Der Sommer kommt
Das Warten hat ein Ende. Nach einem unterkühlten Start in die Badesaison stellt sich vielerorts sommerliches Wetter ein. Die Menschen suchen zahlreich an den Gewässern Spaß und Erholung. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bittet sie alle darum, vorsichtig zu sein. „Bewahren Sie einen kühlen Kopf und gehen Sie keine unnötigen Risiken ein“, appelliert DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Unfallgefahr. Insbesondere die niedrigen Wassertemperaturen können derzeit gefährlich werden: „Der Körper hat sich noch nicht auf die hohen Lufttemperaturen eingestellt, da erwartet ihn im kühlen Wasser die nächste Herausforderung. Leider erleben wir in jedem Frühjahr Fälle, in denen das einfach zu viel wird“, so Vogt. Lebensgefährliche Kreislaufreaktionen können die Folge eines zu schnellen Eintauchens ins kühle Wasser sein. Zudem schwinden bei niedrigen Temperaturen die Kräfte schneller. Wer dennoch ins Wasser geht, sollte sich langsam an die Bedingungen gewöhnen und nicht zu weit hinausschwimmen.
Auch für das Einhalten der weiteren Baderegeln wirbt die DLRG-Präsidentin: „Bitte machen Sie sich mit diesen einfachen Verhaltensregeln vertraut und beachten diese jedes Mal am Badestrand.“ Außerdem sind Alkohol, Cannabis und andere Drogen tabu. Diese führen beispielsweise dazu, Situationen falsch einzuschätzen, beeinflussen die Reaktionsfähigkeit negativ und befördern leichtsinniges Verhalten.
Wassersporttreibenden wie Paddlern und Kitesurfern rät die DLRG zum Tragen einer Schwimmweste. Diese unterstützt mit ihrem Auftrieb beim Schwimmen und sorgt dafür, dass der Sportler an der Wasseroberfläche bleibt. Auch gute Schwimmer sind nicht davor gefeit, nach einem Sturz Kreislaufprobleme zu bekommen, und sollten sich deshalb schützen.
Zehn Tipps für die Badesaison
- Gehen Sie an bewachten Badestellen schwimmen und beachten Sie ausgeschriebene Warnhinweise.
- Eltern sollten kleine Kinder nie aus den Augen lassen und in Griffweite bleiben.
- Schätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit kritisch ein und handeln Sie nicht übermütig.
- Verzichten Sie auf Alkohol und andere Drogen.
- Viele Gewässer sind noch kalt. Es drohen Unterkühlung und Krämpfe.
- Flüsse sind besonders gefährlich (Strömungen, Schifffahrt etc.).
- Gezeiten, nicht erkennbare Strömungen und starke Winde können an den Meeren auch gute Schwimmer in Gefahr bringen.
- Kopfsprünge in flache und unbekannte Gewässer können schwerste Verletzungen nach sich ziehen.
- Beachten Sie die Baderegeln (dlrg.de/baderegeln).
- Rufen Sie in Notfällen sofort die 112 an und alarmieren Sie Rettungsschwimmer vor Ort.
Fast 400 Menschen ertrunken
Vergangenes Jahr ertranken hierzulande mindestens 393 Menschen. Das waren 18 Todesfälle weniger als im Jahr davor. Vor allem an heißen und sonnigen Sommertagen steigt die Zahl der Unfälle sprunghaft an. Über die Hälfte (56 Prozent) der tödlichen Unfälle ereignete sich 2025 während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. Im sonnigen Juni zählte die DLRG 69 Todesopfer, 17 Personen mehr als im Vorjahresmonat.
Weitere Informationen, Baderegeln und eine Übersicht ihrer Wachstationen bietet die DLRG unter dlrg.de/badesaison.
Text u. Foto: DLRG




