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Vereinsfahrt nach Laboe

Vom 19. bis zum 21. September 2025 lichtete eine elfköpfige Besatzung des Marinevereins Lippstadt e. V. 1914 den Anker und nahm Kurs auf Laboe – ein traditionsreicher Hafen an der Kieler Förde, wo Geschichte, Seefahrt und Kameradschaft aufeinandertreffen. In Fahrgemeinschaften stachen wir in See (bzw. auf die Autobahn mit unseren Landfahrzeugen) und erreichten individuell unser Quartier: das Hotel Admiral Scheer, benannt nach dem legendären Flottenadmiral. Direkt am Strand gelegen, bietet es nicht nur eine Aussicht zum Niederknien, sondern auch ein maritimes Ambiente, das selbst Landratten in Seemänner verwandelt.

Der erste Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen eingeläutet, bei dem ein besonderer Gast an Bord war: Ein Vereinskamerad, der selbst leider nicht mitreisen konnte, stellte uns seine Mutter vor, die in Laboe lebt. Die Stimmung war ausgelassen, das Essen hervorragend – und die Gespräche so lebendig wie ein Sturm auf hoher See.

Nach dem Frühstück am Samstagmorgen – mit Blick auf die Förde und frischem Wind um die Nase – stand der Tag zur freien Verfügung. Doch wie es sich für echte Seebären gehört, steuerten wir gemeinsam das Marine-Ehrenmal an. Dieses imposante Denkmal ragt wie ein Leuchtturm der Erinnerung in den Himmel und gedenkt den auf See Gebliebenen aller Nationen. Der Blick vom Turm über die Ostsee ist atemberaubend – und der Ort selbst erfüllt einen mit Ehrfurcht und Nachdenklichkeit.

Im Anschluss erkundeten einige von uns das technische Museum U 995, ein original erhaltenes U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Wer dachte, Schiffe seien eng, hat noch nicht ein U-Boot von innen gesehen. Die Technik, die Enge, die Geschichte – all das vermittelte eindrucksvoll, unter welchen Bedingungen die Besatzungen damals ihren Dienst verrichteten. Vor dem Museum versammelten wir uns für ein Gruppenbild – festgehalten aus der Luft per Drohne. Ein moderner Gruß an die Tradition, und zum Glück ohne Möwenangriff.

Am Nachmittag war wieder Zeit für individuelle Landgänge, bevor wir uns am Hafen zur Hafenrundfahrt trafen. Die Möwen dort waren allerdings weniger kameradschaftlich: Ein Fischbrötchen wurde Opfer eines blitzschnellen Luftangriffs – die Möwe siegte, die Brötchenträgerin verlor. An Bord stärkten wir uns mit kühlen Getränken, genossen die frische Brise und ließen uns von den Geschichten des Kapitäns treiben. Der Abend klang stilvoll im Restaurant Ocean Eleven aus – mit gutem Essen, Seemannsgarn und viel Gelächter.

Der Sonntag hielt das emotionale Highlight bereit: die Kranzniederlegung im Marine-Ehrenmal. In Uniform und mit ehrfürchtiger Haltung gedachten wir der auf See Gebliebenen. Besonders bewegend war die Begegnung mit jungen Marinesoldaten aus der Ukraine, die am Vortag an gleicher Stelle von aktuellen Geschehnissen und gefallenen Kameraden berichteten. Ein Moment, der tief unter die Haut ging und uns die Bedeutung unseres Gedenkens noch einmal eindrücklich vor Augen führte.

Die Rückfahrt nach Lippstadt verlief weniger wie eine ruhige Überfahrt – ein ausgedehnter Stau verlangte Geduld, Seemannsgelassenheit und starke Nerven. Einige Kameraden erreichten ihren Heimathafen erst spät am Abend. Doch trotz aller Widrigkeiten bleibt diese Fahrt ein unvergessliches Kapitel in unserem Vereinslogbuch – geprägt von Gemeinschaft, maritimer Tradition und bewegenden Momenten, die uns noch lange begleiten werden.

Text u. Foto: Tobias Böckmann

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