliedern in 269 Marine-Vereinen im gesamten Deutschen Reich an.

Dem Selbstverständnis der damaligen Zeit entsprechend hat man sich folgende Ziele gesetzt:

Zielsetzung 1908:
• die Liebe zu Kaiser, Landesfürsten, Vaterland pflegen
• die Verbindungen der Marinevereine untereinander stärken
• den kameradschaftlichen Geist wach halten
• Wohlfahrteinrichtungen und Zahlung von Unterstützung aus der gemeinsamen Kasse gewährleisten


1919 - 1945

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) änderte der Verband 1922 erneut seinen Namen in Bund Deutscher Marine-Vereine (BDM-V) und widmete sich den beiden vordringlichsten Zielen:

• der gegenseitigen Hilfe und kameradschaftlichen Unterstützung
• dem ehrenden Gedenken der im Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten

In den schweren Jahren der Nachkriegszeit wurde, angesichts der zum Teil großen wirtschaftlichen Not und aus dem Gefühl heraus, durch den Versailler Vertrag 1919 ungerecht und unehrenhaft behandelt zu werden, der Zusammenhalt des Blauen Tuchs in besonderer Weise gesucht. Ihm kam seitens der ehemaligen Marineangehörigen eine besondere Bedeutung, das Gefühl des Geborgenseins in einer Gruppe Gleichgesinnter, zu.

Zielsetzung 1922:

„Durch Zusammenfassung aller im Deutschen Reich bestehenden und sich neu bildenden Marine-Vereine die Liebe zum deutschen Vaterland und dem deutschen Volke unter seinen Mitgliedern gemeinsam zu pflegen (und) ihre Gesamtheit nach außen hin und insbesondere die Interessen der Kriegsgeschädigten und Kriegshinterbliebenen zu vertreten“

In dieser Zeit (1925) entstand die Idee, ein Ehrenmal für die gefallenen Marinesoldaten des Ersten Weltkriegs zu errichten. Ihre Umsetzung wurde 1926 vom Bund beschlossen und in den Jahren von 1926 (Grundsteinlegung) bis 1936 (Einweihung) verwirklicht. Der BDM-V errichtete das Marine-Ehrenmal in Laboe mit ausschließlich privaten Mitteln (Öffentliche Sammlungen, Mitgliederspenden,…). Er ist bis heute dessen Eigentümer und unterhält es ohne staatliche Unterstützung.

1932 gehörten dem BDM-V reichsweit etwa 35.000 Mitglieder in ca. 600 Marinevereinen an. Wie alle Vereine und Verbände wurde auch der BDM-V in der Zeit des Nationalsozialismus staatlich vereinnahmt und ‚gleichgeschaltet‘. Ab 1933 verlor er seine Eigenständigkeit, erhielt den Namen Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund (NS-DMB) und wurde der Kriegsmarine zugeordnet. Der Selbständigkeit verlustig gegangen verschwand er als Dachverband in der Bedeutungslosigkeit, auch, wenn seine Mitgliederzahlen statistisch stark anstiegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde der NS-DMB wie alle NS-Organisationen verboten, gemäß Beschluss des Alliierten Kontrollrats aufgelöst und sein Vermögen, darunter das Marine-Ehrenmal, beschlagnahmt


1946 - 1971

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten sich (in Westdeutschland) sehr rasch wieder Marinevereine und Marinekameradschaften, da ähnlich der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs ein besonderer Bedarf an Zusammenhalt und zur gegenseitigen Unterstützung bestand. Dabei erwies sich das Blaue Tuch erneut als bedeutender Einigungs- und Identifikationsfaktor. Die im Borddienst im Krieg erlebte Kameradschaft wurde zum tagenden Element der neuen Zusammengehörigkeit.

