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Bunte Farben für den Ozean

Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche der Ostsee? Wer lebt dort? Und warum frieren die Tiere im Wasser nicht? Mit diesen Fragen haben sich Schüler:innen der Grundschule Gaarden unter Anleitung von Forschenden des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel auseinandergesetzt. Die Ergebnisse hat die Künstlerin Marina Friedrich in ein großformatiges Wandgemälde umgesetzt, das am 8. Juni 2026 offiziell „enthüllt“ wird. Finanziert wurde das Projekt aus dem EngageComm-Fonds des GEOMAR mit Unterstützung lokaler Handwerksbetriebe.

Verhüllen ließe sich dieses Kunstwerk schlecht, weshalb es heute auch nicht wirklich „enthüllt“ werden kann – zu groß ist die Wand, die sich am Eingang zum Seefischmarkt zwischen Fähranleger und Einkaufsstraße um die Kurve zieht. Einst schlicht gräulich, erstrahlt sie seit einigen Tagen in bunten Farben. Robbe, Dorsch, Strandkrabbe und Seegras leuchten da in Übergröße, dazwischen kleine Quallen, Fische, eine Krone und ein gelbes Unterseeboot. Zur Verfügung gestellt wurde die Fassade von der Fischküche Laboe.

Die Motive stammen von der Künstlerin Marina Friedrich und den Schüler:innen einer Klasse der Grundschule Kiel-Gaarden mit dem passenden Namen „Quallenklasse“. Sie hatten im Frühjahr in mehreren Workshops mit Wissenschaftler:innen des GEOMAR zu Fragen gearbeitet wie: „Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche der Ostsee?“ „Welche Tiere und Pflanzen leben dort?“ „Wie schichtet sich Wasser?“ oder „Warum frieren die Tiere im Wasser nicht?“ Aus den Antworten haben die Schulkinder ihre eigenen Unterwasserwelten gestaltet. Diese Arbeiten bildeten die Grundlage für die künstlerische Gestaltung.

„Ich habe die Wand in fünf Flächen im Hochformat unterteilt“, erklärt Marina Friedrich, „sie spiegeln die Themen der Workshops wider.“ Die mittlere Fläche ist den Motiven der Kinder vorbehalten, auf den anderen Teilen hat sie ihre eigenen Entwürfe zu den Meeresthemen mit denen der Kinder verbunden. Wände gestaltet die studierte Illustratorin schon länger, aber dies ist die bislang größte. Innerhalb einer Woche hat sie das riesige Bild auf die Wand gebracht – unterstützt durch die freundlichen Spenden des örtlichen Malereibetriebes Günter Mecklenburg Malermeister und Gerüstbau Vogel, die nicht nur ihre Arbeitszeit, sondern auch Farben und das Gerüst zur Verfügung gestellt haben.

Das Projekt trägt den Titel „Surfacing the Unseen: A Mural for Sustainable Oceans“ – auf Deutsch etwa: „Das Unsichtbare sichtbar machen: Ein Wandbild für einen nachhaltigen Umgang mit dem Ozean“. Und deshalb passt es auch so gut, dass das Kunstwerk am Welttag des Ozeans eingeweiht wird. Dieser erinnert jedes Jahr an die ökologische Bedeutung der Meere und an die Gefahren, denen sie durch Klimawandel, Verschmutzung und Überfischung ausgesetzt sind.

„Wir wollten den Kindern zeigen, wie schön, spannend und schützenswert unsere Ostsee und unsere Meere sind. Mit ihrer Hilfe sollte diese Botschaft dann über das Wandgemälde dargestellt werden. Das Gemälde trägt jetzt hoffentlich dazu bei, die Bedeutung und Vielfältigkeit der Meere und ihrer Erforschung in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagt Stephan Juricke, Professor für Theoretische Ozeanographie am GEOMAR. Er hat das Projekt gemeinsam mit Dr. Lara Schmittmann und Dr. Felix Mittermayer-Schmittmann initiiert. Finanziert wurde es durch den EngageComm-Fonds des GEOMAR, mit dem Projekte gefördert werden, die Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch bringen und Forschung außerhalb von Hörsälen, Laboren oder Forschungsschiffen sichtbar machen. In diesem Falle geradezu unübersehbar.

Text: GEOMAR, Fotos: siehe Bildunterschriften

Die Illustratorin Marina Friedrich hat für die Wandgestaltung ihre eigenen Entwürfe mit denen der Grundschulkinder verbunden. Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Die "Quallenklasse" der Grundschule Gaarden ist zur Eröffnung des Wandgemäldes noch einmal ans GEOMAR gekommen. Foto: Sarah Uphoff, GEOMAR
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