Geburtstag einer “alten Lady“
Als am 03. Mai 1933 der Stapellauf bei „Blohm+Voß“ in Hamburg stattfand, ahnte noch keiner, dass dieser stolze Großsegler, die „Gorch Fock“, seinen 93. Geburtstag in der Hansestadt Stralsund feiern würde.
Das Segelschiff wird 1933 im Auftrag der Reichsmarine bei Blohm + Voss in Hamburg in nur 100 Tagen gebaut. Am 3. Mai 1933 lief die „Gorch Fock“ (I) vom Stapel und war bis 1939 als Schulschiff im Einsatz. Während des 2. Weltkrieges diente sie an verschiedenen Standorten als Wohnschiff, zuletzt in Stralsund. Als sich das Kriegsende abzeichnete, wurde das Schiff abgetakelt und außer Dienst gestellt.
Am Nachmittag des 30. April 1945 versenkte die eigene Besatzung die „Gorch Fock“ (I) im Strelasund, um sie nicht der näher rückenden Roten Armee zu überlassen. 1947 hoben die Sowjets das Schiff im vierten Versuch und setzten es bis 1950 in Rostock und Wismar instand. Danach fuhr es unter dem Namen „Towarischtsch“ als Ausbildungsschiff über die Weltmeere, fuhr 1992 unter ukrainische Flagge, wurde 1999 nach Wilhelmshaven geholt und dort zu einer der großen Attraktionen der „EXPO 2000 am Meer“. 2003 kaufte der Verein Tall-Ship Friends e.V. das Schiff und überführte es nach Stralsund, wo es umfassend restauriert wurde.
Namensgeber der „Gorch Fock“ (I) war der Schriftsteller Gorch Fock, der eigentlich Johann Kinau hieß.
Der Shantychor der Insel Usedom nahm nun den 93. Geburtstag des Schiffes zum Anlass, mit einem Benefizkonzert den Finanzen des Schiffes unter die Arme zu greifen. So unternahmen die Sänger des Chores zusammen mit ihren Partnerinnen einen Ausflug von der Insel Usedom in die Hansestadt Stralsund. Bei strahlend blauem Himmel, dem Geburtstag angepasst, gratulierte zunächst der 1. Vorsitzende des Shantychores, Kamerad Eckehard Flügge, im Auftrag des Chores zum Geburtstag und übergab der Crew ein kleines Geschenk. Danach wurde kräftig gesungen, was bei den Gästen an Bord sehr gut ankam. Selbst getanzt wurde zum Gesang des Chores. Initiator dieses Ausfluges zur „Gorch Fock“ war das Chormitglied Volker Sachse, dem das Schicksal des Großseglers sehr am Herzen liegt.
Text: Wolfgang Telle, Fotos: Ingrid Maiwald