Ende 1952 wurde der Verein Deutscher Marinebund e.V. (DMB) als Dachverband aller Marinevereine und Marinekameradschaften in Wilhelmshaven wiedergegründet und bei einem ersten großen Marinetreffen im Mai 1953 emotional und ideell konstituiert.

Sehr bald nach der Wiedergründung gehörten dem DMB schon ca. 15.000 Mitglieder in 216 Marinekameradschaften und -vereinen an. Geprägt durch die Gemeinsamkeit von Kriegsmarine, Fischerei und Handelsschifffahrt im Krieg konnten nun auch Nicht-Mariner Mitglied werden.

Zielsetzung 1952/53:

• Erhalten der Kameradschaft, Zusammenfassung aller dem Bund angeschlossenen Kameradschaften, Vertretung der Gesamtheit dieser nach außen
• Pflege und Liebe zum deutschen Volk und Vaterland, getragen von der Anhänglichkeit an die alte Waffe
• soziale Fürsorge für Mitglieder und ihre Angehörigen
• Jugendarbeit
• Verwalten des beweglichen und unbeweglichen Vermögens des Bundes

Der DMB wuchs bis in die 80er Jahre zum größten Dachverband ehemaliger Marineangehöriger an, dem sich die Mehrzahl aller westdeutschen Marinekameradschaften und -vereine anschlossen. Bereits 1960 erreichte die Mitgliederzahl in rund 400 Einzelvereinen etwa 20.000 Personen.

1954 erhielt der DMB das Marine-Ehrenmal in Laboe zurück. Dieses ideelle Zentrum des Dachverbandes wurde mit eigenen Mitteln saniert und inhaltlich neu gestaltet, um nun auch den Toten des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Seit Mai 1956 erinnert eine Dankestafel des Bundes der Vertriebenen an die Rettungsaktion der Kriegs- und Handelsmarine in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945. Das Gedenken an die Rettung über die Ostsee 1945 im Marine-Ehrenmal in Laboe ist seit dem ein besonderes Anliegen des DMB.


1972 - 1989

Die 1972 erfolgte Aufstellung des U-Bootes U995 als technisches Museum am Strand von Laboe und die 1979 aufgestellte Backbord-Schraube des Schweren Kreuzers PRINZ EUGEN, der 1946 nach Atomversuchen der USA im Pazifik gesunken war, ergänzen seit dem die Gesamtanlage der Gedenkstätte in Laboe.

Einer eigenen Jugendorganisation (bis 2002 die Deutsche Marinejugend, heute die Jugend im DMB) fühlt sich der DMB ebenso verpflichtet wie der Förderung des Wassersports durch den Marine-Regatta-Verein e.V. (MRV). Der Gedanke kameradschaftlicher Hilfe wird im Sozialwerk des Deutschen Marinebundes e.V. verwirklicht, dessen Erholungswerk, das Scheerhaus in Laboe, ein beliebter und geschätzter Treffpunkt aller DMB-Mitglieder ist.

Wie schon immer widmete und widmet sich der DMB sowohl der Verbreitung maritimen Gedankenguts in Deutschland, als auch der Pflege maritimen Brauchtums und von Marinetraditionen sowie besonders der Kameradschaft, dies aber nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen und internationalen Rahmen. Dies findet nicht nur Ausdruck in Patenschaften zu ausländischen Marinevereinen, sondern vor Allem auch in der Mitgliedschaft des DMB in der Internationalen Seefahrer Föderation (ISF), der er seit 1972 als Gründungsmitglied angehört.

1986 wurde unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit der 50. Jahrestag der Einweihung des Marine-Ehrenmals in Laboe gedacht. Damals erklärte der amtierende Präsident des schleswig-holsteinischen Landtags, Rudolf Titzck:

„Ein Volk, das vergäße, seine Toten zu ehren, verlöre seine eigene Kultur.“ … „Wir können Frieden in Freiheit schaffen und bewahren. Wir können Grenzen überwinden zwischen den Gegnern von einst. Wir wollen als Deutsche mit allen Nachbarn in Frieden leben.“

Dem darin zum Ausdruck gekommenen Aufruf hat sich der DMB seither stets verpflichtet gefühlt und danach gehandelt.

