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Der MRV geht an Bord

Sonne pur, wenig Wind und das für die kommenden Tage – so lautete die Wetterprognose für die deutsche Ostseeküste. Vor kurzem trafen sich insgesamt 24 Segler, davon zehn Mitglieder des Marine-Regatta-Vereins (MRV), an Bord der Schonerbrigg „Greif“ in Greifswald/Wiek, um auf einen dreitägigen Segeltörn zu gehen. Das Ziel lautete Swinemünde an der polnische Ostseeküste. Es war das erste Mal, dass MRV-Segler aus Bielefeld, Peenemünde und Waren/Müritz gemeinsam an Bord gehen, um Gemeinschaft zu erleben und das Vereinsleben attraktiver zu gestalten.

Der erste Abend stand unter dem Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens und des Eincheckens an Bord. Der nächste Morgen begann bereits mit der üblichen Bordroutine: Backschaft, gemeinsames Frühstück und anschließender Begrüßung durch den Kapitän. Es folgte die Sicherheitseinweisung und das erste Probeentern in die Rahen.

Bei schönstem Wetter verließ die „Greif“ den Wieker Hafen. Nach der Revierfahrt begann die Crew, das Schiff segelklar zu machen – natürlich ein All-Hand-Manöver. Nach und nach wurden unter Anleitung der erfahrenen Besatzung der Schonerbrigg „Greif“ fast alle Segel gesetzt. Der Augenblick, in dem der Motor verstummt und das Schiff nur noch unter Segeln fährt, gehört zu den schönsten Momenten des Segels. Der schwache Wind ließ streckenweise immerhin eine Geschwindigkeit von 3,5 Knoten über Grund zu. Das war jedoch zweitrangig. Das Gefühl, auf einem Großsegler nur mit der Kraft des Windes unterwegs zu sein, hatte zu dem Zeitpunkt bereits jeden an Bord erfasst.

Rechtzeitig vor Swinemünde wurden am späten Nachmittag die Segel geborgen. Der Liegeplatz im Seekanal von Swinemünde ließ am Abend noch einen kleinen Landgang durch das namhafte polnische Seebad zu.

Der Folgetag begann früh, da ein weiterer längerer Segelschlag anstand. Nachdem die „Greif“ Swinemünde verlassen hatte, wurden erneut die Segel gesetzt. Diesmal ging es schon besser, da jeder etwas mehr Überblick über die notwendigen Arbeiten in der Takelage hatte. Nur der Wind ließ auf sich warten. Es war der Genuss am Segeln und die vielen Momente der Entspannung an Bord, die die Crew über die langsame Segelgeschwindigkeit hinwegsehen ließ. Ruder gehen, Ausguck und Backschaftsdienst waren neben verschiedenen Segelmanövern die Hauptbeschäftigung an Bord und ließen viel Freiraum für interessante Gespräche, Entspannungsphasen im Schatten der Segel an Deck und vieles mehr.

Wieder werden am Spätnachmittag gemeinsam die Segel geborgen und die Anfahrt auf Lauterbach auf Rügen vorbereitet. Das Abendessen wurde noch auf See eingenommen, um anschließend die schöne Anfahrt, vorbei an der Insel Vilm, in den Hafen Lauterbach zu erleben. Am letzten Abend an Bord machte sich ein wenig Wehmut breit, da es am nächsten Tag bereits zum Ausgangspunkt der kurzen Segelreise zurückging.

Der Sonntag beginnt mit dem Seeklar machen und dem frühen Ablegen. Frühstück gab es auf See. Ein spiegelglatter Greifswalder Bodden sorgte dafür, dass die letzten Meilen zurück nach Wiek unter Motor zurückgelegt werden mussten. Noch vor dem Abschied am Mittag ist allen Seglern an Bord klar, dass selbst in dieser kurzen Zeit eine Unmenge an Gruppendynamik stattgefunden hat, neue Freunde gefunden wurden, sich ein kleines Team entwickelt hat und das neue Gefühl der Zusammengehörigkeit nach diesem schönen Törn erhalten bleiben wird.

Die MRV-Mitglieder sind sich alle einig: Im kommenden Jahr werden sie wieder an Bord der Schonerbrigg „Greif“ gehen – dann vielleicht für einen etwas längeren Törn nach Bornholm oder Kopenhagen.

Text und Foto: Jörg Jonscher

Erinnerungsfoto auf der GREIF.

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