Ankerplatz gewechselt
Bericht über die Abschiedsfeier der Marinekameradschaft Linden-Dahlhausen von 1903 und des Seemannschores „Die Knurrhähne“ von ihrem langjährigen Ankerplatz in der Keilstraße 9a
Am Donnerstag, den 23. April 26, trafen sich Mitglieder der Marinekameradschaft Linden-Dahlhausen von 1903, um in geselliger und harmonischer, wenn auch etwas wehmütiger Atmosphäre Abschied vom alten und schönen Vereinsheim im Matthias-Claudius-Haus zu nehmen. Der Schatzmeister Friedhelm hat uns allen „zur Feier des Tages“ einen leckeren Zwiebelbraten mit warmen Kartoffelsalat, auf Vereinskosten spendiert.
Nach dem Gemeinschaftsessen und nach der Ehrung zweier langjähriger Mitglieder im Deutschen Marinebund, Birgit Botterbusch (10 Jahre) und Norbert Lange (40 Jahre) mit Urkunde und Ehrennadel, überreicht durch den neuen 1. Vorsitzenden Wolfgang Jackl, packten unsere beiden Akkordeonspieler (Heinz und Friedel) ihre Instrumente aus und es ging los mit fröhlichem Gesang unserer alten Seemannslieder. So z.B. das „Lied der Knurrhähne“, unsere Erkennungsmelodie, oder „Ein Korn und ein Bier und ein Schifferklavier“, und „Rolling Home“, „Rum aus Jamaika“ uvm.
Kamerad Gustav Gröning, der schon zur Gründungszeit der „Knurrhähne“ im Jahre 2003 Vorsitzender der MK war, erzählte uns, wie er damals zu Jürgen Vaupel, dem damaligen Küster der örtlichen ev. Kirchengemeinde und dem damaligen Gemeindepfarrer gegangen war, um mit ihnen über die Überlassung der „kirchlichen“ Kegelbahn im Kellergeschoss des Matthias-Claudius-Hauses, die sie nicht mehr brauchten, als unserem Vereins- und Proberaum zu verhandeln. Neben der Ausschmückung des neuen Vereinsheimes mit Marinebildern, Wimpeln und zahlreichen Schiffsmodelle wurde auch eine Biertheke eingebaut.
Nachdem das erste Bier, frisch vom Fass gezapft war, nahmen die Knurrhähne und die MK-Linden-Dahlhausen einen ungeahnten Aufschwung, sodass auch der Gemeindepfarrer aufmerksam wurde und sich den Kellerraum in „seinem“ Gemeindehaus mal anschauen wollte. Als er den Thekenbetrieb sah, war er erstmal entsetzt und sagte zu Gustav: „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meine Zustimmung nicht gegeben.“ Aber das Verhältnis zwischen der MK / Knurrhähnen und dem ev. Pfarrer entspannte sich schon nach kurzer Zeit unter dem Motto: „Keiner stört oder behindert den anderen.“ und es entwickelte sich ein freundliches Nebeneinander. Sogar Tische und Bestuhlung bekamen wir von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Die Knurrhähne hatten schon bald ein maritimes Weihnachtskonzert in der ev. Pfarrkirche in Linden-Dahlhausen.
Leider hat nun, die ev. Kirchengemeinde im Dezember 2025 unser Mietverhältnis zum Ende September 2026 aufgekündigt, sodass wir aber genug Zeit hatten, uns nach einem neuen Vereinsheim umzusehen. Dieses haben wir in der neuen Kneipe „Hafenkante“ an der Ruhr, Nähe Angelverein in Dahlhausen gefunden, in das wir schon im Sommer dieses Jahres umziehen werden. Unser alter Schiffsanker von der „Vola-Rotterdam“ hat dann wieder einen neuen Ankerplatz gefunden.
Text: Bernd Kremer, Fotos: Friedhelm Kowallik