Zielsetzung 1987:

Der DMB ist der Dachverband der in den Marinekameradschaften, -vereinen und den Einzelmitgliedern zusammengeschlossenen ehemaligen und aktiven Angehörigen der Marine, der Handelsschifffahrt und der Fischerei sowie solcher Personen, die diese Einrichtungen fördern und das maritime Gedankengut bejahen und pflegen.
Der DMB hat sich die Aufgabe gestellt, weite Bevölkerungskreise für die Bedeutung und Notwendigkeit der Seefahrt für die Bundesrepublik Deutschland zu interessieren.
Der DMB ist parteilich und konfessionell unabhängig und neutral.
Der DMB bekennt sich zu der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerten Staatsform.
Der DMB pflegt deutsche Marinetraditionen und fördert alle Bereiche der deutschen Seefahrt in enger Zusammenarbeit mit der Marine und Handelsschifffahrt.
Der DMB pflegt und fördert maritimes Brauchtum, wie z.B. Shanty-Musik, Seemannschaft usw.
Der DMB unterhält und pflegt das Marine-Ehrenmal in Laboe.
Dieser generellen Zielsetzung und Aufgabenstellung ist der DMB bis heute verpflichtet.


1990 - heute

In den 1990er Jahren wurde in einer gewaltigen Anstrengung aller Mitglieder und ohne staatliche Unterstützung das Marine-Ehrenmal in Laboe in wesentlichen Bereichen saniert. Es war allen DMB-Mitgliedern und vielen Mitbürgern ein Anliegen und eine selbstverständliche Verpflichtung, die Bauerhaltung, Instandsetzung und Erneuerung dieses in der Welt einmaligen Monuments zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit dieser Aktion wurde dem Marine-Ehrenmal die seit dem Zweiten Weltkrieg gewachsene Sinngebung deutlich sichtbar eingebracht:

Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen
Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren

Als größter maritimer Interessenverband Deutschlands mit rund 11.000 Mitglieder in mehr als 300 Einzelvereinen pflegt der DMB die deutschen Marinetraditionen und das maritime Brauchtum. Er bietet allen mit dem Meer und der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. Ebenso fördert der Deutsche Marinebund in enger Zusammenarbeit mit der Marine und Handelsschifffahrt alle Bereiche der deutschen Seefahrt. Dazu gehört auch, die deutsche Bevölkerung über die Bedeutung und Notwendigkeit der Seefahrt für die Bundesrepublik Deutschland zu informieren. Der DMB beteiligt sich parteipolitisch neutral an der Diskussion über aktuelle maritime Themen und ist Ansprechpartner für die maritimen Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft.

Das Selbstverständnis des DMB ruht heute auf drei Säulen:
• auf der gemeinsamen, durch den Dienst in der Marine oder durch die Seefahrt geprägten Lebenserfahrung, die zu einem engen Zusammenhalt und oft zu lang anhaltenden Freundschaften führt, und der daraus erwachsenen Kameradschaft und Solidarität,

• auf dem Wissen um die Bedeutung der Seefahrt für unser Wirtschaftssystem, unseren Wohlstand und unsere sozialen Errungenschaften sowie

• auf dem Bewusstsein, als größter Ehemaligenverein der Deutschen Marinen in engem Kontakt mit der aktiven Marine die Marinetraditionen zu erhalten und weiterzuführen, den gefallenen deutschen Seefahrern beider Weltkriege, aber auch den auf See Gebliebenen aller Nationen und den Angehörigen der Deutschen Marine, die seit 1955 ihr Leben ließen, ein im auf der Welt einmaligen und einzigartigen Marine-Ehrenmal in Laboe ehrendes Andenken zu bewahren.