Schutz durch Marineeinheiten
Für die internationale Handelsschifffahrt im Seegüterverkehr zwischen Europa und Asien beziehungsweise vice versa rückt die Wiederaufnahme der (natürlichen) Passage durch das Rote Meer/ den Suezkanal wieder in den Bereich des Möglichen. Die Nutzung dieses kürzesten Seeweges zwischen den beiden Regionen kam praktisch zum Erliegen als direkte Folge des Überfalls der vom Iran gestützten Terrororganisation Hamas auf Israel am 7.Oktober 2023. Mit der Hamas-Organisation verbündete von Jemen aus operierende Huthi-Rebellen führten ab Herbst 2023 gezielte Angriffe auf die internationale Handelsschifffahrt durch. Dabei gab es zahlreiche Opfer sowie hohen Sachschaden.
Am Dienstag erklärten die beiden Containerreedereien Hapag-Lloyd (Deutschland) sowie Maersk (Dänemark), dass sie nun wieder Frachter durch das Rote Meer und damit auch durch den Suezkanal fahren lassen wollen. Dabei wollen sie auf den Schutz von Marineeinheiten zurückgreifen, die im kritischen Seegebiet operieren. Welche das genau sind, sagen die Unternehmen nicht. Beide Reedereien kooperieren seit Anfang 2025 operativ eng miteinander im Rahmen der Gemini-Allianz.
Es würden seitens der beiden Unternehmen „höchstmögliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, da die Sicherheit der Besatzungen, der Schiffe sowie der Ladung der Kunden für beide Reedereien höchste Priorität“ habe, heißt es. Maersk und Hapag-Lloyd würden zudem „die Sicherheitslage in der Region des Nahen Ostens weiterhin sehr genau beobachten“. Jegliche Anpassungen des Gemini-Dienstes bleiben abhängig von der anhaltenden Stabilität im Gebiet des Roten Meeres sowie davon, dass es zu keiner Eskalation der Konflikte in der Region kommt.
In den zurückliegenden Monaten gab es wiederholt Bestrebungen auch von anderen westlichen Reedereien, diesen Seeweg wieder zu nutzen. Als Folge der unsicheren Gesamtlage gingen viele Reedereien dazu über, ihre Schiffe über den langen Seeweg um das südliche Afrika zu routen. Der Weg ist zwar sicherer, aber deutlich länger und damit kostspieliger. Zudem entstehen deutlich mehrklimaschädliche Schiffsemissionen als Folge des höheren Treibstoffverbrauchs.
Text: Eckhard Arndt, Foto: US Navy




