Arbeitsschutz auf hoher See
Sozialministerin Aminata Touré hat am 20. Mai 2026 bei der Veranstaltung „Zukunft Offshore“ in Berlin den Aufbau verlässlicher Rettungsstrukturen in deutschen Offshore-Windparks angemahnt. Ziel müsse sein, den Arbeitsschutz auf hoher See zu verbessern und schnelle Hilfe bei Unfällen und medizinischen Notfällen sicherzustellen.
„Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Gleichzeitig muss klar sein: Wer auf hoher See arbeitet, muss im Notfall schnell und zuverlässig Hilfe erhalten. Dafür brauchen wir endlich bundeseinheitliche gesetzliche Grundlagen, die Organisation und Finanzierung der Offshore-Rettung klar regeln“, sagte Touré bei einer Paneldiskussion zum Thema „Arbeitsschutz auf See – küstenferne Rettung“.
Für den weiteren Ausbau der Windenergie in der Nordsee werden in den kommenden Jahren tausende neue Arbeitsplätze in den Bereichen Bau, Wartung und Reparatur entstehen. Die Anlagen befinden sich vor allem in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des Bundes und damit in zunehmender Entfernung zum Festland. Mit den größeren Distanzen steigen auch die Anforderungen an eine leistungsfähige Rettungsinfrastruktur und eine verlässliche medizinische Versorgung. Bereits heute sind lange Rettungszeiten in Kauf zu nehmen. Eine bundeseinheitlich geregelte Zuständigkeit und Finanzierung der Offshore-Rettung besteht bislang nicht.
Die Küstenländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatten deshalb im Jahr 2025 eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes eingebracht. Ziel waren klare Zuständigkeiten, einheitliche Rettungsstandards und eine dauerhaft gesicherte Finanzierung der Offshore-Rettung.
Die Bundesregierung lehnte die Initiative zunächst ab. Ein anschließender Dialogprozess zwischen Bund, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und den Küstenländern hat jedoch erneut gezeigt, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um die Sicherheit der Beschäftigten langfristig zu gewährleisten.
Touré betonte abschließend: „Die Bundesregierung muss den Arbeitsschutz in Offshore-Windparks endlich ernst nehmen und darf das Thema nicht weiter aufschieben. Es braucht jetzt schnell klare Regelungen.“
Text: SOZMI SH, Foto: Frank Peter





